Geldanlagen

US-Konsumenten in Schnäppchenlaune

Black Friday und Cyber Monday lassen die Kassen im US-Einzelhandel klingeln. Das nährt die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft.

Tobias Wenz
Finanzanalyst
Publiziert am
29. November 2023

Die hohe Inflation in den USA der vergangenen Monate hatte befürchten lassen, dass dieses Jahr das für den Einzelhandel wichtige Weihnachtsgeschäft schwächeln könnte. 

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Bereits im Vorfeld hatte die Branche gewarnt, dass die US-Konsumenten bei ihren Einkäufen zurückhaltender und selektiver werden könnten. Doch nun zeigen erste Zahlen, dass die Vorsicht etwas voreilig war. Der Startschuss zum Weihnachtsgeschäft fällt traditionell mit dem Black Friday sowie dem Cyber Monday. Die Zahlen für den Black Friday zeigen, dass der Online-Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar gestiegen ist.

Das ist umso beachtlicher, da der Black-Friday-Onlineumsatz in den zwei vorangegangenen Jahren stagniert hatte (siehe Grafik). 

Auch der Cyber Monday fiel für die Branche positiv aus. Über die Online-Kanäle wurden Waren im Wert von 12,4 Milliarden Dollar gekauft – ein Plus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das gesamte Weihnachtsgeschäft rechnet die National Retail Federation mit einem Umsatzwachstum im Einzelhandel von 4 Prozent auf 967 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 50 Prozent über die vergangenen neun Jahre. 

Der für das laufende Jahr prognostizierte Zuwachs liegt zwar unter den Raten der boomenden Pandemiejahre 2020 und 2021, liegt aber auf dem Niveau der vorangegangenen Jahre. Das Umsatzwachstum war zudem breit abgestützt: Über 200 Millionen Amerikaner shoppten über das Wochenende sowohl im Internet als auch in den Geschäften, erwartet wurden im Vorfeld lediglich 182 Millionen. Allerdings ging der Pro-Kopf-Umsatz leicht zurück: Im Vorjahr gaben die Konsumenten im Schnitt 325 Dollar für ihre Schnäppcheneinkäufe aus, dieses Jahr waren es noch 321 Dollar. 

In Deutschland rechnet der Einzelhandel für diese Tage nicht mit merklichem Wachstum. Die Erwartung liegt bei einem Umsatz von 5,8 Mrd. Euro, was leicht besser als letztes Jahr wäre. Aktuelle Zahlen stehen noch aus.

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Goldpreis nähert sich dem Rekordhoch

Gold profitiert von den geopolitischen Risiken und der Aussicht auf sinkende Zinsen. So ist der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) in den vergangenen Tagen wieder nahe an das Rekordhoch von 2.075 Dollar gestiegen. Gold gilt als sicherer Hafen in schwierigen Zeiten. Allerdings wirft das Edelmetall im Gegensatz zu den ebenfalls als sicher geltenden US-Staatsanleihen keine Zinsen ab.

US-Konsumentenstimmung hellt sich auf

In den USA hat sich die Konsumlaune weiter verbessert. Das Barometer des Conference Boards für die Verbraucherstimmung ist von 99,1 auf 102,0 Zähler gestiegen, obwohl die hohen Lebenshaltungskosten an der Kaufkraft der amerikanischen Konsumenten nagen. Der ausgewiesene Wert lag leicht über den Erwartungen.

Bessere Aussichten für deutsche Wirtschaft

Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich weiter aufgehellt. Das zeigt der Ifo-Index, der im November zum dritten Mal in Folge anstieg. Für den Index werden 9.000 Unternehmen zur aktuellen Lage und zu ihren Aussichten befragt. Auch wenn das Plus mit 0,4 auf 87,3 Zähler nur knapp ausfiel, zeigen die Zahlen, dass sich die Wirtschaft stabilisiert. Das spricht gemäß dem Ifo-Institut gegen eine ausgeprägte Rezession in Deutschland. Derzeit deuten die Daten darauf hin, dass das Land in eine leichte, vor allem technisch bedingte Rezession rutschen könnte. Von einer technischen Rezession spricht man, wenn das Bruttoinlandsprodukt in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen ein negatives Wachstum aufweist.

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