Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für mich?

Private Altersvorsorge

Wie attraktiv das Altersvorsorgedepot ist, hängt vor allem davon ab, wie lange das Geld investiert bleibt. Die Beispiele im Text zeigen, welche Vermögensentwicklungen möglich sind. Und welche Rolle die staatlichen Zulagen dabei spielen.

Porträt von Herrn Thomas Wolff, Niederlassungsleiter in Berlin.

Funktion Experte für Altersvorsorge

Publiziert am

12. August 2026

Das geplante Altersvorsorgedepot soll die private Altersvorsorge auf eine neue Grundlage stellen, mit einer staatlichen Förderung. Langfristige Kapitalmarktanlagen stehen dabei im Mittelpunkt. Anleger können beispielsweise in ETFs investieren. Gleichzeitig tragen Anleger jedoch das volle Kapitalmarktrisiko. Langfristig haben breit gestreute Aktienanlagen in der Vergangenheit meist positive Renditen erzielt. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Die staatliche Förderung beträgt höchstens 540 Euro pro Jahr, plus möglicher Kinderzulagen. Außerdem gibt es auch Steuervorteile.

Das Altersvorsorgedepot im Überblick: Was Sie wissen sollten

Merkblatt

Das Merkblatt zeigt, wie das Altersvorsorgedepot (neu ab 2027) funktioniert und wie Sie davon profitieren können.

Symbol für Ratgeber oder Merkblatt – einzelne Seite mit Text
Zweiseitiges Merkblatt mit blauem Bleistift – Informationsmaterial vom VZ VermögensZentrum

Wie attraktiv das Modell ist, hängt vor allem davon ab, wie lange das Geld investiert bleibt. Die staatlichen Zulagen machen das Altersvorsorgedepot besonders interessant – vor allem für kinderreiche Familien und Alleinerziehende. Die folgenden Beispiele zeigen, welche Größenordnungen möglich wären.

Die Annahme ist jeweils ein Eigenbeitrag von 150 Euro pro Monat, 540 Euro Grundzulage pro Jahr (Höchstwert), eine Rendite von 6 Prozent pro Jahr und ein Renteneintritt mit 67 Jahren. Die Steuervorteile bleiben in den Beispielen unberücksichtigt, da sie stark vom Einzelfall abhängen und die Vergleichbarkeit der Beispiele erschweren würden.

Fall 1: 25-Jährige

Wer früh mit dem Sparen beginnt, hat beim Altersvorsorgedepot einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Dieses Beispiel zeigt, wie stark sich Förderung und Zinseszinseffekt über mehrere Jahrzehnte auswirken können.

Alter: 25 Jahre
Sparzeit: 42 Jahre bis 67
Eigene Einzahlungen: 75.600 Euro
Staatliche Zulagen: 22.880 Euro
Gesamte Einzahlungen: 98.480 Euro
Mögliches Depotvermögen mit 67: rund 408.434 Euro

Fazit: Die lange Laufzeit macht den Unterschied. Die Berufseinsteigerin profitiert besonders stark vom Zinseszinseffekt und der staatlichen Förderung. Sie erhält zusätzlich die einmalige Startförderung von 200 Euro. Bemerkenswert: Rund 23 Prozent der gesamten Einzahlungen stammen allein aus Zulagen. Anders gesagt: Fast jeder vierte Euro auf dem Altersvorsorgedepot kommt direkt vom Staat.

Fall 2: 35-Jähriger

Auch wer nicht direkt zum Berufsstart mit der Altersvorsorge beginnt, kann noch erheblich vom Kapitalmarkt profitieren. Bei einer Laufzeit von mehr als 30 Jahren bleibt ausreichend Zeit für den Vermögensaufbau.

Alter: 35 Jahre
Sparzeit: 32 Jahre
Eigene Einzahlungen: 57.600 Euro
Staatliche Zulagen: 17.280 Euro
Gesamte Einzahlungen: 74.880 Euro
Mögliches Depotvermögen mit 67: rund 209.935 Euro

Fazit: Auch mit Mitte 30 bleibt genügend Zeit, um von den Renditechancen des Kapitalmarkts zu profitieren.

Fall 3: 45-Jährige

Mit Mitte 40 rückt der Ruhestand bereits näher. Dennoch kann das Altersvorsorgedepot noch eine interessante Ergänzung für die private Altersvorsorge sein. Viele Sparer verdienen in dieser Lebensphase deutlich mehr als zu Beginn ihrer Karriere. Wer dem Spitzen- oder Höchststeuersatz unterliegt, profitiert daher besonders stark von den möglichen Steuervorteilen.

