Erben & Vererben

Wie ein Testamentsvollstrecker Erben unterstützt

Die Erbteilung im Sinne des Verstorbenen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Selbst wenn der Nachlass in einem Testament oder Erbvertrag geregelt ist, ist ein Testamentsvollstrecker eine wertvolle Unterstützung. Daher sollten Erblasser in ihrem letzten Willen einen geeigneten Testamentsvollstrecker bestimmen.

Dr. Tatjana Rosendorfer

Nachlassexpertin

Ein Testamentsvollstrecker entlastet die Erben von administrativen Aufgaben und kümmert sich um alle finanziellen Belange. Er sorgt dafür, dass der Nachlass optimal verwaltet und im Sinne des Erblassers geteilt wird. Er kümmert sich zum Beispiel darum, offene Rechnungen zu bezahlen oder Wertpapier-Depots zu überwachen.

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Ein Testaments­vollstrecker entlastet Ihre Erben

Erben sind mit der Erbteilung häufig überfordert, selbst wenn der Erblasser seinen Nachlass geregelt hat.

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Gleichzeitig bereitet der Testamentsvollstrecker die Erbteilung vor und führt sie durch. Dazu lässt er im Nachlass enthaltene Immobilien bewerten, stellt das Nachlassvermögen fest und macht einen Teilungsvorschlag, gestützt auf den Anordnungen des Erblassers. Sollte es darüber unter den Erben zu Streitigkeiten kommen, kann er als neutraler Dritter vermitteln und mit ihnen kompromissfähige Lösungen finden. So kann er verhindern, dass sich die Erbteilung verzögert.

Ein Testamentsvollstrecker empfiehlt sich vor allem bei komplexen Familien- und Vermögensverhältnissen oder wenn die Möglichkeit besteht, dass die Erben den letzten Willen des Erblassers missachten oder es darüber zum Streit kommt.

Professionelle Testamentsvollstrecker verlangen je nach Nachlassvolumen zwischen einem und vier Prozent vom Bruttovermögen. Fairer aber sind Stundenhonorare, die sich nach der aufgewendeten Zeit richten.

Die Wahl des Testamentsvollstreckers

Die Entscheidung, wen man mit der Testamentsvollstreckung beauftragen sollte, will gut überlegt sein.

Die beste Wahl ist in der Regel eine unabhängige Institution, die über das notwendige Fachwissen und über Erfahrungen in erbrechtlichen Angelegenheiten verfügt.

Grundsätzlich kann man jede beliebige Person oder Institution als Testamentsvollstrecker einsetzen – auch einen der Erben. Jeder Erbe hat allerdings ein Eigeninteresse. In der Regel fehlt ihnen auch das fachliche Wissen, das vor allem bei komplexen Familien- und Vermögensverhältnissen notwendig ist.

Manche Erblasser wählen deshalb lieber einen nahen Verwandten oder Freund, der selbst nicht Erbe ist. Wenn es Unstimmigkeiten gibt, kann seine Nähe zu einzelnen Familienangehörigen allerdings zum Problem werden, und eine neutrale Beratung ist nicht möglich.

Auch sollte man die Möglichkeit bedenken, dass man die Person überlebt, die man Testamentsvollstrecker vorgesehen hat. In diesem Fall wären die Erben bei der Erbteilung dann doch auf sich allein gestellt.