Steuern

Neues bei Altersvorsorge und Steuern: Wie Sie 2022 am besten vorgehen

Der bevorstehende Jahreswechsel bringt wieder zahlreiche Neuerungen für Verbraucher. Lesen Sie, wie viel Steuern Sie sparen können und wie Sie Ihre Altersvorsorge verbessern.

Lukas Wulff

Finanzexperte

Zum 1. Januar 2022 treten viele Änderungen in Kraft, und so manche zieht dem Bürger immer mehr Geld aus der Tasche. Wegen der CO2-Abgabe wird zum Beispiel das Tanken noch teurer und auch das Porto steigt erneut. Das ist ärgerlich, fällt aber kaum ins Gewicht, wenn man an der richtigen Stelle spart – zum Beispiel indem man smart für das Alter vorsorgt, sein Vermögen richtig anlegt und die geförderten Angebote vollumfänglich ausschöpft.

Optimieren Sie Ihre Altersvorsorge

Dank erheblicher Steuervorteile können Sie mit der Basisrente effizient für das Alter vorsorgen. Die Basisrente lohnt sich insbesondere für Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte, denn sie können steuerbegünstigt viel mehr einzahlen als in die betriebliche Altersversorgung (siehe Tabelle).

Wählen Sie jedoch keine teure Basisrente eines Versicherers, sondern einen kostengünstigen ETF-Sparplan, der Altersvorsorge mit dem Versicherungsschutz und ertragsstarken Wertpapier-Anlagen kombiniert. Mit einer solchen Lösung können Sie hohe Beiträge in die Basisrente einbringen und davon 94 Prozent (2022) steuerlich geltend machen (siehe Tabelle). Die Kapitalerträge des Wertpapierdepots, mit dem Sie Ihr Alterskapital ansparen, sind abgeltungssteuerfrei. In der Sparphase fällt auf den Wertzuwachs keine Kapitalertragssteuer an. Zum Renteneintritt wird das Depotguthaben in eine lebenslange Rente umgewandelt. Die Rentenzahlungen unterliegen der Einkommensteuer.

Coronabedingte Steuerregelungen werden verlängert

Die Home-Office-Pauschale bleibt 2022 erhalten. Sie gilt für Unternehmer, Freiberufler und Angestellte, die zeitweilig von zu Hause aus arbeiten. Dabei spielt keine Rolle, ob ein Arbeitszimmer vorhanden ist. Die Pauschale ist auch 2022 auf 600 Euro begrenzt. Für höchstens 120 Tage können 5 Euro pro Tag als Werbungskosten oder Betriebsausgaben in Abzug gebracht werden.

Factsheet

Altersvorsorge mit ETFs: Basisrente mit Steuervorteil

Mit der Basisrente bauen Sie eine umfassende Altersvorsorge auf und profitieren vom doppelten Steuervorteil.

Wie 2020 und 2021 dürfen Frührentner auch 2022 deutlich mehr hinzuverdienen, ohne dass ihre Rente gekürzt wird. Die Hinzuverdienstgrenze liegt 2022 bei 46.060 Euro, das entspricht etwa 3.838 Euro brutto pro Monat. Vor der Coronakrise war die Hinzuverdienstgrenze mit 6.300 Euro pro Jahr wesentlich geringer.

Noch bis zum 31. März 2022 können Unternehmen ihren Angestellten einen steuerfreien Corona-Bonus auszahlen. Die Höchstgrenze beträgt insgesamt 1.500 Euro. Aufgepasst: Wurde bereits 2021 ein steuerfreier Corona-Bonus gezahlt, darf die Summe aller Corona-Boni nicht über 1.500 Euro liegen!

Mehr Geld für die Pflege

Ab dem 1. Januar 2022 erhalten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mehr Geld. Bei einer Unterbringung im Pflegeheim zahlt die Pflegeversicherung neu einen Zuschlag zum Eigenanteil. Der Zuschlag beträgt im ersten Jahr 5 Prozent, im zweiten Jahr 25 Prozent, im dritten Jahr 45 Prozent und danach 70 Prozent. Er fließt zusätzlich zum pflegegradabhängigen Leistungsbetrag. Bei der Kurzzeitpflege wird der Leistungsbetrag um 10 Prozent auf 1.774 Euro erhöht. Bei ambulanter Pflege werden die Sachleistungsbeträge um 5 Prozent erhöht. Beim Pflegegrad 2 sind es neu 724 Euro (statt 689 Euro), beim höchsten Pflegegrad 5 sind es 2.095 Euro (statt 1.995 Euro). Finanziert wird dies mit einem Bundeszuschuss, außerdem wird der Beitrag für Kinderlose zur Pflegeversicherung um 0,1 Prozentpunkte auf 0,35 Prozent erhöht.

Versicherungen: Weniger Zins, mehr Arbeitgeberzuschuss

Der Garantiezins von kapitalbildenden Versicherungen, die ab dem 1. Januar 2022 abgeschlossen werden, fällt von 0,9 Prozent auf magere 0,25 Prozent pro Jahr. Bestehende Policen sind davon nicht betroffen. Sowohl Lebensversicherungen also auch Riester-Renten werden immer unattraktiver. Wer etwas für seine Altersvorsorge tun möchte, baut viel mehr Ruhestandskapital auf mit einer Basisrente auf Wertpapierbasis und dem privatem Vermögensaufbau, einfach und günstig mit ETFs.

Am 1. Januar 2022 tritt Stufe drei des Betriebsrentenstärkungsgesetzes in Kraft. Neu haben Arbeitnehmer mit Entgeltumwandlungen, die vor 2019 abgeschlossen wurden, Anspruch auf einen Arbeitgeberzuschuss. Bislang galt dies nur für Entgeltumwandlungen, die ab 2019 neu abgeschlossen wurden. Die Entgeltumwandlung muss als Direktversicherung, bei einer Pensionskasse oder bei einem Pensionsfonds laufen, und der Arbeitgeber muss dabei Sozialversicherungsbeiträge einsparen. Der Arbeitgeber muss 15 Prozent des umgewandelten Entgelts als Zuschuss gewähren.

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Freibeträge und Bemessungsgrenzen 2022 im Überblick

Der Grundfreibetrag für Ledige steigt um 240 Euro auf 9.984 Euro. Für Ehepaare ist er mit 19.968 Euro doppelt so hoch. Genauso hoch ist der Unterhaltshöchstbetrag. Wer zum Beispiel das Pflegeheim der Eltern finanziert, kann 2022 bis zu 9.984 Euro als außergewöhnliche Belastungen absetzen. 

Die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) hingegen steigen 2022 nicht. Bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bleibt sie unverändert bei 4.837,50 Euro pro Monat oder 58.050 Euro pro Jahr. Auch die Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) bleibt unverändert bei 64.350 Euro.

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung (West) sinkt die Beitragsbemessungsgrenze um 50 Euro auf 7.050 Euro pro Monat, bei der knappschaftlichen Rentenversicherung ebenfalls um 50 Euro auf 8.650 Euro. Wer mehr verdient, muss die Differenz mit der eigenen privaten Altersvorsorge absichern. Unterstützung dabei erhalten Sie von unabhängigen Beratern des VZ.

Lese-Tipp: Was Sie 2021 noch tun sollten

Wenn Sie dieses Jahr in letzter Minute noch Steuern sparen wollen, finden Sie in unserem Artikel "Was Sie bis zum Jahresende tun sollten" Anregungen dazu.