Geldanlagen

Warum Künstliche Intelligenz an der Börse so gehypt wird

Die Künstliche Intelligenz hat als Anlagethema auch die Börsen in ihren Bann gezogen. Das Potenzial scheint riesig zu sein. Doch die Euphorie wird auch durch eine Menge Vorschusslorbeeren getragen. 

Michael Ausfelder
Marktstratege
Publiziert am
22. November 2023

So schafft KI neue Wachstumsmöglichkeiten

Noch vor nicht so langer Zeit kamen Befürchtungen auf, dass die Zeit der ganz großen Errungenschaften vorbei sein könnte. Diese Sicht wurde vor allem von den Jahren nach der Finanzkrise 2008 bis 2010 geprägt, als eine Konjunkturdelle die Welt erschütterte. Dazu kommt, dass die Menschheit am Anfang einer Innovationswelle den Umfang und die Dimension oftmals zuerst überschätzt und nach den ersten Misserfolgen dafür unterschätzt. Das zeigte sich beispielsweise auch beim Aufkommen des Internets zur Jahrtausendwende. 

Merkblatt

So finden Sie die richtige Anlagestrategie

Die individuelle Anlagestrategie ist entscheidend für den Anlageerfolg. Das Merkblatt zeigt, wie Sie diese definieren.

Doch nun zeichnet sich ab, dass wir dank der Künstlichen Intelligenz (KI) eine neue Welle der Innovation erreicht haben. Viel ist darüber schon geschrieben worden – ohne zu wissen, was KI heute, in fünf oder in zehn Jahren tatsächlich leisten kann. Prognosen gehen davon aus, dass die Nachfrage nach KI-Dienstleistungen in den nächsten zehn Jahren massiv zunehmen wird. 

Die Marktgröße wird sich verfünffachen – von rund 500 Milliarden Dollar auf über 2,5 Billionen Dollar. 

Diese Entwicklung zeigt das Potenzial auf, das KI auch für Unternehmen hat. So ist die Künstliche Intelligenz gerade für die Chip-Hersteller wie Nvidia ein rasant wachsender Markt. Sie können derzeit kaum mithalten mit der großen Nachfrage nach Hochleistungs-Chips. Beim Beispiel von Nvidia erwarten Analysten, dass sich der Erlös im kommenden Jahr verdoppelt und der Gewinn gar verdreifacht. 

Das ist aber nur die eine Seite der Geschichte. Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl an Branchen, die sich dank KI-Anwendungen hohe Effizienzgewinne und die Erschließung neuer Geschäftsfelder erhoffen. Einige Anwendungsbeispiele sind das autonome Autofahren, das Programmieren und Codieren, die Beurteilung von rechtlichen Fragestellungen, die Verarbeitung von großen Datenmengen und generell das Automatisieren von einfachen, aber aufwändigen Tätigkeiten. 

Die Effizienzgewinne helfen bei der Verbesserung der Profitabilität und Steigerung des Gewinns, die Entwicklungsfortschritte erschließen neue Absatzmärkte und bringen Umsatzwachstum. Solche Szenarien bilden wiederum die Grundlage für langfristig steigende Aktienkurse an den Märkten.

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US-Notenbank deutet vorsichtigen Kurs an

Nach einer Serie von Zinserhöhungen ist die US-Notenbank Fed offenbar auf Vorsicht bedacht. Das geht aus dem jüngsten Protokolle zur Zinssitzung von Anfang November hervor. So hat die Fed bereits zweimal in Folge die Zinsen nicht mehr angetastet. Zwar signalisiert Fed-Chef Jerome Powell, dass die Teuerung von aktuell 3,2 Prozent noch immer inakzeptabel hoch und weit über dem Zielwert von 2 Prozent ist. Dennoch deutete Powell an, dass die Fed bis auf Weiteres zurückhaltender agieren wird. An den Terminmärkten wird damit gerechnet, dass es zu keiner weiteren Zinserhöhung mehr kommt. Eine Lockerung der Geldpolitik wird bereits für Juni 2024 erwartet.

Deutsche Produzentenpreise geben nach

Die deutschen Produzentenpreise sind im Oktober den vierten Monat in Folge kräftig gefallen. Die Produzenten gewerblicher Produkte – von Butter bis Benzin – verlangten durchschnittlich elf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das ist eine gute Nachricht für Verbraucher, denn die Produzentenpreise lassen frühe Rückschlüsse auf die Entwicklung der Verbraucherpreise zu. Die Inflationsrate war im Oktober mit 3,8 Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. 

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