Geldanlagen

Rückläufige Inflation befeuert die Aktienmärkte

An den Aktien- und Anleihemärkten ist die Stimmung derzeit hervorragend – dank sinkender Inflationsraten und damit einhergehender Hoffnungen, dass die Zinsen bald wieder sinken könnten.

Michael Ausfelder
Marktstratege
Publiziert am
15. November 2023

Die Inflationsraten normalisieren sich allmählich

Im Oktober ist die Teuerung in den meisten Ländern weiter gesunken. Sie nähert sich schrittweise dem langjährigen Zielbereich der Notenbanken von zwei Prozent (siehe Grafik unten). Für die Notenbanken verringert sich dadurch der Bedarf, die Leitzinsen weiter anzuheben. Bereits Mitte 2024 könnten erste Leitzinssenkungen erfolgen. Dies wiederum ist wichtig für Anlegerinnen und Anleger, da die Zinserwartungen die Kurse von Aktien und Anleihen maßgebend beeinflussen. Das VZ VermögensZentrum hat die Daten und Aussichten für die Eurozone, Deutschland und die USA zusammengefasst:

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Eurozone

Die Gesamtinflation ist im Oktober deutlich von 4,3 auf 2,9 Prozent gefallen, nahe des Inflationsziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. In Deutschland ging es von 4,5 auf 3,8 Prozent nach unten. Die Kerninflation, welche die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel ausklammert, ging in der gesamten Eurozone von 4,5 auf 4,2 Prozent zurück.

Zu beachten ist, dass es sich bei den Daten der Eurozone erst um provisorische Werte handelt und diese keine Detailinformationen zu einzelnen Komponenten enthalten. Der Rückgang war durch einen starken Basiseffekt begünstigt, der über den Winter abschwächen wird. Das heißt, dass die Teuerung im November und Dezember nicht in diesem Tempo weiter zurückgehen dürfte, wahrscheinlicher ist ein Seitwärtstrend bis zum Jahresbeginn 2024. 

Der starke Rückgang der Teuerung im Oktober ist dennoch eine gute Nachricht für die EZB. Die Währungshüter werden die Leitzinsen mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr weiter anheben. Stattdessen könnten sie bereits im zweiten Quartal 2024 erstmals wieder gesenkt werden. Das ist deutlich früher, als ursprünglich erwartet wurde.

USA

Die Inflation ist im Oktober mit 3,2 Prozent geringer als erwartet ausgefallen. Das hat am Dienstag eine kleine Rally an den Finanzmärkten ausgelöst. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist um 0,20 Prozentpunkte gefallen, der Aktienindex S&P 500 legte fast zwei Prozent zu. Der Rückgang der Teuerung in den USA stärkt die Zuversicht, dass die Zinsen im Dollar – der globalen Leitwährung – nicht weiter angehoben werden müssen. Die jüngsten Makrodaten entsprechen dem, was die US-Notenbank anstrebt: Der robuste Arbeitsmarkt schwächt sich ab und die Inflation lässt nach. 

Folgen für Anlegerinnen und Anleger

Der jüngste Aufschwung an den Märkten zeigt, wie schnell sich die Stimmung an den Märkten ändern kann. In den vergangenen Monaten drückte die Angst vor weiteren Zinserhöhungen auf die Aktienkurse. Sobald sich diese Furcht in Hoffnung auf Zinssenkungen wandelt, reagieren die Finanzmärkte äußerst positiv. Sollte sich bewahrheiten, dass der Zinsgipfel erreicht ist und die Zinsen mittelfristig wieder etwas sinken werden, dürfte sich das positiv auf die Börse auswirken.

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