Steuerliche Vergünstigungen einer Stiftungsgründung zu Lebzeiten

Wird eine Stiftung bereits zu Lebzeiten gegründet, ergeben sich drei interessante Steuervorteile.

1. Die Stiftung erhält das Kapital steuerfrei

Stifter können ihr Vermögen erbschaft- und schenkungssteuerfrei auf ihre Stiftung übertragen. Würde das Vermögen auf Verwandte der Steuerklasse II und III übertragen, entstünde eine Steuerbelastung zwischen 15 und 50 Prozent des Vermögens.

Die Steuerbefreiung gilt auch für Erbschaften, die potentielle Stifter gerade erst selbst bekommen haben. Bis zu 24 Monate nach dem Erhalt können sie diese steuerbegünstigt in eine Stiftung einbringen. Eine bereits darauf erhobene Erbschaft- oder Schenkungssteuer würde dann nachträglich aufgehoben. Dafür muss der Erbe beim Finanzamt eine Begünstigung beantragen.

2. Der Stifter spart Einkommensteuern

Stifter dürfen das Kapital, das sie der Stiftung übertragen, als Sonderausgabe vom zu versteuernden Einkommen abziehen. Innerhalb von 10 Jahren dürften Einzelpersonen maximal 1 Million Euro abziehen, Ehepaare 2 Millionen Euro.

Wann man welchen Betrag abzieht, ist individuell steuerbar: In Jahren mit höherem Einkommen können Stifter einen größeren Betrag zum Abzug bringen, um ihr zu versteuerndes Einkommen spürbar zu senken und von einem niedrigeren Steuersatz zu profitieren.

Darüber hinaus können Stifter weitere Beträge an die Stiftung spenden. Dafür können sie einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug in Anspruch nehmen, der bis zu 20 Prozent ihrer gesamten steuerpflichtigen Einkünfte ausmachen kann.

3. Die Stiftung profitiert von Steuervorteilen

Auch die Einkünfte der Stiftung sind steuerfrei. Erzielt eine Stiftung mit ihren Kapitalanlagen positive Erträge, unterliegen diese nicht der Abgeltungssteuer von 25 Prozent (zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag). Damit kommen die Einnahmen vollständig dem Stiftungszweck zugute.

Diese Steuererleichterungen gelten nur für Stiftungen, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen und von den Steuerbehörden als gemeinnützig anerkannt sind. Aber: Eine Stiftung ist kein Steuersparmodell, denn der Stifter trennt sich von Vermögen und bringt es unwiderruflich in die Stiftung ein; eine uneigennützige Einstellung gehört also dazu.

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