Wie hoch ist die gesetzliche Höchstrente?

Die gesetzliche Höchstrente ist lediglich ein rechnerischer Wert, den nur jemand erreichen könnte, der mindestens 45 Jahre lang den höchsten Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Die Höchstrente erhält ein Rentner, der 45 Jahre lang durchgehend ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhalten hat. Die meisten haben aber mindestens während der Ausbildung und in den ersten Berufsjahren niedrigere Einkünfte.

Die Rentenformel gibt einen Anhaltspunkt

Die Formel zur Berechnung der Altersrente lautet:

  • Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert.

Der Rentenwert beträgt derzeit 33,05 Euro (im Westen, seit 1. Juli 2019) . Der Zugangsfaktor ist 1, wenn man zur Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht (es also keine Abschläge wegen vorgezogener Rente gibt). Daher sind die Entgeltpunkte der Dreh- und Angelpunkt der Berechnung.

Auf die Entgeltpunkte kommt es an

Die Entgeltpunkte haben eine Höchstgrenze. Teilt man die Beitragsbemessungsgrenze von 82.800 Euro im Jahr (im Westen, Stand 2020) durch das Durchschnittsentgelt von 40.551 Euro, ergibt dies für 2020 eine Höchstpunktzahl von 2,04 Entgeltpunkten.

Angenommen, man erreicht in jedem seiner 45 Arbeitsjahre 2,04 Entgeltpunkte. Die Summe von 91,80 Entgeltpunkten, multipliziert mit dem derzeitigen Rentenwert von 33,05 Euro, ergäbe eine rechnerische Höchstrente von 3.034 Euro im Monat.

In den vergangenen Jahrzehnten lag die Höchstgrenze an Entgeltpunkten jedoch mit 1,5 bis 2,1 Entgeltpunkten zum Teil weit darunter. Daher ist diese "Höchstrente" für niemanden erreichbar.

Die Realität sieht anders aus

Von einem solchen Wert sind die deutschen Rentner heute weit entfernt. Die Standardrente eines "Eckrentners", der 45 Jahre Beiträge für ein Durchschnittsentgelt eingezahlt hat, beträgt im Westen 1.487,25 Euro (Stand Mitte 2019). Im bundesweiten Durchschnitt erhält ein Rentner 1.148 Euro Rente im Monat und eine Rentnerin 711 Euro. Witwen- und Witwerrenten sind mit 656 Euro beziehungsweise 335 Euro noch wesentlich niedriger (Große Witwen- bzw. Witwerrente, Stand Ende 2018). Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind davon bereits abgeführt, allerdings nicht die Einkommensteuer.

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