Geldanlagen

Finanzberatung finden: Anbieter und Checkliste

Finanzberatung wird immer wichtiger. Allerdings gibt es viele unterschiedliche Arten. Wie findet man also die für sich passende, professionelle Finanzberatung und worauf muss man dabei achten?

Alexander Sebestian
Finanzexperte
Publiziert am
15. Juli 2024

Was versteht man unter Finanzberatung?

Die Finanzberatung ist eine Beratungsdienstleistung, die sämtliche finanziellen und wirtschaftlichen Themen umfasst. Privatpersonen erhalten zum Beispiel Beratung bei Geldanlagen (in Form einer Anlageberatung) oder bei der Wahl von Versicherungen, Spar- oder Altersvorsorgeprodukten sowie Finanzierungen. Die Finanzberatung hilft den Verbraucherinnen und Verbrauchern, wichtige Entscheidungen gut informiert und bestmöglich zu treffen.

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Was macht eine Finanzberatung?

Finanzberater, auch Financial Advisor genannt, ist die Berufsbezeichnung für einen Finanzdienstleister, der in individuellen Finanzfragen berät. Anders als zum Beispiel bei der Vermögensverwaltung, bei der Fachleute im Kundenauftrag handeln, nimmt ein Finanzberater seinen Kundinnen und Kunden die Entscheidungen nicht ab. 

Der Finanzberater ist beratend tätig, das heißt er bringt seine fachliche Expertise in den Entscheidungsprozess ein; verantwortlich für die Entscheidung – für oder gegen eine Lösung – und ihre Folgen sind aber die beratenen Personen selbst.

Finanzberatung gibt es für Privatpersonen und für Unternehmen. Dieser Artikel widmet sich ausschließlich der Finanzberatung für Privatpersonen.

Warum ist Finanzberatung wichtig? 

Im Laufe des Lebens müssen immer mehr finanzielle Entscheidungen getroffen werden, bei denen es oft um viel Geld geht. Zum Beispiel sind Finanzprodukte oder Versicherungen oft komplex, haben zum Teil sehr lange Laufzeiten und eine große Tragweite. 

Dabei möchten die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher in finanziellen Fragen selbst entscheiden (siehe Grafik). Über 60 Prozent finden es schwer, die richtigen Finanzentscheidungen zu treffen, und halten darum eine Finanzberatung für wichtig. Denn viele werden von der Flut an Informationen überwältigt und haben Angst, teure Fehler zu machen. Darum ziehen immer mehr Menschen professionelle Finanzberater zurate. 

Wichtig: Ohne ausreichendes Fachwissen kann es leicht zu Fehlentscheidungen kommen. Finanzberater haben die Expertise und die Erfahrung, um ihren Kundinnen und Kunden zu helfen, die richtigen Lösungen zu wählen.

Lese-Tipp: Die Finanzberatung beim VZ VermögensZentrum ist unabhängig, umfassend und transparent. Lesen Sie, was die unabhängige Beratung ausmacht.  

Wann braucht man einen Finanzberater? 

Eine Finanzberatung kann in vielen verschiedenen Lebenssituationen hilfreich und wertvoll sein. Vor dem Kauf eines Eigenheims würde sich jeder fünfte beraten lassen, so eine Umfrage des Marktforschungsinstitut You Gov (siehe Grafik). Jeder sechste würde dies vor der Pensionierung, dem Schritt in die Selbstständigkeit oder bei einer Erbschaft tun.

