Geldanlagen

Positive Signale von der US-Notenbank

Die jüngsten Äußerungen von Fed-Chef Powell deuten darauf hin, dass die Leitzinsen in den USA nicht mehr steigen werden. Das beflügelt sowohl die Aktien- als auch die Anleihemärkte.

Michael Ausfelder
Marktstratege
Publiziert am
08. November 2023

Zum zweiten Mal in Folge hat die amerikanische Notenbank (Fed) entschieden, die Leitzinsen nicht weiter zu erhöhen. Damit bleibt das Zinsband für den US-Leitzins bei 5,25 bis 5,5 Prozent. Gleichzeitig ließ Fed-Chef Jerome Powell durchblicken, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinserhöhung abgenommen hat. Die Zuversicht hat damit zugenommen, dass die Zinsen in den USA ihren Höhepunkt erreicht haben und die Zinswende 2024 bevorstehen könnte.

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Dieses Bild zeigt sich auch bei den Zinserwartungen an den Märkten. Unmittelbar nach der Zinssitzung haben sich die Markterwartungen für die Zinsentwicklung sichtbar nach unten entwickelt. Bereits für Januar 2025 liegt die Differenz zwischen der blauen und roten Linie bereits bei einem viertel Prozentpunkt – also den Umfang eines gesamten Zinsschrittes (siehe Grafik).

Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung im Dezember oder Januar hat sich damit weiter verringert. Zudem wird eine erste Leitzinssenkung schon für Juni 2024 eingepreist. An den Märkten spricht man plötzlich nicht mehr über die nächste Leitzinserhöhung, sondern über die erste Senkung.

Die Reaktion der Finanzmärkte ließ nicht lange auf sich warten. Die Renditen von zehnjährigen US-Staatsanleihen sackten ab, dafür ging es mit den Aktienkursen deutlich nach oben. Gestützt werden die jüngsten Zinserwartungen auch von den aktuellen Daten vom US-Arbeitsmarkt. Nach dem überraschend kräftigen Stellenwachstum im September hat sich der Arbeitsmarkt im Oktober wieder spürbar abgekühlt. Es wurden lediglich 150.000 neue Stellen geschaffen, erwartet wurden 180.000 neue Jobs. Rund ein Drittel der neuen Stellen entstanden beim Staat. Der Privatsektor hat lediglich 100.000 Stellen geschaffen. 

Die Arbeitslosenquote ist leicht gestiegen. Das Jahreswachstum der Stundenlöhne verringerte sich von 4,3 auf 4,1 Prozent. Das waren genau die Art von Daten, die die US-Notenbank anstrebt: Denn eine geringere Steigerung der Löhne führt auch zu einem geringeren Inflationsdruck. Damit wird die Basis gelegt, um mittelfristig die Zinsen vom aktuell hohen Niveau wieder zu senken.

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Die chinesischen Importe legten im Oktober überraschend zu, und zwar um 3 Prozent. Dies gilt als Hoffnungszeichen für die Binnenkonjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Zugleich leidet das Land unter den schleppenden Exporten. Diese gingen im Vergleich zum Vormonat um über 6 Prozent zurück. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht im laufenden Jahr von einem stärkeren Wirtschaftswachstum aus, erwartet aber eine Abschwächung für das kommende Jahr.     

Britische Notenbank hält Zinsen konstant

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