Alter: 45 Jahre
Sparzeit: 22 Jahre
Eigene Einzahlungen: 39.600 Euro
Staatliche Zulagen: 11.880 Euro
Gesamte Einzahlungen: 51.480 Euro
Mögliches Depotvermögen mit 67: rund 100.242 Euro

Fazit: Das Depot kann sich weiterhin lohnen, die kürzere Laufzeit reduziert aber die Wirkung des Zinseszinseffekts deutlich.

Fall 4: 55-Jähriger

Kurz vor dem Ruhestand ist die verbleibende Sparzeit deutlich begrenzt. Das Altersvorsorgedepot profitiert zwar weiterhin von der staatlichen Förderung, die Möglichkeiten für langfristiges Kapitalwachstum sind jedoch geringer. Die Berechnung unterstellt einen Bezug mit 67 Jahren. Tatsächlich kann das Altersvorsorgedepot zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr bezogen werden. Das bietet zusätzliche Flexibilität und kann das Altersvorsorgedepot auch in diesem Lebensabschnitt attraktiv machen.

Alter: 55 Jahre
Sparzeit: 12 Jahre
Eigene Einzahlungen: 21.600 Euro
Staatliche Zulagen: 6.480 Euro
Gesamte Einzahlungen: 28.080 Euro
Mögliches Depotvermögen mit 67: rund 38.991 Euro

Fazit: Die staatliche Förderung hilft, größere Renditesprünge sind wegen der kurzen Laufzeit aber weniger wahrscheinlich.

Fall 5: 40-jähriger Familienvater mit zwei Kindern

Familien können besonders stark von den staatlichen Zulagen profitieren. In diesem Beispiel zahlt der Familienvater in ein Altersvorsorgedepot ein und erhält zusätzlich Kinderzulagen für seine beiden Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren (jeweils 25 Euro pro Monat). Dadurch fällt die Förderung deutlich höher aus als bei Alleinstehenden.

Alter: 40 Jahre
Sparzeit: 27 Jahre
Kinderzulage: 300 Euro pro Kind und Jahr
Kind 1 (10 Jahre): Zulage noch 15 Jahre
Kind 2 (8 Jahre): Zulage noch 17 Jahre

Depot 1 (Elternteil mit Kinderzulage, 40 Jahre)

Eigene Einzahlungen: 48.600 Euro
Staatliche Zulagen: 24.180 Euro (davon Grundzulagen: 14.580 Euro und Kinderzulagen: 9.600 Euro)
Gesamte Einzahlungen: 72.780 Euro
Mögliches Depotvermögen mit 67: rund 174.710 Euro

Depot 2 (Elternteil ohne Kinderzulage, 40 Jahre)

Eigene Einzahlungen: 48.600 Euro
Staatliche Zulagen: 14.580 Euro
Gesamte Einzahlungen: 63.180 Euro
Mögliches Depotvermögen mit 67: rund 147.155 Euro

Depots zusammen

Eigene Einzahlungen: 97.200 Euro
Staatliche Zulagen: 38.760 Euro
Mögliches Depotvermögen mit 67: rund 321.865 Euro

Fazit: Familien profitieren besonders von den Kinderzulagen. Allerdings fallen diese nur solange an, wie ein Kind Anspruch auf Kindergeld hat. Dennoch kann die Förderung den Vermögensaufbau deutlich beschleunigen.

Was die Beispiele zeigen

Je jünger die Sparer sind, desto stärker wirken Rendite und Zinseszins (siehe Tabelle unten). Während die 25-Jährige aus insgesamt rund 98.000 Euro Einzahlungen ein Vermögen von über 400.000 Euro aufbauen könnte, erreicht der 55-Jährige trotz identischer Sparrate nur rund 39.000 Euro. Für Familien: Die Kombination aus langer Restlaufzeit, Kinderzulagen und höherem Sparvolumen wirkt sich deutlich auf den Vermögensaufbau aus.

Tipp: Vergleichen Sie Kosten, Angebote und Auszahlungsbedingungen verschiedener Anbieter. Schon geringe Gebührenunterschiede können die Rendite spürbar beeinflussen. Wer kurz vor dem Ruhestand steht, sollte Chancen und Risiken besonders sorgfältig abwägen.

Weitere Informationen

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