Ruhestand

Das Wichtigste zur Witwer- und Witwenrente

Stirbt ein Ehepartner, erhält der Hinterbliebene zusätzlich zu seiner eigenen Altersrente eine Witwen- oder Witwerrente.

Andreas Limoser

Ruhestandsexperte

In den ersten drei Monaten nach dem Tod des Ehepartners erhält der Hinterbliebene eine Witwen- oder Witwerrente in voller Höhe der Rente des Verstorbenen. In diesem sogenannten "Sterbevierteljahr" werden die Einkünfte des Hinterbliebenen nicht auf die Witwen-/Witwerrente angerechnet. Danach schmälern eigene Einkünfte die Witwen-/Witwerrente.

Merkblatt

Witwenrente: Reicht die Rente, wenn der Partner stirbt?

Vielen Ehepaaren ist nicht bewusst, wie lückenhaft ihre Absicherung ist, wenn einem von beiden etwas zustößt.

Die Höhe der Witwen- oder Witwerrente

Anschließend erhält er oder sie meist eine sogenannte "kleine Witwenrente" in Höhe von 25 Prozent der Rente des Verstorbenen. Die Zahlung der "kleinen Witwenrente" endet zwei Jahre nach dem Tod des Ehepartners. Wurde die Ehe vor 2002 geschlossen und einer der Ehepartner vor 1962 geboren, gilt das "alte Recht". Dann wird die Rente unbegrenzt ausbezahlt.

Erfüllt der Hinterbliebene die Voraussetzungen für die "große Witwenrente", erhält er oder sie eine Rente in Höhe von 55 Prozent (nach altem Recht: 60 Prozent) der Rente des Verstorbenen. Hierfür muss der Hinterbliebene entweder 45 Jahre und 11 Monate alt sein (Stand 2022),  ein minderjähriges oder behindertes Kind versorgen oder erwerbsgemindert sein. Das Mindestalter steigt bis 2029 auf 47 Jahre.

Eine Witwen- oder Witwerrente erhält man nur, wenn die Ehe mindestens ein Jahr bestanden hat. Heiratet der Hinterbliebene erneut, endet sein Anspruch auf die Witwenrente.

Die Beträge und die Voraussetzungen gelten für die gesetzliche Rentenversicherung. Für Betriebsrenten gelten im Wesentlichen die gleichen Bedingungen.