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Geldanlagen
In den USA und der Eurozone bleiben die Leitzinsen vorerst unverändert. An den Finanzmärkten wächst jedoch die Erwartung, dass die Notenbanken die Zinsen erneut anheben könnte.
Dr. Christoph Sax
Funktion Chefökonom
5. August 2026
Die US-Notenbank Fed beließ vergangene Woche ihren Leitzins erneut unverändert. Fed-Chef Kevin Warsh betonte jedoch unmissverständlich, dass die Inflationsbekämpfung Priorität habe. Es gebe kein "Soft Inflation Target", sondern die klare Absicht, die Inflation längerfristig auf die von der Notenbank anvisierte Zwei-Prozent-Marke zu bringen. Drei Mitglieder des Offenmarktausschusses stimmten für eine Leitzinserhöhung. Immerhin hat in den USA die Teuerung zuletzt nachgegeben, weil der Ölpreis gesunken ist. Insofern war die Entscheidung keine Überraschung.
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Allerdings genügt dem Anleihemarkt Warshs Lippenbekenntnis nicht: Dieser will, dass die Fed entschlossener handelt. Das zeigt sich an den langfristigen Renditen, die nach der Zinsentscheidung weiter gestiegen sind (siehe Grafik unten). Diese ziehen an, weil die Inflationsaussichten unsicher sind. Investoren verlangen deshalb eine höhere Inflationsprämie. Als Folge davon notieren die Renditen von 30-jährigen US-Staatsanleihen auf dem höchsten Stand seit 19 Jahren.
Es dürfte für Warsh deshalb schwierig werden, US-Präsident Donald Trumps Wunsch nach Zinssenkungen nachzukommen. In den USA stehen die Zeichen zurzeit eher auf einer Leitzinserhöhung.
Eine Woche zuvor hatte bereits die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen unverändert gelassen. Der Einlagensatz verharrt damit bei 2,25 Prozent. Die Ausgangslage ist jedoch ähnlich wie bei der Fed: Die EZB lässt durchblicken, dass die unsichere geopolitische Lage den Preisdruck hochhalten könnte, sodass weitere Leitzinserhöhungen womöglich nötig werden. Am Geldmarkt rechnen die Investoren zurzeit mit zwei zusätzlichen Zinsschritten für die Eurozone.
US-Industrie überrascht positiv Die Industrieaktivität in den USA hat sich im Juli stärker als erwartet beschleunigt und das höchste Wachstumstempo seit mehr als vier Jahren erreicht. Der ISM-Einkaufsmanagerindex stieg von 53,3 auf 55,6 Punkte und übertraf damit die Analystenschätzungen von 54 Punkten.
Das Preisniveau in der Eurozone hat im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,9 Prozent zugelegt. Das entsprach in etwa den Erwartungen der Analysten. Gegenüber Juni (2,8 Prozent) ist dies eine geringe Zunahme.
Das deutsche Geschäftsklima verbesserte sich im Juli überraschend deutlich von 85,7 auf 86,6 Punkte. Vor allem die Erwartungen der Unternehmen hellten sich auf, nachdem das angekündigte Reformpaket der Bundesregierung neue Zuversicht geweckt hat.
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