Warum Inflation und Kernteuerung in der Eurozone auseinanderdriften

Geldanlagen

Während sich die Inflation in der Eurozone im August kräftig beschleunigt hat, war die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel sogar leicht rückläufig. Für die EZB ist die Entwicklung zweischneidig.

Publiziert am

2. September 2026

Die Inflation in der Eurozone hat sich im August erwartungsgemäß beschleunigt. Gemäß der Schnellschätzung des europäischen Statistikamts Eurostat stieg die Jahresteuerung der Konsumentenpreise von 2,9 auf 3,3 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit knapp drei Jahren.

Detaillierte Angaben zur Zusammensetzung des Preisanstiegs liegen noch nicht vor. Es ist jedoch bereits ersichtlich, dass der Anstieg fast ausschließlich auf höhere Energiekosten zurückzuführen ist.  Bei den übrigen Gütergruppen hat sich der Teuerungsdruck kaum verändert.

Das zeigt auch der Blick auf die Kerninflation, welche die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel ausklammert. Diese ging im August sogar leicht von 2,5 Prozent auf 2,4 Prozent zurück.

Ein differenzierter Blick auf die großen EU-Mitgliedstaaten zeigt, dass die Teuerung zuletzt überall anzog. Deutschland überraschte positiv mit einem geringeren Anstieg als erwartet: Die Inflation kletterte hierzulande lediglich von 2,8 Prozent auf 2,9 Prozent.

Spanien verzeichnete im August dagegen einen wesentlich stärkeren Teuerungsschub. Die Inflation kletterte in Spanien von 3,9 auf 4,5 Prozent. Spanien weist damit weiterhin die höchste Jahresteuerung unter den großen EU-Volkswirtschaften auf. Dieser kräftige Anstieg ist jedoch kein geldpolitisches Alarmzeichen, sondern vor allem auf einen Sondereffekt zurückzuführen: Die während der Energiekrise eingeführten staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wurden teilweise zurückgefahren.

Die Entwicklung in der Eurozone ist aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) zweischneidig. Einerseits zeigt die sinkende Kernteuerung, dass der zugrunde liegende Preisdruck bislang kaum zugenommen hat. Andererseits verharrt die Kernteuerung dennoch seit geraumer Zeit oberhalb des Inflationsziels von zwei Prozent. Sollte die Konjunktur in der EU in den kommenden Quartalen an Dynamik gewinnen, könnten weitere Leitzinserhöhungen notwendig werden. Entsprechend rechnen die Finanzmärkte weiterhin mit zusätzlichen Zinsschritten der EZB.

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Deutsche Konsumstimmung hellt sich auf

Die Konsumstimmung in Deutschland hat sich im August stärker als erwartet verbessert. Der Konsumklimaindex stieg um 2,8 Punkte auf minus 26,6 Punkte. Verantwortlich hierfür waren vor allem höhere Einkommenserwartungen und eine leicht niedrigere Sparneigung der privaten Haushalte. Auch die Konjunkturaussichten entwickelten sich positiver, während die Anschaffungsneigung nahezu unverändert blieb.

US-Industrie verliert an Schwung

Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe sank im August von 55,6 auf 54,6 Punkte und blieb damit zwar im Wachstumsbereich, verfehlte aber die Erwartungen von 55,3 Punkten. Vor allem der Sub-Index zu den Neuaufträgen ging zurück, während der Preisindex mit 71,1 Punkten hoch blieb – ein Hinweis auf weiterhin erhöhten Inflationsdruck.

China verzeichnet leichte Konjunkturerholung

Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex (NBS) für das verarbeitende Gewerbe verbesserte sich im August von 49,2 auf 49,8 Punkte und lag damit über den Erwartungen. Zwar signalisiert der Wert weiterhin eine leichte Schrumpfung der Industrieaktivität, jedoch verzeichneten sowohl die Produktion als auch die Neuaufträge wieder Wachstum.

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