Expertentipps
Erfolgreich Geld anlegen, Steuern reduzieren und die Altersvorsorge optimieren: Lesen Sie unsere Tipps
Ruhestand
Den geburtenstarken Jahrgängen bleiben nur noch wenige Jahre, um ihre Altersvorsorge aufzubessern. Umso mehr kommt es jetzt darauf an, die richtigen Entscheidungen zu treffen und konsequent umzusetzen.
Michael Müller
Funktion Ruhestandsexperte
20. Februar 2026
Wer zu den geburtenstarken Jahrgängen gehört und nicht genug finanziell vorgesorgt hat, steht vor einer großen Herausforderung. Denn für die Babyboomer rückt der Ruhestand immer näher. Ihre gesetzliche Rente wird kaum ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu sichern.
Die Tabelle unten verdeutlicht das anhand von drei fiktiven Personen im Alter von 56, 59 und 62 Jahren. Bei einem aktuellen monatlichen Bruttogehalt von 7.000 Euro und einer angenommenen Gehaltserhöhung von 25 Prozent bis zum Rentenbeginn würde das letzte Monatsgehalt der 56-jährigen Person rund 8.700 Euro betragen. Netto blieben ihr etwa 5.000 Euro. Ihre Rente liegt jedoch nur bei knapp 2.600 Euro – als gut der Hälfte des letzten Nettoeinkommens.
Das Beispiel zeigt: Die staatliche Rente reicht meist nicht aus, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Im Ruhestand benötigen die meisten Menschen etwa 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Für die 56-jährige Person ergibt sich daraus eine monatliche Einkommenslücke von 942 Euro. Diesen Betrag muss sie bis zum Renteneintritt kompensieren. Folgende Vorgehensweise bietet sich an:
Als ersten Schritt sollte man sich einen Überblick über das erwirtschaftete Vermögen und die finanziellen Ansprüche im Ruhestand verschaffen. Dazu zählen unter anderem erwartete Renten, Kontoguthaben und Depots, Lebensversicherungen, Immobilien (abzüglich Darlehen), Unternehmen und Beteiligungen, Wertgegenstände und Edelmetall sowie erwartete Zuflüsse wie die Auszahlung von Lebensversicherungen, ,Schenkungen, Erbschaften oder Abfindungen.
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Im zweiten Schritt werden die aktuellen Ausgaben ermittelt, also die Kosten für Lebenshaltung, Wohnen, Versicherungen, Mobilität und Reisen. Anschließend gilt es, die Veränderungen im Ruhestand abzuschätzen. Einige Ausgaben fallen dann weg, andere steigen.
Jetzt werden die Einnahmen zusammengestellt, die im Ruhestand zu erwarten sind. Zusätzlich zu den Renten können das Mieten, Kapitalerträge und Erwerbseinkünfte sein. Die Differenz aus den erwarteten Einnahmen und Ausgaben ist die Einkommenslücke. Erst wenn diese Lücke feststeht, kann man den Vermögensaufbau vernünftig planen und die passende Anlagestrategie wählen.
Damit liegen alle Informationen für einen detaillierten Finanzplan vor, der die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben im Ruhestand, der Einnahmelücke und des Vermögens zeigt. Um sicherzustellen, dass der Plan auch dann aufgeht, wenn die Geldanlagen weniger Erträge abwerfen als gedacht oder die Ausgaben im Alter höher sind als erwartet, sollte man unterschiedliche Szenarien betrachten.
Die letzten Jahre im Beruf sollte man dazu nutzen, um gezielt Vermögen aufzubauen. Da nicht mehr viel Zeit bleibt, sollten renditestarke Anlageklassen wie Aktien im Vordergrund stehen, damit das Vermögen möglichst schnell wächst. Viele scheuen sich vor diesem Schritt, weil Aktienkurse stark schwanken. Sie befürchten, ausgerechnet dann auf Verlusten zu sitzen, wenn das Einkommen wegfällt. Diese Sorge ist berechtigt. Allerdings sollte man bedenken, dass man seine Aktien nicht verkaufen muss, wenn man in den Ruhestand geht. Wer heute um die 60 Jahre alt ist, hat statistisch gesehen noch einen Anlagehorizont von über 20 Jahren vor sich. Über einen so langen Zeitraum sind Verluste mit Aktien sehr unwahrscheinlich. Um die Risiken zu verteilen ist es trotzdem empfehlenswert, Anleihen beizumischen. Deren Kurse schwanken üblicherweise weniger als die von Aktien, deshalb können sie das Depot stabilisieren. Eine betriebliche Altersvorsorge oder die staatlich geförderte Rürup-Rente können weitere sinnvolle Optionen sein, um den Vermögensaufbau in dieser späten Phase abzurunden.
Zu guter Letzt empfiehlt es sich, sein Sparpotenzial auszuloten. In dieser Lebensphase wird das Haus oder die Wohnung vielen zu groß, weil die Kinder ausgezogen sind. Eine kleinere Wohnung kann bequemer sein und helfen, die Kosten deutlich zu senken. Auch bei Versicherungen sind erhebliche Ersparnisse möglich.
Tipp: Wenn alle diese Maßnahmen nicht ausreichen, um Ihre Einnahmelücke im Alter zu schließen, können Sie überlegen, Ihren Rentenbeginn nach hinten zu verschieben. Jeder Monat, den Sie später in Rente gehen, bringt Ihnen lebenslang 0,5 Prozent mehr Rente ein. Zusätzlich steigt Ihre Rente, weil Sie auch entsprechend länger und mehr einzahlen. Lassen Sie sich von unabhängigen Experten beraten, ob sich dieser Schritt für Sie finanziell lohnt.
Bestellen Sie das neue Merkblatt, oder lassen Sie sich in einem VZ VermögensZentrum in Ihrer Nähe beraten, wie Sie Ihre Altersvorsorge auf den letzten Metern vor dem Ziel noch verbessern können.
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Alle Schritte, die Sie bei der Planung Ihrer Ruhestandsfinanzierung berücksichtigen müssen.