Ruhestand

Wie hoch ist die gesetzliche Höchstrente?

Die gesetzliche Höchstrente ist lediglich ein rechnerischer Wert, den nur jemand erreichen könnte, der mindestens 45 Jahre lang den höchsten Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat.

Albert Bitter

Ruhestandsexperte

Die Höchstrente erhält ein Rentner, der 45 Jahre lang durchgehend ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhalten hat. Die meisten haben aber mindestens während der Ausbildung und in den ersten Berufsjahren niedrigere Einkünfte.

Die Rentenformel gibt einen Anhaltspunkt

Die Formel zur Berechnung der Altersrente lautet:

  • Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert.

Der Rentenwert beträgt im Westen 34,19 Euro und im Osten 33,47 Euro (seit 1.7.2021). Der Zugangsfaktor ist 1, wenn man zur Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht (es also keine Abschläge wegen vorgezogener Rente gibt). Daher sind die Entgeltpunkte der Dreh- und Angelpunkt der Berechnung.

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Auf die Entgeltpunkte kommt es an

Die Entgeltpunkte haben eine Höchstgrenze. Teilt man die Beitragsbemessungsgrenze von 85.200 Euro im Jahr (im Westen, Stand 2021) durch das Durchschnittsentgelt von 41.541 Euro, ergibt dies für 2021 eine Höchstpunktzahl von 2,05 Entgeltpunkten. Im Jahr 2022 geht die Deutsche Rentenversicherung davon aus, dass maximal 2,17 Entgeltpunkte erreichbar sein werden. Dieser Wert ergibt sich, indem man die Beitragsbemessungsgrenze von 84.600 Euro durch das Durchschnittsentgelt von 38.901 Euro teilt.

Rein rechnerisch ergibt dies rund 3.000 Euro Rente

Ein einfaches Beispiel zeigt, wie viel Rente dies ergibt. Angenommen, man arbeitet 45 Jahre und erreicht in jedem Jahr 2,00 Entgeltpunkte. Die Summe von 92 Entgeltpunkten, multipliziert mit dem derzeitigen Rentenwert (im Westen) von 34,19 Euro, ergibt eine rechnerische Rente von 3.154 Euro im Monat. In den vergangenen Jahrzehnten lag die Höchstgrenze an Entgeltpunkten allerdings zum Teil weit darunter.

Die Deutsche Rentenversicherung hat ausgerechnet, wie hoch die Rente 2022 ist, wenn man im Westen von 1977 bis 2021 in jedem seiner 45 Arbeitsjahre ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze verdient hat. Die Höchstrente beträgt in dem Fall 2.961,90 Euro brutto oder 2.636,09 Euro netto. Allerdings gelingt es kaum einem Arbeitnehmer, 45 Jahre lang durchgehend ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze zu verdienen. Daher ist diese "Höchstrente" für kaum jemanden erreichbar.

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Die Realität sieht anders aus

Von einem solchen Wert sind die Rentnerinnen und Rentner in Deutschland weit entfernt. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (Stand: 1. Juli 2021):

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Die Standardrente eines "Eckrentners", der 45 Jahre Beiträge für ein Durchschnittsentgelt eingezahlt hat, beträgt im Westen 1.538,55 Euro brutto. Nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bleiben 1.369,31 Euro netto vor Steuern. Im bundesweiten Durchschnitt erhält ein Rentner 1.188 Euro Rente im Monat und eine Rentnerin 837 Euro. Die Witwen- und Witwerrenten sind viel niedriger. Witwer erhalten nur 374 Euro Rente und Witwen 512 Euro.

Erhält eine Rentnerin oder ein Rentner neben der eigenen Rente auch eine Witwen- oder Witwerrente, kommen Männer im Durchschnitt auf eine Gesamtrente von 1.628 Euro und Frauen auf 1.489 Euro. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind davon bereits abgeführt, allerdings nicht die Einkommensteuer.

Bei Neurentnern sieht es nicht viel anders aus. Wer 2020 in Rente ging, erhält im Westen als Rentner im Durchschnitt 1.182 Euro Rente und als Rentnerin 774 Euro. Witwen- und Witwerrenten sind viel niedriger. Witwen erhalten Schnitt 692 Euro und Witwer 316 Euro. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind davon bereits abgeführt, allerdings nicht die Einkommensteuer.