Expertentipps
Erfolgreich Geld anlegen, Steuern reduzieren und die Altersvorsorge optimieren: Lesen Sie unsere Tipps
Geldanlagen
Trotz steigender Inflationsraten halten sich die Fed und die EZB mit Zinserhöhungen noch zurück. Doch die geopolitische Entwicklung setzt die Notenbanken zunehmend unter Druck.
Dr. Christoph Sax
Funktion Chefökonom
6. Mai 2026
In der vergangenen Woche haben sowohl die US-Notenbank (Fed) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen unverändert belassen. Sie verwiesen jedoch auf erhebliche Unsicherheiten in der Inflationsentwicklung.
Merkblatt
In der Eurozone kletterte die Inflationsrate im April wie erwartet von 2,6 Prozent auf 3,0 Prozent. Bemerkenswert ist dabei die Differenz zur Kernteuerung: Diese sank leicht von 2,3 Prozent auf 2,2 Prozent, was darauf hindeutet, dass der Preisdruck außerhalb des volatilen Energie- und Nahrungsmittelsektors bislang nicht hoch ist.
Dennoch schließt die EZB künftige Leitzinserhöhungen nicht kategorisch aus. Marktteilnehmer spekulieren bereits auf bis zu drei Erhöhungen bis zum Jahresende (siehe Grafik unten). Ob es dazu kommt, dürfte auch durch die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten bestimmt werden. Ein länger andauernder Konflikt treibt die Öl- und Gaspreise, was zeitverzögert auf Kerngüter durchschlagen dürfte.
Während die kurzfristigen Inflationserwartungen deswegen erheblich gestiegen sind, bleiben die längerfristigen Erwartungen relativ stabil. Ob Leitzinserhöhungen wirklich nötig werden, ist noch nicht sicher. Es hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Lage an den internationalen Öl- und Gasmärkten entspannt. Das größte Risiko für die internationale Geldpolitik bleibt die andauernde Blockade der Straße von Hormus.
Um Verhandlungen mit dem Iran zu ermöglichen, setzt US-Präsident Donald Trump den Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus bereits wieder aus – obwohl er erst am Montag gestartet ist. Während damit eine kurzfristige Deeskalation signalisiert wird, bleibt die US-Blockade des Schiffsverkehrs mit dem Iran bestehen, während Teheran parallel ein eigenes Genehmigungsverfahren für die Durchfahrt vorantreibt.
Die US‑Wirtschaft ist im ersten Quartal auf das Gesamtjahr hochgerechnet um 2 Prozent gewachsen. Damit blieb die Entwicklung leicht hinter den Erwartungen der Ökonomen zurück, die mit einem Plus von 2,3 Prozent gerechnet hatten. Im Vergleich zum Schlussquartal 2025 fällt das Wachstum jedoch stärker aus: Damals hatte die Wirtschaft lediglich um 0,5 Prozent zugelegt, unter anderem belastet durch den Haushaltsstreit.
US‑Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zölle auf Autos aus der EU noch in dieser Woche von 15 auf 25 Prozent anzuheben. Zur Begründung verweist er auf die angebliche Verletzung eines Handelsabkommens. Dieses war im vergangenen Sommer zwischen ihm und EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vereinbart worden. Sie sah eine Obergrenze von 15 Prozent für die meisten EU‑Exporte in die USA vor – auch für Automobile. Die EU weist die Vorwürfe entschieden zurück und warnt vor möglichen Gegenmaßnahmen.
Nutzen Sie den kostenfreien Depot-Check. Wenn Sie Ihr Vermögen von Profis verwalten lassen möchten, finden Sie beim VZ VermögensZentrum das passende Vermögensverwaltungsmandat.
Haben Sie Fragen? Schreiben Sie an kontakt [at] vzde.com oder sprechen Sie mit den Anlageexpertinnen und -experten: Reservieren Sie Ihr kostenfreies und unverbindliches Beratungsgespräch in einem VZ VermögensZentrum in Ihrer Nähe.
Studie
Merkblatt
Möchten Sie mehr aus Ihrem Vermögen machen? Im kostenfreien Merkblatt erfahren Sie, worauf Sie bei Geldanlagen achten sollten und wie Sie die häufigsten Fehler vermeiden können.