Ruhestand

Rentenerhöhung 2024: Wie viel mehr Rente bekommen Sie?

Die Rentenerhöhung 2024 wird vermutlich nicht so hoch ausfallen wie in den Vorjahren: Am 1. Juli 2024 soll die gesetzliche Rente bundesweit um 3,5 Prozent steigen. Wenn Sie mehr als 1.300 Euro Rente bekommen, sehen Sie in der Übersicht, wie viel mehr Rente Sie nach der Rentenerhöhung im Juli erhalten.

Tim Hildenbrand
Finanzexperte
Aktualisiert am
23. Februar 2024

Die letzten beiden Rentenerhöhungen waren die höchsten der letzten Jahrzehnte (siehe Grafik unten). Auch für 2024 hatten viele ein kräftiges Rentenplus erwartet. Die Rentenkasse rechnet jedoch nur mit einer Rentensteigerung von bundesweit 3,5 Prozent.

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3,5 Prozent mehr Rente

Wie viel mehr haben Rentnerinnen und Rentner also ab dem 1. Juli 2024? Legt man die aktuellen Werte der Deutschen Rentenversicherung zugrunde, ergeben sich bei den meisten Erhöhungen von weniger als 100 Euro pro Monat (siehe Tabelle unten). 

So viel mehr Rente erhalten Rentner im Durchschnitt

Durchschnittsrentnerinnen und -rentner erhalten zwischen 27 und 47 Euro pro Monat mehr. Die Altersrente von Rentnern im Westen steigt von 1.279 Euro um 45 Euro auf 1.324 Euro, im Osten von 1.360 Euro um 47 Euro auf 1.407 Euro. Bei Rentnerinnen im Westen steigt die Rente von 789 auf 816 Euro (+ 27 Euro) und im Osten von 1.155 Euro auf 1.195 Euro (+ 40 Euro).

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"Eckrentner", die 45 Jahre Beiträge für ein Durchschnittsentgelt eingezahlt haben, bekommen 60 Euro mehr. Ihre Rente steigt von derzeit 1.692 Euro auf 1.752 Euro (alle Werte gerundet und brutto). Witwen und Witwer bekommen zwischen 13 und 28 Euro pro Monat mehr. Beispielsweise steigt die Witwenrente (im Westen) von 722 auf 747 Euro (+ 25 Euro). Wer die theoretisch erreichbare Höchstrente von 3.286 Euro bekommt, erhält ein Rentenplus von 115 Euro.

Wie viel Euro bringt die Rentenerhöhung 2024

Die Übersicht zeigt, wie viel mehr Rentnerinnen und Rentner bei einer Rentenerhöhung von 3,5 Prozent ab Juli in der Tasche haben. Wer 1.500 Euro Rente gibt es 53 Euro mehr, bei 2.000 Euro Rente 70 Euro. 

Lesen Sie regelmäßig, wie Sie effizient sparen, günstig anlegen und gut fürs Alter vorsorgen:

Rentenerhöhungen reichen auch 2024 nicht, um die Rentenlücke zu schließen

Grundsätzlich sind Rentenerhöhungen zwar gute Nachrichten. Allerdings reicht die gesetzliche Rente bei den allermeisten nicht aus, um den Lebensstandard im Ruhestand zu sichern. Die Rentenlücke zwischen Ihren Einkünften und Ausgaben müssen Sie selbst schließen.

Wie viel Vermögen Sie dafür benötigen, ermitteln Sie wie folgt: Schätzen Sie Ihre monatlichen Ausgaben im Rentenalter. Die größten Posten sind Wohnen, Lebenshaltung, Steuern, Versicherungen, Mobilität und Freizeitgestaltung. Dann stellen Sie Ihre erwarteten Einkünfte zusammen. Dazu zählen Renten, Kapitalerträge und Mieteinnahmen. Die Differenz zwischen Einkünften und den Ausgaben ergibt Ihre Rentenlücke. Entscheiden Sie, ob Sie Ihr gesamtes Vermögen für die Deckung Ihrer Rentenlücke einsetzen können oder ob Sie etwas vererben möchten.

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Erwerbstätig im Ruhestand: Das sollten Sie beachten

Informieren Sie sich über die Möglichkeiten und Folgen – vor allem, wenn Sie gleichzeitig Rente und ein Gehalt beziehen.

Auf dieser Basis errechnen Sie, wie viel Kapital Sie brauchen, um sich die gewünschte Zusatzrente auszuzahlen. Wie viel Kapital ist bereits vorhanden, zum Beispiel in Form von Immobilien oder Wertpapieren? Und wie viel erwarten Sie noch, wie die Auszahlung einer Lebensversicherung oder eine Erbschaft? 

Fehlendes Vermögen bauen Sie in den Jahren bis zum Ruhestand auf. Lassen Sie sich beraten, mit welchen Maßnahmen dies am effizientesten gelingt.

Hohe Inflation macht Rentenerhöhungen zunichte

Rentnerinnen und Rentner haben – gemessen an der Kaufkraft – aber nur dann mehr Geld in der Tasche, wenn die Rentenerhöhung höher ausfällt als die Inflation. Ein Blick auf die letzten zwei Jahrzehnte zeigt, dass die Rentenerhöhung (blaue Linie) oft niedriger war als die Inflation (orange Linie). Zwischen 2014 und 2020 waren die Rentenerhöhungen jedoch zum Teil deutlich höher als die Inflation. Nach der Null-Runde 2021 waren die Rentenerhöhungen 2022 und 2023 zwar rekordverdächtig, aber die Inflation lag noch darüber. 

Wie Rentenerhöhungen berechnet werden

Der Grund: Die Bundesregierung kann die Renten nicht einfach erhöhen, um die inflationsbedingten Verluste auszugleichen. Die Berechnung basiert auf drei Faktoren, die im Bundessozialgesetzbuch festgelegt sind: Die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter aller Arbeitnehmer, Änderungen am Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung sowie dem Nachhaltigkeitsfaktor, der ausdrückt, wie sich das Verhältnis zwischen der Anzahl der Rentenempfänger und der Beitragszahler entwickelt.

Weitere Informationen

Verlassen Sie sich nicht auf Umstände, auf die Sie keinerlei Einfluss haben. Als Vorsorgesparer sollten Sie spätestens mit 50 herausfinden, wie groß ihre Rentenlücke im Ruhestand ist, und das notwendige Kapital dafür ansparen. Bei der Planung hilft der kostenfreie Altersvorsorge-Check des VZ. Rentner sind gut bedient mit einem langfristig angelegten, individuellen Einkommenskonzept, zum Beispiel der Etappenstrategie

Haben Sie Fragen? Sprechen Sie mit unseren Expertinnen und Experten: Vereinbaren Sie ein kostenfreies, unverbindliches Gespräch im VZ in Ihrer Nähe.

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