Geldanlagen

Anleger werden bei Nvidia & Co zunehmend nervös

Technologieaktien sind zuletzt aus Sorge vor überhöhten Bewertungen unter Druck geraten. Doch Vergleiche mit der Dotcom-Blase sind nicht angebracht.

Publiziert am

10. Juni 2026

Der Technologiesektor geriet vergangene Woche unter Druck. Auslöser waren Diskussionen über die hohen Bewertungen im KI-Bereich sowie die geplanten Börsengänge prominenter Unternehmen.

Der Nasdaq 100 verlor am Freitag rund 4,7 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Tagesrückgang seit September 2022 (siehe Grafik unten). Erst wenige Tage zuvor hatte er noch ein neues Rekordhoch markiert. Besonders die Diskussionen rund um den Börsengang von SpaceX sorgten für Verunsicherung und weckten Erinnerungen an frühere Bewertungsblasen im Technologiesektor. Trotz dieser Korrektur liegt der Index seit Jahresbeginn weiterhin deutlich im Plus.

Warum der Vergleich mit der Dotcom-Blase nur bedingt greift

Anders als Ende der 1990er-Jahre werden die steigenden Aktienkurse heute größtenteils von realen Gewinnen begleitet. Die großen Technologiekonzerne wachsen weiterhin stark, insbesondere durch Investitionen in künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastruktur und Software. Dadurch haben sich die Bewertungen in den vergangenen fünf Jahren weitestgehend konstant gehalten.

Dies ist ein deutlicher Unterschied zur Dotcom-Blase. Damals öffnete sich die Schere zwischen Aktienkursen und Gewinnentwicklung immer weiter, da die meisten Unternehmen nicht profitabel waren und häufig sogar hohe Verluste schrieben. Auch wenn dieser Umstand bei einzelnen Unternehmen, insbesondere bei den anstehenden Börsengängen zu beobachten ist, ergibt sich heute ein anderes Gesamtbild.

Dennoch lohnt sich ein genauer Blick auf die Gewinnentwicklung. Neben dem operativen Geschäft tragen zunehmend auch buchhalterische Bewertungszuschreibungen auf Beteiligungen zum Gewinnwachstum bei. Dies kann die Ergebnisse zusätzlich stützen, macht Unternehmen jedoch zugleich anfälliger für Bewertungsschwankungen.

Insgesamt bleibt das Fundament des Sektors jedoch solide. Der Großteil des Gewinnwachstums stammt weiterhin aus dem operativen Kerngeschäft. Die Bewertungen bewegen sich zwar auf einem hohem, erscheinen derzeit jedoch nicht auf einem überhöhten Niveau.

Die jüngste Korrektur erinnert daran, dass auch starke Trends nicht geradlinig verlaufen. Solange die Gewinnentwicklung der Unternehmen intakt bleibt, könnten Rücksetzer für langfristig orientierte Anleger interessante Gelegenheiten bieten – natürlich stets unter Berücksichtigung des individuellen Gesamtportfolios.

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