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Geldanlagen
Wer in US-Aktien investieren möchte, hat die Wahl zwischen zahlreichen ETFs. Wichtiger als die Wahl des Produkts ist jedoch zunächst die Entscheidung für den passenden Index.
Max Mammitzsch
Funktion Anlageexperte
15. Juli 2026
Aus Anlegersicht lohnt sich der Blick auf den US-Aktienmarkt, der zu den wichtigsten der Welt zählt. Für Anleger gibt es zahlreiche Möglichkeiten, in den US-Aktienmarkt zu investieren. Verschiedene Indizes bilden unterschiedliche Teile des Marktes ab und können über ETFs gekauft werden.
Merkblatt
Ein Vergleich zeigt jedoch, dass sich diese Indizes nicht nur in ihrer Zusammensetzung, sondern auch in ihrer Entwicklung deutlich unterscheiden können. Seit Ende 2015 erzielten die vier wichtigen Indizes S&P 500, MSCI USA, Dow Jones Industrial Average und Russell 2000 unter Berücksichtigung der Dividenden durchschnittliche Jahresrenditen zwischen 10,3 und 14 Prozent.
Die Jahresrenditen des Russell 2000 schwankten dabei deutlich stärker als jene der anderen Indizes (siehe Grafik unten). Während der ersten Coronawelle im Jahr 2020 verzeichnete der Index mit rund 42 Prozent zudem den größten Kursrückgang. Die anderen drei Indizes gaben im selben Zeitraum zwischen 33 und 37 Prozent nach. Vergangenheitsbezogene Daten sind allerdings kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
Diese Abweichungen zeigen auf, dass die Zusammensetzung eines Index einen wesentlichen Einfluss auf dessen Rendite- und Risikoeigenschaften hat. Anleger sollten die verschiedenen Indizes deshalb vor einer Investition sorgfältig prüfen.
So setzt sich der MSCI USA aktuell aus den 527 größten US-Titeln nach Marktkapitalisierung zusammen und deckt 85 Prozent der Marktkapitalisierung in den USA ab. Der S&P 500 hingegen besteht aus den 500 größten US-Titeln nach Marktkapitalisierung. Die beiden Indizes geben die Verhältnisse am US-Aktienmarkt am besten wieder. Eine Investition in MSCI USA und S&P 500 eignet sich somit vor allem für Anleger, die breit diversifiziert in den US-Aktienmarkt anlegen wollen. Bei beiden Indizes sind die drei Titel mit der aktuell größten Gewichtung NVIDIA, Apple und Microsoft. Auch die größten Sektoren sind bei beiden Indizes identisch: Technologie, Finanzen und Kommunikationsdienstleistungen.
Einen anderen Ansatz verfolgt der Russell 2000. Der Index umfasst 2.000 kleinere US-Unternehmen und bietet damit Zugang zum Nebenwertesegment des US-Aktienmarktes. Die drei größten Positionen machen zusammen weniger als vier Prozent des Indexes aus, wodurch die Konzentration deutlich niedriger ausfällt als bei den marktkapitalisierten Indizes. Für Anleger, welche die dominierenden Großkonzerne aus dem Technologiesektor weniger stark gewichten möchten, kann der Russell 2.000 eine interessante Alternative sein. Die Sektoren mit dem größten Gewicht sind Industrie, Gesundheitswesen und Technologie. Aktien kleinerer Unternehmen schwankten in der Vergangenheit häufig stärker im Wert als die der großen Konzerne. Eine Anlage in diesen Index ist daher mit höheren Risiken verbunden.
Der Dow Jones Industrial Average zählt zu den bekanntesten und ältesten Aktienindizes. Er wurde bereits im Jahr 1884 lanciert und stellt heute eine Alternative zu den marktkapitalisierten Indizes dar. Der Index umfasst lediglich 30 große US-Unternehmen und ist deshalb deutlich konzentrierter. Zudem erfolgt die Aufnahme nicht nach festen Regeln, sondern durch die Entscheidung eines Komitees. Die größten Positionen sind Goldman Sachs, Caterpillar und Microsoft. Die höchsten Sektorengewichte entfallen auf Finanzen, Technologie und Industrie.
Die vier Indizes unterscheiden sich damit deutlich hinsichtlich Marktabdeckung, Konzentration und Risikoprofil. Während MSCI USA und S&P 500 den breiten US-Aktienmarkt abbilden, fokussiert sich der Russell 2000 auf kleinere Unternehmen und der Dow Jones auf eine begrenzte Auswahl etablierter Großkonzerne. Entsprechend fallen auch die Rendite- und Risikoeigenschaften unterschiedlich aus.
Für Anleger ist deshalb nicht allein entscheidend, welcher ETF gewählt wird, sondern welcher Index dahintersteht. Die Wahl des passenden Indexes sollte sich daher an den Anlagezielen, der gewünschten Diversifikation und der individuellen Risikobereitschaft orientieren. Ebenso wichtig ist es, den gewählten Index nicht isoliert zu betrachten, sondern im Kontext des gesamten Portfolios zu beurteilen. Erst das Zusammenspiel aller Anlagen entscheidet darüber, wie ausgewogen die Vermögensanlage insgesamt aufgestellt ist.
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