Finanzexpertinnen und -experten unterstützen bei Fragen zu Themen wie:

  • Auswahl von Finanzprodukten, wie Geldanlagen oder Versicherungen
  • Absicherung des Ehepartners oder Lebenspartners
  • Veränderungen bei Lebensereignissen wie Heirat, Geburt eines Kindes, Scheidung oder Ruhestand
  • Altersvorsorge aufbauen oder optimieren
  • Finanzplanung bei Grenzgängern
  • Geldanlagen für den Vermögensaufbau
  • Unternehmensgründung oder -aufgabe
  • Finanzierung von Hausbau oder Immobilienkauf
  • Ruhestandsplanung
  • Vermögen aus Erbschaft oder Schenkung anlegen
  • Gründung einer Stiftung
  • Nachlassplanung, u.a. unter Gesichtspunkten von Schenkungs- und Erbschaftssteuern

Tipp: Wenn man vor bedeutenden finanziellen Entscheidungen steht, kann es ratsam sein, eine Finanzberatung in Anspruch zu nehmen, zum Beispiel um eine Zweitmeinung einholen.

Finanzberatung: Welche Anbieter gibt es?

Genauso breitgefächert wie die Themen sind auch die Anbieter von Finanzberatungen (siehe unten). Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich für eine Finanzberatung entschieden haben, bringen Fragestellungen aus verschiedenen Bereichen. Fast zwei von fünf Beratungskunden möchten sich zur Altersvorsorge beraten lassen (siehe Grafik). Bei einem Drittel geht es um den Kauf einer Immobilie. Gut ein Viertel möchte Finanzen optimieren, Geld besser anlegen oder benötigt Unterstützung bei Versicherungen.

Hier die wichtigsten Anbieter im Überblick: 

Banken und Sparkassen

Für viele ist es naheliegend, sich an ihre Hausbank zu wenden. Tatsächlich kennen sich Bankberater und Kunden oft seit vielen Jahren, und der Bankberater ist vertraut mit den finanziellen Verhältnissen und Zielen seiner Kunden. Für die Finanzberatung muss der Kunde kein Honorar bezahlen. Allerdings ist der Bankberater in der Finanzberatung beschränkt auf Finanzprodukte, die von der Geschäftsleitung vorgegeben werden, zum Beispiel Geldanlagen oder Versicherungen. Häufig werden dem Kunden daher bankeigene Produkte empfohlen, denn daran verdient die Bank am meisten. Für die Vermittlung von Produkten anderer Anbieter fließen Provisionen, die zulasten des Kunden gehen.

Finanzdienstleister

Abhängige Finanzdienstleister verlangen ebenfalls kein Honorar für eine Finanzberatung. Sie finanzieren sich durch Provisionen, die sie beim Verkauf eines Produktes von dessen Anbieter bekommen. Der Finanzberater unterliegt einem gewissen Verkaufsdruck, da er ohne Verkauf kein Geld verdient. Finanzdienstleister haben Verträge mit einem oder mehreren Anbietern von Versicherungen oder Kapitalanlagen. 

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Im Rahmen der Finanzberatung werden ausschließlich Produkte aus diesem kleinen Anbieterkreis empfohlen. Bei Strukturvertrieben sind die Finanzberater in der Regel selbstständig. Statt eines Gehalts leben sie von Provisionen, die sie für die Vermittlung von Versicherungen und Kapitalanlagen. Für den Finanzberater stehen nicht die Interessen seines Kunden, sondern seine eigenen im Vordergrund.

Versicherer und Fondsgesellschaften

Gehen Verbraucherinnen und Verbraucher direkt zu einem Versicherer oder einer Fondsgesellschaft, finden auch dort – statt einer Beratung – Verkaufsgespräche mit dem Direktvertrieb oder einem Vertriebspartner statt. Der Finanzberater empfiehlt seinen Kunden ein hauseigenes Produkt beziehungsweise das seines Vertragspartners.

Unabhängige Honorarberater

Unabhängige Finanzberater finanzieren sich nicht durch Provisionen, sondern erhalten von ihren Kundinnen und Kunden für die Beratung ein Honorar. Sie arbeiten rein im Kundeninteresse und unterliegen keinen Interessenkonflikten. Honorarberater sind nicht an bestimmte Finanzprodukte oder Anbieter gebunden. Sie können sämtliche am Markt erhältlichen Produkte berücksichtigen, um eine optimale, maßgeschneiderte Lösung zu erarbeiten. 

