Altersvorsorgedepot: Was mache ich mit meinem Riester-Vertrag?

Private Altersvorsorge

Die Riester-Rente wird Anfang 2027 vom Altersvorsorgedepot abgelöst. Für all diejenigen, die einen Riester-Vertrag haben, stellt sich damit die Frage, was sie nun am besten damit machen sollten.

Porträt von Herrn Thomas Wolff, Niederlassungsleiter in Berlin.

Funktion Experte für Altersvorsorge

Aktualisiert am

1. Oktober 2026

Das Altersvorsorgedepot – da sind sich die meisten Experten einig – ist der Riester-Rente überlegen. Denn die Beitragsgarantie fällt weg. Dadurch kann der Wert des angesparten Kapitals zwar deutlich stärker schwanken, auch Verluste sind nicht auszuschließen. Es ist aber auch eine wesentlich höhere Rendite möglich. Auch sind die Kosten beim Altersvorsorgedepot deutlich niedriger. Zudem sind die staatlichen Zulagen höher und die Steuervorteile interessanter. 

Allen, die riestern, bieten sich nun verschiedene Handelsoptionen: 

Den Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot überführen 

Sinnvoll ist es in vielen Fällen, den bestehenden Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot zu überführen. Dadurch ergeben sich höhere Renditechancen, weil die Beitragsgarantie wegfällt. Diese hat dazu geführt, dass die Rendite bei vielen Riester-Verträgen sehr gering ausfällt. Beim Altersvorsorgedepot muss man allerdings bereit sein, auch höhere Risiken in Kauf zu nehmen (siehe oben). Zudem bietet das Altersvorsorgedepot die Chance auf flexiblere Auszahlungsformen als bei der klassischen lebenslangen Riester-Rente.

Das Altersvorsorgedepot im Überblick: Was Sie wissen sollten

Merkblatt

Das Altersvorsorgedepot soll ab 2027 neue Möglichkeiten für die private Altersvorsorge schaffen. Erfahren Sie, für wen sich das Modell lohnt.

Symbol für Ratgeber oder Merkblatt – einzelne Seite mit Text
Zweiseitiges Merkblatt mit blauem Bleistift – Informationsmaterial vom VZ VermögensZentrum

So kann beim Altersvorsorgedepot bei Rentenbeginn auf Wunsch bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals sofort ausgezahlt werden. Auch ist das Kapital dann möglicherweise leichter vererbbar. Die Zulagen gehen in der Regel nicht verloren, da es sich nicht um eine Kündigung, sondern um einen Übertrag handelt. Bevor man handelt, sollte man sich aber vergewissern, dass dies auch so zutrifft. Denn die endgültigen Bedingungen stehen Stand Ende Juli 2027 noch nicht fest.

Folgende Rechnung zeigt anhand des Beispiels eines 55-Jährigen mit 2 Kindern, der bereits 20.000 Euro Riester-Guthaben erwirtschaftet hat, dass der Wechsel in das Altersvorsorgedepot gegenüber einem Verbleib in der Riester-Rente enorme finanzielle Vorteile bringen kann:

Den Riester-Vertrag beitragsfrei stellen und zusätzlich ein Altersvorsorgedepot eröffnen 

Alternativ kann es auch interessant sein, den Riester-Vertrag weiterlaufen zu lassen, aber beitragsfrei zu stellen. Parallel eröffnet man ein Altersvorsorgedepot und überweist die Sparraten ab sofort dorthin. Dadurch bleibt der Riester-Vertrag unangetastet und es drohen keine Rückzahlungen von Zulagen und Steuervorteilen. 

Den Riester-Vertrag unverändert weiterführen und kein Altersvorsorgedepot eröffnen 

Den Riester-Vertrag weiterzuführen und auf das AV-Depot zu verzichten, kann eine bequeme und sinnvolle Lösung für ältere Sparer sein, die in absehbarer Zeit Rente gehen und sich nicht mehr mit dem AV-Depot beschäftigen möchten. Man verzichtet dann zwar auf die Chance auf höhere Renditen bis zum Renteneintritt. Da es sich aber nur um eine kurze Zeitspanne handelt, dürfte das nicht besonders ins Gewicht fallen. 

Altersvorsorgedepot: Mit welchen Zulagen kann ich rechnen?

Rechner

Berechnen Sie mit wenigen Klicks, wie viel staatliche Förderung Sie erhalten und wie Ihre Rente aussieht.

Den Riester-Vertrag beitragsfrei stellen und kein Altersvorsorgedepot eröffnen 

Den Riester-Vertrag beitragsfrei zu stellen und trotzdem auf das AV-Depot zu verzichten, bietet sich dann an, wenn man sich die Beiträge nicht mehr leisten kann oder möchte. Dadurch entsteht zwar kein neues Guthaben und man bekommt auch keine Zulagen mehr, immerhin gehen die bereits erhaltenen Zulagen und Steuervorteile aber nicht verloren. 

Den Riester-Vertrag kündigen und auszahlen lassen 

Eine Kündigung des Riester-Vertrages ist nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Denn sie kann dazu führen, dass man staatliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen muss. Am Ende kann es passieren, dass man dadurch trotz jahrzehntelangem Sparen weniger rausbekommt als man im Lauf der Jahre eingezahlt hat. Die Kündigung lohnt sich deshalb in der Regel allenfalls für jemanden, der den Vertrag noch nicht lange laufen hat und noch jahrzehntelang Zeit hat, in das AV-Depot einzuzahlen.

Grundsätzlich sollten folgende Komponenten bei der Entscheidung eine Rolle spielen:

  • Höhe des Riester-Guthabens: Ab wann sollte ich was machen? 
  • Kosten des bestehenden Vertrages: Was ist gut und was nicht? 
  • Geplanter Rentenbeginn 
  • Höhe der bereits erhaltenen Zulagen
  • Gewünschte Auszahlungsform 
  • Risikobereitschaft 

Mehr erfahren zum Altersvorsorgedepot

In weiteren Artikeln erfahren Sie, welche Modelle es beim Altersvorsorgedepot gibt, für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt und wie sich das Altersvorsorgedepot zum Steuern sparen eignet.

Weitere Informationen 

Das Altersvorsorgedepot startet 2027. Informieren Sie sich schon jetzt über das Altersvorsorgedepot und bleiben Sie auf dem Laufenden: Registrieren Sie sich hier und erhalten Sie per E-Mail regelmäßige Updates zum Altersvorsorgedepot.