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Geldanlagen
In Krisenzeiten gilt der US-Dollar meist als sicherer Hafen. Das zeigt sich aktuell wieder. Von der jüngsten Dollar-Stärke profitiert auch der US-Aktienmarkt.
Tobias Wenz
Funktion Finanzanalyst
4. März 2026
Die USA und Israel haben am Samstag den Iran angegriffen und die oberste Führungsriege des Landes ausgeschaltet, dabei wurde auch Religionsführer Ali Chamenei getötet. Der Iran wehrt sich und schließt eine Kapitulation aus. Deshalb könnten die Kampfhandlungen noch länger andauern. Entsprechend reagierten die Märkte: In Deutschland und in Europa haben die Indizes von Montagmorgen bis Dienstagabend vier bis sechs Prozent nachgegeben. Seit Anfang des Jahres betrachtet notiert der DAX zwei Prozent im Minus.
Merkblatt
In den USA schlossen die Märkte am Montag dagegen zunächst sogar im Plus. Erst am Dienstag gaben die Kurse rund ein Prozent nach. Der S&P 500 steht aktuell nur ein Prozent niedriger als zu Beginn des Krieges. US-Aktien halten sich also wesentlich besser. In Euro gerechnet ist es sogar ein Plus von einem Prozent, da der US-Dollar seit dem Wochenende rund zwei Prozent zugelegt hat. Das zeigt, dass die US-Währung in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen gilt.
Eher überraschend gehörte Gold nicht zu den Gewinnern. Nach anfänglichen Zuwächsen gab Gold deutlich nach. Aktuell liegt der Preis rund drei Prozent unter dem Niveau vor Kriegsbeginn. Das liegt vor allem am Erstarken des Dollars, der Handelswährung des Edelmetalls. Womöglich liegt es auch daran, dass die Anleger schon seit Längerem Gold halten, um für solche Ereignisse gewappnet zu sein.
Beim Öl beträgt das Plus seit Beginn der Krise rund 16 Prozent (siehe Grafik unten). Das aktuelle Niveau von rund 83 US-Dollar pro Fass ist nicht allzu besorgniserregend. Nach Russlands Angriff auf die Ukraine vor vier Jahren notierte der Ölpreis noch wesentlich höher, ohne dass die Weltwirtschaft im großen Stil Schaden genommen hätte. Auch von 2011 bis 2015 wurde Öl dauerhaft wesentlich teurer gehandelt. Sollte der Ölpreis über eine längere Zeit auf höherem Niveau verharren, würden Schwellen- und Entwicklungsländer wohl am meisten leiden. Die Industriestaaten haben dagegen ihre Öl-Abhängigkeit wesentlich stärker verringert. Sie ist nur etwa ein Drittel so hoch wie noch in den 1970er-Jahren. Europa würde somit nicht sonderlich stark von einem höheren Ölpreis getroffen werden.
Die Jahresteuerung in der Eurozone stieg im Februar von 1,7 auf 1,9 Prozent und übertraf damit die Erwartungen. Besonders die Preise für Dienstleistungen und Industriegüter zogen an. Die Kerninflation ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak stieg auf 2,4 Prozent, wobei Frankreich, Spanien und Italien deutliche Zuwächse verzeichneten. In Deutschland dagegen gab die Kerninflation leicht nach. Steigende Energiepreise aufgrund des Nahost-Konflikts könnten den Inflationsdruck weiter erhöhen.
Die Jahresteuerung verharrte im Februar bei 0,1 Prozent und fiel damit am oberen Ende der Erwartungen aus. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem Wert zwischen -0,1 und 0,1 Prozent gerechnet. Teurer wurden vor allem Mieten und Flugreisen, günstigere Preise wurden bei Beeren sowie Frucht- und Gemüsesäften registriert.
Die US-Industrie wuchs im Februar moderat, der ISM-Einkaufsmanagerindex sank leicht auf 52,4 Punkte. Er übertraf jedoch die Erwartungen. Während Auftragslage und Produktion langsamer stiegen, signalisiert der Beschäftigungsindex weiterhin einen Stellenabbau. Besonders kritisch: Die Preiskomponente des ISM PMI, ein Index für von Herstellern gezahlte Einkaufspreise, stieg deutlich von 59,0 auf 70,5. Das heizt Inflationssorgen an und könnte einen restriktiveren Kurs der US-Notenbank untermauern.
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