Geldanlagen

ETFs: Die Produktkosten sinken, aber die Auswahl wird wichtiger

Der Konkurrenzkampf zwischen Anbietern lässt die Kosten von ETFs immer weiter purzeln. Doch die Entwicklung hat auch eine negative Seite für Anleger. 

Andreas Limoser
Anlageexperte
Publiziert am
08. November 2023

So günstig lässt sich inzwischen in börsengehandelte Indexfonds (ETFs) investieren: Seit ein paar Tagen können Anlegerinnen und Anleger breit in den amerikanische Aktienindex S&P-500-Index investieren und zahlen dafür nur 0,03 Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Wer also 10.000 Euro investiert, zahlt pro Jahr lediglich 3 Euro Gebühren.

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Das extrem günstige Angebot ist eine Folge des harten Konkurrenzkampfes zwischen den Anbietern. Zum Vergleich dazu: Anleger, die auf einen aktiv verwalteten Aktienfonds setzen, müssen mit 1,5 Prozent oder sogar 2 Prozent Kosten pro Jahr rechnen. Hinzu kommen oft noch Ausgabeaufschläge von bis zu 5 Prozent. Solche Aufschläge gibt es bei ETFs nicht.

Bandbreite bei der TER ist hoch

Für solche Kostenvergleiche wird üblicherweise die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, kurz TER) herbeigezogen. Sie umfasst neben den Verwaltungsgebühren unter anderem auch die Kosten für Werbung und Vertrieb des Produkts sowie die Kosten für Revision des Fonds. 

Der zunehmende Konkurrenzkampf unter den ETF-Anbietern hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die TER bei vielen ETFs stark gesunken ist. Allerdings ist die Bandbreite der TER relativ hoch. So sind einige ETFs in der Anlageklasse Aktien Deutschland bereits für unter 0,10 Prozent Gebühren pro Jahr erhältlich. Andere Anbieter verlangen dagegen bis zu 0,70 Prozent pro Jahr für ETFs, die im Prinzip identisch sind, weil sie den selben Index abbilden. Es lohnt sich also, die Kosten zu vergleichen.

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Darüber hinaus hängt die Höhe der TER auch von der Anlageklasse ab. ETFs auf Aktienindizes sind in der Regel etwas teurer als ETFs auf Anleihenindizes. 
 

Auswahl der Produkte wird immer schwieriger

Die immer größere Auswahl an ETFs und der damit einhergehende Preiskampf der Anbieter haben aber auch eine Schattenseite: Für Anleger wird es immer schwerer, die besten Produkte auszuwählen.

Wichtig zu wissen ist zum Beispiel, dass in der TER nicht alle Kosten enthalten sind, die dem Anleger verrechnet werden. Ausgeklammert sind beispielsweise mögliche Quellensteuern auf Dividendenerträge und Transaktionskosten innerhalb eines ETF. 

Auch sollten bei der Auswahl Qualitätskriterien berücksichtigt werden. Zu diesen zählen die Handelbarkeit wie die Liquidität an der Börse und Handelsspanne (Spread) zwischen Kauf und Verkauf, aber auch die Abbildungssystematik: replizierend oder synthetisch sowie der sogenannte Tracking Error, wie stark der ETF es tatsächlich schafft, den Index abzubilden.

Professionelle Unterstützung suchen

Bei der Auswahl eines ETF sollten neben den Gebühren noch weitere Kriterien miteinbezogen werden. Dies kann ganz andere Ergebnisse bringen und die Renditen erhöhen. Es lohnt sich also, vor dem Kauf von ETFs genau hinzuschauen und zu vergleichen. Das Produkt mit der günstigsten TER ist am Ende möglicherweise nicht das insgesamt günstigste.

Diese verschiedenen Kriterien sollte man als Anleger regelmäßig überwachen und auf professionelle Unterstützung zurückgreifen. Sinnvoll ist es daher, sich für die ETF-Auswahl an einen unabhängigen Experten zu wenden. Ein seriöser Vermögensverwalter wird dabei immer auch der individuellen Bedürfnisse des Anlegers Rechnung tragen.

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