Arbeiten in der Schweiz

Grenzgänger: Die Säulen der Altersvorsorge in Deutschland und in der Schweiz

Wenn Sie in Deutschland wohnen und in der Schweiz arbeiten, verteilt sich Ihre Altersvorsorge auf beide Länder. In der gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge sind Sie in der Schweiz pflichtversichert, die private Vorsorge lohnt sich nur in Deutschland. Wir haben das Wichtigste für Grenzgänger zusammengefasst und zeigen Ihnen, wo Sie Steuervorteile nutzen können.

Daniel Schneider

Niederlassungsleiter Lörrach
Publiziert am
29. Juli 2022

Säule 1: Gesetzliche Altersvorsorge

Als Grenzgänger zahlen Sie in der Schweiz in die Alters- und Hinterlassenenversicherung (kurz AHV) ein. Die AHV ist eine Pflichtversicherung, die mit dem Umlageverfahren arbeitet: Die Beiträge fließen in die Leistungen der aktuellen Rentenempfänger, und die Erwerbstätigen erhalten Anspruch auf eine spätere, eigene Rente. Sie und Ihr Arbeitgeber führen Pflichtbeiträge für die AHV, die Invalidenversicherung (IV) und zum Erwerbsersatz (EO) in Höhe von je 5,3 Prozent des Bruttogehaltes ab.

In Deutschland müssen Sie keine Beiträge mehr in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen. Sie können aber prüfen, ob sich freiwillige Beiträge in Ihrem Fall lohnen. Die Höhe ist frei wählbar zwischen 83,70 Euro und 1.311,30 Euro pro Monat (Stand 2022).

Säule 2: Betriebliche Altersvorsorge

Im Rahmen der beruflichen Vorsorge (BVG) schließt Sie Ihr Arbeitgeber seiner Pensionskasse an. Pensionskassen arbeiten kapitalgedeckt, das heißt, Ihre späteren Leistungen speisen sich rein aus dem von Ihnen angesparten Kapital. Sie und Ihr Arbeitgeber teilen sich in der Regel die Beiträge.

Merkblatt

Als Grenzgänger die Schweizer Pensionskasse optimal nutzen

Das Merkblatt erklärt, worauf Sie als Grenzgänger bei der Pensionskasse achten müssen, welche Steuerfallen es gibt und wie Sie viel Geld sparen können.

Die Pensionskasse gliedert sich wie folgt:

1. Obligatorium

Die Gehaltsbestandteile von 21.510 bis 86.040 Franken sind pflichtversichert (Werte seit 2021). Grenzgänger können ihre Beiträge in das Obligatorium als Sonderausgabe von der Steuer abziehen. Die Beiträge des Arbeitgebers sind steuerfrei. Zum Ruhestand können Sie wählen, ob Sie eine Rente, das Kapital oder eine Mischform beziehen möchten.

2. Überobligatorium

Gehaltsbestandteile von 86.040 bis 129.060 Franken (Stand 2022) können freiwillig im sogenannten Überobligatorium versichert werden. Grenzgänger können bis zu 1.900 Euro pro Jahr der Beiträge als "Sonstige Vorsorgeaufwendungen" steuerlich absetzen. Allerdings ist dieser Betrag meist durch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft. Die Arbeitgeberbeiträge müssen als geldwerte Vorteile versteuert werden. Sie können die Rente, den Kapitalbezug oder eine Mischform wählen.

3.1e-Kadervorsorge

Gehaltsbestandteile zwischen 129.060 und 860.400 Franken (Stand 2022) können in der sogenannten 1e-Kadervorsorge versichert werden. Die Beiträge werden vor Steuern vom Gehalt abgezogen. Sie entscheiden, mit welcher Anlagestrategie Ihr Kapital angelegt werden soll. Diese hängt von Ihrem persönlichen Risikoprofil und Ihrem Anlagehorizont ab. 4 Prozent der Beiträge fließen in eine Invaliditäts- und Todesfallversicherung. Zum Ruhestand ist bei den meisten Anbietern nur der Kapitalbezug möglich.

Tipp: Die Entscheidung, das Pensionskassenguthaben als Rente oder Kapital zu beziehen, ist eine der Wichtigsten Ihres Berufslebens. Sie hat einen sehr großen Einfluss auf Ihre Einkommens- und Vermögensplanung im Ruhestand. Bei Auszahlung muss das Kapital oder die Rente versteuert werden. Abhängig von der individuellen Situation können die steuerlichen Unterschiede enorm sein. Lassen Sie sich professionell und unabhängig beraten. Ein erfahrener Experte zeigt Ihnen, welches Vorgehen in Ihrer Situation am besten ist.

Säule 3: Private Altersvorsorge

Anders als Schweizern stehen Grenzgängern die Steuervorteile der Säule 3a nicht offen. Grenzgänger können aber die staatlich geförderten Möglichkeiten in Deutschland nutzen:

Direktversicherung

Grenzgänger können die Beiträge steuerlich absetzen. Die Grenze sind 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung (Stand 2022: 84.600 Euro, 4 Prozent davon sind 3.384 Euro). Besteht keine pauschalbesteuerte, betriebliche Altersversorgung, können weitere 3.384 Euro in Form einer Gehaltsumwandlung eingezahlt werden. Die Renten müssen versteuert werden. 
 

Merkblatt

Basisrente mit Wertpapieren: Altersvorsorge mit Steuervorteil

Die Basisrente ist eine steuerbegünstigte Altersvorsorge, bei der man hohe Beträge steuerlich geltend machen kann.

Rürup-Rente (Basisrente)

Sie können 25.639 Euro pro Jahr einzahlen (Ehepaare das Doppelte) und 94 Prozent davon als Vorsorgeaufwand absetzen (Stand 2022). In der Sparphase fällt keine Kapitalertragssteuer an, der Wertzuwachs ist steuerfrei. Die Rente muss versteuert werden.

Hinweis: Grenzgänger erhalten keine Riester-Förderung. Bestehende Riester-Rente-Verträge kann man ruhend stellen. Zulagen müssen nicht zurückgezahlt werden.