Geldanlagen

Kurzzeitiger Preisanstieg schreckt Notenbanker nicht

Obwohl die Inflation wieder gestiegen ist, dürften die Leitzinsen demnächst gesenkt werden. Das hat mit dem Verhältnis von Konsumenten- und Produzentenpreisen zu tun.

Michael Ausfelder
Marktstratege
Publiziert am
17. Januar 2024

US-Notenbank bleibt mit der Zinspolitik auf Kurs

Es mag wenig überraschen, dass auch in den USA die Jahresteuerung für Konsumentenpreise im Dezember von 3,1 auf 3,4 Prozent angestiegen ist, nachdem dieser Wert in den vergangenen Monaten konstant gesunken ist. Bereits zuvor hatte die Inflation auch in der Eurozone und in Deutschland angezogen. Für den temporären Anstieg waren hauptsächlich höhere Energiepreise verantwortlich. In den USA kamen zusätzlich gestiegene Preise für Gebrauchtwagen und Flugtickets hinzu. 

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Die gute Nachricht ist aber, dass sich für die US-Notenbank (Fed) damit kaum etwas in Bezug auf die Geldpolitik verändert hat. Viel wichtiger ist die Erkenntnis, dass die Teuerungsentwicklung an Breite eingebüßt hat. Somit dürfte die Fed mit ihrer Zinspolitik auf Kurs bleiben und im Laufe des Jahres die ersten Zinssenkungen vornehmen können. Dies wird auch von der Entwicklung der Produzentenpreise gestützt. 

Hierbei werden die Preise für Waren und Dienstleistungen gemessen, die von den Unternehmen im Inland hergestellt bzw. erbracht werden. Zuletzt waren diese von 0,8 auf 1,0 Prozent angestiegen (siehe Grafik).

Analysten hatten allerdings einen deutlich höheren Zuwachs erwartet. Auch hier gibt es eine positive Entwicklung: Die Kernrate der Produzentenpreise hat sich noch stärker abgeschwächt als bei den Konsumentenpreisen. In Abhängigkeit der Geldpolitik sind auch die Prognosen der Weltbank zum globalen Wirtschaftswachstum (Bruttoinlandsprodukt, BIP) zu sehen. Für das abgelaufene Jahr 2023 ist die Schätzung des BIP weltweit von 2,1 auf 2,6 Prozent angehoben worden.

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Dies ist hauptsächlich auf die USA zurückzuführen, wo die Wirtschaft stärker expandierte als erwartet. Für die kommenden Jahre fallen die Prognosen etwas niedriger aus. Für 2024 wird neu mit einem BIP-Wachstum von 2,4 anstelle von 2,6 Prozent gerechnet. Der Hauptgrund dafür sind die Auswirkungen der geldpolitischen Straffung der großen Notenbanken. 2025 dürfte das Wachstum mit 2,7 nur minimal höher ausfallen, da der USA und der Eurozone nur eine zögerliche wirtschaftliche Erholung zugetraut wird. Vor einem halben Jahr hatte die Weltbank noch mit einem etwas schnelleren Aufschwung gerechnet. Doch selbst bei diesem etwas weniger zuversichtlichen Szenario ist der Ausblick als relativ gut einzustufen: Das Wirtschaftswachstum dürfte damit zwar unterdurchschnittlich bleiben, eine Wirtschaftskrise zeichnet sich hingegen nicht ab.

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