Erben & Vererben

Den Nachlass richtig vererben: Vermeiden Sie diese Fehler

Die meisten schieben die Regelung ihres Nachlasses auf die lange Bank. Ohne Testament kann es aber zu Streit kommen oder das Erbe in die falschen Hände geraten. Und auch mit Testament kann es Ärger geben – wenn es falsch geschrieben wurde.

Dr. Tatjana Rosendorfer

Nachlassexpertin

Liegt kein Testament oder Erbvertrag vor, bestimmt das Gesetz die Erben. Die gesetzliche Erbfolge kann für Familien mit Kindern durchaus gewünscht sein, etwa wenn der Ehepartner und die Kinder erben sollen.

Hat ein Ehepaar jedoch keine Kinder und einer von beiden verstirbt, sieht die Sache anders aus. Dann kann es je nach Situation sinnvoll sein, den Nachlass anders zu regeln. 

Merkblatt

Nachlass: 10 häufige Fehler beim Vererben

Viele Erblasser regeln ihren Nachlass falsch oder gar nicht. Lesen Sie, wie Sie die häufigsten Fehler vermeiden.

Fehler 1: Keine Regelung

Bei kinderlosen Paaren gehören neben dem Ehepartner auch die Eltern bzw. Geschwister des Verstorbenen zu den gesetzlichen Erben. Möchte der hinterbliebene Partner seinen Nachlass lieber einer künftigen Lebensgefährtin oder einem guten Freund zukommen lassen, anstatt dem Schwager oder der Schwiegermutter, muss er dies zu Lebzeiten regeln. Ohne Regelung gehen nicht verwandte Personen nämlich leer aus.

Fehler 2: Ungültiges Testament

Ein Testament kann in Eigenregie oder mithilfe eines Notars verfasst werden. Wichtig ist: Es muss von Hand geschrieben und eigenhändig unterschrieben sein. Dokumente, die am Computer getippt und ausgedruckt werden, sind ungültig. Folge: Ohne gültiges Testament gilt automatisch die gesetzliche Erbfolge.

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Fehler 3: Ungeeignete Regelung

Viele Ehepaare errichten ein sogenanntes Berliner Testament, in dem sie sich gegenseitig als Alleinerben einsetzen. Doch das ist nicht immer eine gute Lösung. Wenn der Nachlass an den länger lebenden Ehepartner geht und erst nach seinem Tod an die Kinder, kann das kumulierte Vermögen eine hohe Erbschaftsteuerzahlung auslösen. Hier ist oft die vorzeitige Aufteilung des Erbes die bessere Wahl. Das Berliner Testament hat außerdem eine starke Bindungswirkung. Das bedeutet, es kann kaum mehr geändert werden, wenn einer der Partner verstirbt. Das gilt selbst dann, wenn sich die Lebensumstände für den hinterbliebenen Ehepartner verändern.

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