Ruhestand

Ohne finanzielle Sorgen früher in den Ruhestand: So klappt‘s

Nicht jeder möchte bis 67 arbeiten. Zwar ist ein Ausstieg mit 63 Jahren oder früher möglich – allerdings um den Preis hoher Abschläge. Mit einer guten Planung können Sie Ihren Vorruhestand dennoch genießen, ohne den Gürtel enger zu schnallen.

Christian Lange
Vorstand
Publiziert am
05. Februar 2024

Geht es nach dem Gesetz können 1964 oder später geborene Beschäftigte erst mit 67 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Zwar ist unter bestimmten Voraussetzungen auch schon ein Ausstieg mit 63 möglich. Dann muss man aber hohe Abschläge hinnehmen. Das muss man sich leisten können. Denn zum einen fällt das Arbeitseinkommen mehrerer Jahre weg.

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Früher in Rente gehen: Das sollten Sie wissen

Erfahren Sie, worauf Sie bei der Vorbereitung Ihres vorzeitigen Ruhestands achten müssen.

Zum anderen sind die Rentenzahlungen dann niedriger: Für jeden Monat, den man die Rente vorzeitig in Anspruch nimmt, werden 0,3 Prozentpunkte abgezogen. Wer regulär erst mit 67 in Rente gehen würde, aber schon mit 63 den Vorbezug in Anspruch nimmt, muss jeden Monat einen Rentenabschlag von 14,4 Prozent hinnehmen – bis zum Lebensende.

Zudem zahlt er vier Jahre lang weniger in die Rentenkasse ein. Das schmälert die Rente zusätzlich.

Bei der Frührente mit der Inflation rechnen

Der vorgezogene Ruhestand verursacht hohe Gesamtkosten (siehe Tabelle). Im Beispiel summieren sich die Kosten bei 4 Jahren auf fast 236.000 Euro. Dennoch kann die Frührente mit 63 gelingen – ohne finanzielle Abstriche im Alter. Voraussetzung ist eine frühzeitige Planung. Die Lebenserwartung spielt dabei eine wichtige Rolle: Je länger man lebt, desto mehr Kapital benötigt man im Ruhestand.

Wer früher in Rente gehen will, sollte sich einen Überblick über sein Vermögen verschaffen, das ihm im Ruhestand voraussichtlich zur Verfügung steht.

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Inflation: So schützen Sie Ihr Vermögen

Ist die Inflationsrate höher als der Zins, können Sparer und Anleger nur schwer Vermögen aufbauen.

Vor 67 in Rente gehen

Es gilt zu prüfen, ob Wertpapiere und andere Vermögenswerte vorhanden sind. Dann gilt es zu kalkulieren, welche Erträge erzielbar sind und zu berechnen, wie viel fehlt, um die Einkommenslücke bis zur Regelaltersgrenze von 67 zu schließen.

Tipp: Kalkulieren Sie die Inflation mit ein. Denn nur dann kommen Sie auf realistische Zahlen. Rechnen Sie mit mindestens zwei Prozent jährlicher Preissteigerung.

Vor 63 in Rente gehen

Wer noch früher in den Ruhestand gehen will, braucht noch mehr Rücklagen. Ist der Ruhestand mit 61 Jahren geplant, gilt es zwei weitere Jahre zu überbrücken, in denen man ganz ohne gesetzliche Rente auskommen muss. Dafür brauchen Sie zusätzliches Kapital.

Wer beispielsweise monatlich 5.000 Euro entnehmen möchte, benötigt dafür bei einer Verzinsung von 5 Prozent ein zusätzliches Vermögen von 114.000 Euro. Nach zwei Jahren, also mit 63, ist dieses Kapital dann vollständig aufgezehrt.

Tipp: Sparen Sie eine feste monatliche Summe. Je früher Sie beginnen, Vermögen aufzubauen, umso leichter wird es Ihnen fallen, Ihr Ziel zu erreichen. Hierfür empfiehlt es sich, kostengünstig mit ETFs zu sparen.

Neben dem Kapitalaufbau gibt es noch andere Wege, frühzeitig aus dem Erwerbsleben auszuscheiden, ohne finanzielle Abstriche machen zu müssen. Hier ein Überblick:

Der Arbeitgeber bietet eine Abfindung an

Ist die Summe attraktiv, kann man bei einem solchen Angebot womöglich sofort in den Ruhestand gehen. Die Abfindung kann zum Beispiel genutzt werden, um die Einnahmelücke bis zum Eintritt in den Ruhestand zu überbrücken. Achten Sie auf einen günstigen Auszahlungszeitpunkt der Abfindung.

Eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung wird fällig

Der Erlös kann genutzt werden, um die Einnahmelücke bis zum Ruhestand zu überbrücken. Wenn Sie das von der Lebensversicherung ausbezahlte Kapital nicht benötigen, um eine Einnahmelücke zu überbrücken, können Sie das Geld auch in ETFs investieren und so Ihren Kapitalstock erhöhen.

Altersteilzeit wählen

Ermöglicht der Arbeitgeber Altersteilzeit, kann das eine echte Alternative zum Vorbezug der Altersrente sein. Denn die Altersteilzeit lässt sich so ausgestalten, dass sie faktisch einem vorzeitigen Ruhestand gleichkommt: Zunächst arbeitet man in der aktiven Phase weiterhin Vollzeit. Nach der Hälfte der Altersteilzeit erfolgt der Übergang in die passive Phase, die gleichbedeutend mit dem Renteneintritt ist.

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Diese Lösung hat viele Vorteile: Man bezieht weiter Gehalt, ist über den Arbeitgeber krankenversichert und der Arbeitgeber zahlt weiterhin in die Rentenversicherungsbeiträge. Dadurch fällt die Rente deutlich höher aus als bei einem Vorbezug.

Rentenpunkte kaufen

Mit freiwilligen Beiträgen an die Deutsche Rentenversicherung kann man die Abschläge ausgleichen, die bei einem vorzeitigen Bezug der gesetzlichen Rente anfallen. Allerdings besteht das Risiko, dass gesetzliche Änderungen die Rente in Zukunft dann doch wieder schmälern. In der Regel lohnt sich der Kauf von Rentenpunkten nur, wenn man damit rechnet, sehr alt zu werden.

Weitere Informationen zur Frührente

Das Wichtigste über die Ruhestandsplanung beim VZ erfahren Sie auf dieser Website. Nutzen Sie den kostenfreien Altersvorsorge-Check und informieren Sie sich auf den kostenfreien Vorträgen und in den kostenfreien Webinaren. Im VZ-Leitfaden "Gut vorbereitet in den Ruhestand" ist alles Wichtige auf 64 Seiten zusammengefasst. 

Lassen Sie sich von Expertinnen und Experten aufzeigen, welche Wege sich für Sie ganz persönlich anbieten, um in den vorgezogenen Ruhestand zu gehen. Das VZ VermögensZentrum ist seit 30 Jahren auf Ruhestandsplanung spezialisiert. Profitieren Sie von dieser Expertise: Schreiben Sie an kontakt [at] vzde.com oder vereinbaren Sie ein unverbindliches und kostenfreies Erstgespräch in einer VZ-Niederlassung in Ihrer Nähe.

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