Wie hoch ist die gesetzliche Höchstrente?

Die gesetzliche Höchstrente ist lediglich ein rechnerischer Wert, den nur jemand erreichen könnte, der mindestens 45 Jahre lang den höchsten Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Die Höchstrente erhält ein Rentner, der 45 Jahre lang durchgehend ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhalten hat. Die meisten haben aber mindestens während der Ausbildung und in den ersten Berufsjahren niedrigere Einkünfte.

Die Rentenformel gibt einen Anhaltspunkt

Die Formel zur Berechnung der Altersrente lautet:

  • Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert.

Der Rentenwert beträgt derzeit 33,05 Euro (im Westen, Stand Juli 2019) . Der Zugangsfaktor ist 1, wenn man zur Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht (es also keine Abschläge wegen vorgezogener Rente gibt). Daher sind die Entgeltpunkte der Dreh- und Angelpunkt der Berechnung.

Auf die Entgeltpunkte kommt es an

Die Entgeltpunkte haben eine Höchstgrenze. Teilt man die diesjährige Beitragsbemessungsgrenze von 80.400 Euro im Jahr (im Westen, Stand 2019) durch das Durchschnittsentgelt von 38.901 Euro, ergibt dies für 2019 eine Höchstpunktzahl von 2,07 Entgeltpunkten.

Angenommen, man erreicht in jedem seiner 45 Arbeitsjahre 2,07 Entgeltpunkte. Die Summe von 93,15 Entgeltpunkten multipliziert mit dem derzeitigen Rentenwert von 33,05 Euro ergäbe eine rechnerische Höchstrente von 3.063 Euro im Monat.

In den vergangenen Jahrzehnten lag die Höchstgrenze an Entgeltpunkten jedoch mit 1,5 bis 2,1 Entgeltpunkten zum Teil weit darunter. Daher ist diese "Höchstrente" für niemanden erreichbar.

Die Realität sieht anders aus

Von einem solchen Wert sind die deutschen Rentner heute weit entfernt. Die Standardrente eines "Eckrentners", der 45 Jahre Beiträge für ein Durchschnittsentgelt eingezahlt hat, beträgt im Westen 1.441,35 Euro (Stand Mitte 2018). Im bundesweiten Durchschnitt erhält ein Rentner 1.103 Euro Rente im Monat und eine Rentnerin 712 Euro. Witwen- und Witwerrenten sind mit 484 Euro beziehungsweise 348 Euro noch wesentlich niedriger. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind davon bereits abgeführt, allerdings nicht die Einkommensteuer.

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