Vermögen vor Inflation schützen: Warum Aktien wichtig sind

Geldanlagen

Wer sein Geld langfristig auf dem Sparkonto liegen lässt, riskiert Kaufkraftverluste. Mit Aktien sind langfristig höhere Renditen drin. Man muss allerdings auch mit den damit verbundenen Risiken umgehen können.

Jonas Mechlinski

Jonas Mechlinski

Funktion Anlageexperte

Publiziert am

14. Oktober 2026

Die Inflation in Deutschland hat sich zuletzt wieder beschleunigt. Im September 2026 lagen die Verbraucherpreise nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes um 3,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders betroffen sind Sparer, wenn die Verzinsung ihrer Guthaben deutlich unter der Inflation liegt. Und das ist sehr häufig der Fall. Bei einem angenommenen Sparzins von 0,72 Prozent (das war der durchschnittliche Zinssatz für klassische Spareinlagen im Juli 2026) werden aus 10.000 Euro innerhalb eines Jahres nominal zwar 10.072 Euro. Bei 3,3 Prozent Inflation sinkt die reale Kaufkraft jedoch auf rund 9.750 Euro.

Sachwerte

Langfristig können Sachwerte dazu beitragen, Kaufkraftverluste auszugleichen. Von Ende Januar 2020 bis Ende Juli 2026 legte der Weltaktiendindex MSCI World in Euro gerechnet um rund 120 Prozent zu. Deutlich weniger brachten offene Immobilienfonds ein:

Ein gleichgewichteter Korb ausgewählter solcher Fonds erzielte im selben Zeitraum einen Wertzuwachs von rund 11 Prozent. Immerhin war das noch besser als ein Guthaben, das zu durchschnittlichen Sparzinsen angelegt wurde: Es legte im selben Zeitraum lediglich um rund 2,6 Prozent zu.

Haltedauer

Bei Aktien spielt der Anlagehorizont eine wichtige Rolle, da die Kurse kurzfristig stark schwanken können. Seit Anfang 2010 hat sich der MSCI World in Euro bis Ende Juli 2026 etwa versiebenfacht. Sparer erzielten über diesen langen Zeitraum im Schnitt dagegen nur einen Zuwachs von10 Prozent. Auch deutliche Rückgänge an den Aktienmärkten in den Jahren 2020 und 2022 änderten an der langfristig positiven Entwicklung von Aktien nichts.

Bedenken müssen Anleger allerdings: Aus Renditen der Vergangenheit lassen sich keine Schlüsse über die künftige Entwicklung an den Aktienmärkten ziehen. Die Kurse können auch über einen längeren Zeitraum fallen. Je länger aber die Anlagedauer und je breit gestreuter man investiert, desto geringer ist das Risiko, am Ende Verluste zu erleiden.

Tipp: Ein ausreichendes Liquiditätspolster bleibt wichtig, um unerwartete Ausgaben decken zu können. Geld, das längerfristig nicht benötigt wird, kann hingegen am Aktienmarkt investiert werden. Für Privatanleger empfiehlt sich jedoch nicht die Direktanlage in Aktien. Einfacher und sicherer ist ein breit gestreutes Depot mit Aktien-ETFs. Sie ermöglichen auch schon für kleinere Beträge eine weltweite Diversifikation. Regelmäßige Einzahlungen über einen ETF-Sparplan sorgen dafür, dass zu unterschiedlichen Zeitpunkten gekauft wird. Dadurch verhindert man, dass man einen ungünstigen Zeitpunkt für die gesamte Geldanlage erwischt.

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