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Was wir für Sie tun können

Wenn es um Ihr Geld geht, ist das VZ die erste Adresse. Erfahren Sie mehr zur unabhängigen Beratung zu Ruhestand, Geldanlagen, Vorsorge und Nachlass.

Honorarberater bieten oft eine ganzheitliche Finanzplanung, die sämtliche finanziellen Aspekte der Kunden einbezieht. Im Rahmen einer langfristigen Betreuung kann man seine Finanzstrategie regelmäßig überprüfen und anpassen lassen. Das Honorar wird pauschal oder auf Stundenbasis berechnet. Das ist transparent und vermeidet versteckte Gebühren, die bei einer Beratung gegen Provision anfallen können. 

Bei der Honorarberatung wissen Kunden genau, wie viel sie für die Beratung bezahlen und welche Leistungen dafür erbracht werden.

Verbraucherzentrale

Zu bestimmten Finanzthemen bieten örtliche Verbraucherzentralen kostenpflichtige Finanzberatungen an. Die Verbraucherschützer beraten in Fragen zu Altersvorsorge (zum Beispiel zu Riester-, Rürup- und Betriebsrenten), zum Sparen und zu Geldanlagen und zu Krediten. Außerdem beraten sie in Versicherungsfragen von Kranken-, Lebens-, Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherung bis zur Haftpflicht. Viele lassen ihre bestehenden Verträge prüfen oder holen bei der Verbraucherzentrale eine Zweitmeinung zu angebotenen Finanzprodukten. 

Aktuelles zu Altersvorsorge, Ruhestand, Geldanlagen, Steuern und Nachlass in Ihrem Briefkasten:

Checkliste für die Finanzberatung

Die Checkliste soll Interessenten helfen, sich auf ihren Beratungstermin vorzubereiten, und sicherstellen, dass alle Unterlagen vorliegen und alle relevanten Themen besprochen werden. Die notwendigen Dokumente hängen vom Thema des Beratungsgesprächs ab.

Persönliche Finanzunterlagen

  • Kontoauszüge der letzten drei bis sechs Monate
  • Steuererklärungen der letzten zwei bis drei Jahre
  • Dokumente zu aktuellen Krediten und Darlehen
  • Versicherungsverträge (Lebens-, Kranken-, Haftpflichtversicherung etc.)

Auflistung von Einkünften, Ausgaben und Vermögen

  • Nettoeinkünfte (Gehälter, Mieten, Kapitalerträge etc.)
  • Ausgaben (Wohnkosten, Lebenshaltung, Versicherungen etc.)
  • Vermögenswerte (Immobilien, Wertpapiere, Sparguthaben etc.)
  • Verbindlichkeiten (Hypotheken, Kredite etc.)

Finanzielle Ziele definieren

  • Kurzfristige Ziele (z. B. Entscheidung über eine Versicherung oder ein Anlageprodukt)
  • Mittelfristige Ziele (z. B. Sparen für den Kauf oder den Umbau des Eigenheims)
  • Langfristige Ziele (z. B. Vermögensaufbau für die Altersvorsorge)

Tipp: Notieren Sie sich Ihre Anliegen und Ihre konkreten Fragen zu Finanzplanung, Geldanlagen, Versicherungen oder Steuern.

Weitere Informationen

Beim VZ VermögensZentrum erhalten Sie eine individuelle, unabhängige und umfassende Finanzberatung. Die Expertinnen und Experten unterstützen Sie dabei, Ihre Altersvorsorge und Ihre Geldanlagen zu optimieren und Ihren Ruhestand und Ihren Nachlass zu planen.

Zu aktuellen Finanzthemen informieren wir kostenfrei: In Fachvorträgen und Webinaren, viermal jährlich in der Kundenzeitschrift „vz news“ sowie in Merkblättern, Newslettern, Büchern und Videos.

Haben Sie Fragen? Schreiben Sie an kontakt [at] vzde.com oder vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch im VZ in Ihrer Nähe.

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