Geldanlagen

Wie die Zinspolitik die Börse beeinflusst

Die Zinsspekulationen haben direkten Einfluss auf Aktien, Währungen, Rohstoffpreise und Kryptowährungen. Was bedeutet das konkret für Anlegerinnen und Anleger?

Michael Ausfelder
Marktstratege
Publiziert am
03. Januar 2024

Was die Anleger im Jahr 2024 erwartet: Es ist noch nicht lange her, dass die Finanzmärkte auf weiter steigende Zinsen spekulierten. Vor ein paar Wochen wechselte die Stimmung jedoch. Nun erwarten die Händler an den Börsen, dass die Leitzinsen im Jahr 2024 deutlich sinken.

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Auch bei der Geldanlage gilt die altbekannte Kaufmannsregel: "Im Einkauf liegt der Gewinn".

Die langfristigen Zinsen sind deshalb spürbar zurückgekommen: Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren noch mit 3,8 Prozent, Mitte Oktober waren es zwischenzeitlich gut fünf Prozent. In Deutschland sank die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen von drei auf zwei Prozent. Zu Jahresbeginn ist ein leichter Aufwärtsdruck bei den Renditen festzustellen.

Die Zinsspekulationen haben sich aber auch in anderen Anlageklassen bemerkbar gemacht. Doch weshalb ist das so? Hier eine kurze Einordnung:

Aktien: Die Börse blickt generell nach vorne. Die Markteilnehmer haben sich bereits darauf eingestellt, dass die Zinsen im Jahr 2024 tendenziell fallen werden. Niedrigere Zinsen stimulieren die Wirtschaft, und dies kommt den Unternehmen und damit auch den Aktienkursen zugute.

Währungen: Aufgrund der Hoffnung auf niedrigere Zinsen im Dollarraum konnte der Euro gegenüber dem Dollar im vierten Quartal Boden gut machen. Der Markt geht anscheinend davon aus, dass die US-Notenbank (Fed) schneller die Zinsen senken wird als bislang erwartet. Der Euro  schloss das Jahr über 1,10 Dollar. Auf den Schweizer Franken bezogen bekommt man inzwischen für einen Euro nur noch 0,93 Franken. Der Franken ist weiter als sicherer Hafen gesucht.

Rohstoffpreise: Die Aussichten auf niedrigere Zinsen und die damit verbundene Belebung der Wirtschaft kommt auch den Rohstoffpreisen zugute. Besteht die Aussicht auf geldpolitische Maßnahmen, welche die Wirtschaft unterstützen, hilft das tendenziell den Rohstoffpreisen. Derzeit lasten jedoch die ungeklärten Konjunkturaussichten für 2024 auf den Rohstoffpreisen. Zudem drückt das schwache Momentum von Chinas Wirtschaft.

Kryptowährungen: Kryptowährungen wie der Bitcoin sollten von Zinssenkungen ebenfalls profitieren. Der Bitcoin hat sich seit Mitte Oktober um über 50 Prozent verteuert. Ein wichtiger Grund: Je niedriger die Zinsen, desto größer ist der Risikoappetit der Investoren, da sichere Anlagen wie Staatsanleihen ebenfalls niedrigere Kupons aufweisen. Auch die Aussicht auf eine stärkere Ausweitung der Geldmenge im Dollar und im Euro stützt den Bitcoin-Kurs. Des Weiteren wird auf die Zulassung eines Bitcoin ETFs in den USA spekuliert.

Was bedeutet diese Ausgangslage nun für Anlegerinnen und Anleger? Der Aufwärtstrend an den Börsen lief zuletzt mit hohem Tempo. Das dürfte nicht langfristig anhalten. Doch grundsätzlich stimmt die eingeschlagene Richtung, so dass nach einer Phase der Konsolidierung eine Fortsetzung des Aufwärtstrends möglich wird. Die Frankenstärke dürfte anhalten. Über die relative Entwicklung von Dollar und Euro werden die Notenbanken mit ihrem Zinsausblick entscheiden. Für die zweite Jahreshälfte bestehen berechtige Hoffnungen, dass die Notenbanken ihre Geldpolitik lockern werden, nur die Geschwindigkeit ist noch offen. Daraus sind weitere Impulse für Aktien und Anleihen zu erwarten. Die Chancen auf eine sanfte Landung der Konjunktur sind gestiegen. Eine Wirtschaftskrise zeichnet sich nicht ab.

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US-Konsum wächst leicht: Die Aktionstage "Black Friday" und "Cyber Monday" konnten im November den Konsum in den USA leicht ankurbeln. Die Ausgaben der Verbraucher stiegen um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Allerdings hatten Volkswirte mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Hingegen überraschte die nordamerikanische Industrie im November mit einem starken Auftragsplus. Gefragt waren vor allem langlebige Güter wie Flugzeuge und Maschinen. Deren Bestellungen nahmen gegenüber dem Vormonat um 5,4 Prozent zu. Das lag deutlich über den erwarteten 2,2 Prozent.

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