Erben & Vererben

Testamentsvollstrecker: Das sollten Sie wissen

Die Erbteilung im Sinne des Verstorbenen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Selbst wenn der Nachlass in einem Testament oder Erbvertrag geregelt ist, ist ein Testamentsvollstrecker eine wertvolle Unterstützung. Daher sollten Erblasser in ihrem letzten Willen einen geeigneten Testamentsvollstrecker bestimmen.

Dr. Tatjana Rosendorfer

Nachlassexpertin

Informieren Sie sich regelmäßig zu Ruhestand, Geldanlagen, Immobilien, Finanz- und Nachlassplanung:

In welchen Fällen lohnt es sich, einen Testamentsvollstrecker einzusetzen?

Erblasser können in ihrem Testament einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Das ist vor allem empfehlenswert bei komplexen Vermögens- oder Familienverhältnissen und wenn Streitigkeiten unter den Erben zu erwarten sind. Dringend angeraten ist der Einsatz eines Testamentsvollstreckers bei kinderlosen Paaren oder einem größeren Nachlass mit Immobilien oder einer Firma.

Merkblatt

Testament verfassen: So gehen Sie richtig vor

Das Merkblatt klärt auf, was beim Testament wichtig ist und was in ein eigenhändiges Testament hineingehört.

Unmittelbar nach dem Tod eines Familienmitglieds erledigt ein Testamentsvollstrecker die vielen plötzlichen Aufgaben, die sich nicht aufschieben lassen. Rechnungen sind zu begleichen und Wertpapiere kontinuierlich zu verwalten. Und oft hat nicht einmal der überlebende Ehepartner überhaupt einen Überblick über die Vermögensverhältnisse des Erblassers.

Der Testamentsvollstrecker verwaltet den Nachlass so, wie es der Erblasser im Testament oder Erbvertrag festgelegt hat. Er kennt er die Ziele und Anordnungen des Verstorbenen genau. Deshalb kann er den Hinterbliebenen administrative Aufgaben abnehmen, sie bei ungewohnten Entscheidungen beraten, die Erbteilung rasch abwickeln und die Erbengemeinschaft auflösen.

Wie finde ich einen geeigneten Testamentsvollstrecker

Ein Testamentsvollstrecker muss sich im Erbrecht sowie mit Geldanlagen, Steuern, Immobilien und Versicherungen auskennen.

Merkblatt

Ein Testaments­vollstrecker entlastet Ihre Erben

Erben sind mit der Erbteilung häufig überfordert, selbst wenn der Erblasser seinen Nachlass geregelt hat.

Der Testamentsvollstrecker sollte von allen Erben akzeptiert werden und gleichzeitig unabhängig bleiben. Damit wird die Neutralität gewahrt, und die Erben haben jemanden, der Lösungen vorschlägt, die für alle tragfähig sind. Zwar könnte auch einer der Erben als Testamentsvollstrecker fungieren, allerdings wäre er nicht frei von Eigeninteressen.

Am besten eignet sich eine Institution mit entsprechendem Fachwissen, die die finanziellen Verhältnisse des Erblassers bereits gut kennt.

Dafür lohnen sich auch die anfallenden Kosten. Professionelle Testamentsvollstrecker verlangen je nach Nachlassvolumen zwischen 1 und 4 Prozent vom Bruttovermögen. Fairer aber sind Stundenhonorare, die sich nach der aufgewendeten Zeit richten.

Idealerweise wird bereits im Testament oder Erbvertrag ein geeigneter Testamentsvollstrecker eingesetzt. Er kann sich umgehend um die Erbteilung kümmern und die Erben entlasten.

Die Wahl des Testamentsvollstreckers

Die Entscheidung, wen man mit der Testamentsvollstreckung beauftragen sollte, will gut überlegt sein.

Die beste Wahl ist in der Regel eine unabhängige Institution, die über das notwendige Fachwissen und über Erfahrungen in erbrechtlichen Angelegenheiten verfügt.

Grundsätzlich kann man jede beliebige Person oder Institution als Testamentsvollstrecker einsetzen – auch einen der Erben. Jeder Erbe hat allerdings ein Eigeninteresse. In der Regel fehlt ihnen auch das fachliche Wissen, das vor allem bei komplexen Familien- und Vermögensverhältnissen notwendig ist.

Manche Erblasser wählen deshalb lieber einen nahen Verwandten oder Freund, der selbst nicht Erbe ist. Wenn es Unstimmigkeiten gibt, kann seine Nähe zu einzelnen Familienangehörigen allerdings zum Problem werden, und eine neutrale Beratung ist nicht möglich.

Auch sollte man die Möglichkeit bedenken, dass man die Person überlebt, die man Testamentsvollstrecker vorgesehen hat. In diesem Fall wären die Erben bei der Erbteilung dann doch auf sich allein gestellt.

Wie unterstützt ein Testamentsvollstrecker meine Erben?

Ein Testamentsvollstrecker entlastet die Erben von administrativen Aufgaben und kümmert sich um alle finanziellen Belange. Er sorgt dafür, dass der Nachlass optimal verwaltet und im Sinne des Erblassers geteilt wird. Er kümmert sich zum Beispiel darum, offene Rechnungen zu bezahlen oder Wertpapier-Depots zu überwachen.

Gleichzeitig bereitet der Testamentsvollstrecker die Erbteilung vor und führt sie durch. Dazu lässt er im Nachlass enthaltene Immobilien bewerten, stellt das Nachlassvermögen fest und macht einen Teilungsvorschlag, gestützt auf den Anordnungen des Erblassers. Sollte es darüber unter den Erben zu Streitigkeiten kommen, kann er als neutraler Dritter vermitteln und mit ihnen kompromissfähige Lösungen finden. So kann er verhindern, dass sich die Erbteilung verzögert.

Ein Testamentsvollstrecker empfiehlt sich vor allem bei komplexen Familien- und Vermögensverhältnissen oder wenn die Möglichkeit besteht, dass die Erben den letzten Willen des Erblassers missachten oder es darüber zum Streit kommt.

Professionelle Testamentsvollstrecker verlangen je nach Nachlassvolumen zwischen einem und vier Prozent vom Bruttovermögen. Fairer aber sind Stundenhonorare, die sich nach der aufgewendeten Zeit richten.

Was das VZ für Sie tun kann

Die Nachlass-Expertinnen und Experten des VZ unterstützen Erblasser bei der Nachlassplanung.Und als Testamentsvollstrecker sorgen wir dafür, dass Ihr Nachlass so verwaltet und aufgeteilt wird, wie Sie es in Ihrem letzten Willen festgelegt haben. Haben Sie Fragen? Vereinbaren Sie einfach ein kostenfreies Gespräch im VZ in Ihrer Nähe.