Geldanlagen

Wie Sie von passivem Einkommen leben können

Mit seinem Vermögen jeden Monat so hohe Erträge erzielen, dass man davon gut leben kann. Dieses Ziel muss keine Utopie bleiben – wenn man rechtzeitig die richtigen Maßnahmen ergreift und diszipliniert daran festhält.

Porträt von Herrn Albert Bitter, Director (Leiter) in Frankfurt am Main.

Albert Bitter

Funktion Ruhestandsexperte

Publiziert am

10. Juli 2026

Es ist eine schöne Vorstellung, nicht auf Arbeitseinkommen angewiesen zu sein und selbst bestimmen zu können, wann man in den Ruhestand geht.

Für viele Menschen kann dieser Wunsch Realität werden. Voraussetzung ist, dass man während des Erwerbslebens die richtigen Weichen stellt. Entscheidend ist es, Einkommensquellen zu erschließen, um die Rente zu ergänzen oder sogar zu ersetzen.

Die Rede ist von passivem Einkommen – also von Erträgen, die nicht mit einer Arbeitsleistung verbunden sind. Dazu zählen unter anderem Dividenden aus Aktien oder ETFs, Zinsen aus Anleihen oder Spareinlagen sowie Mieteinnahmen aus Wohnungen oder Häusern. Welche Einkommensquellen kommen infrage, und wie kann man sie erschließen? Eine Anleitung in drei Schritten:

Schritt 1: Kapitalbedarf klären 

Um ein regelmäßiges passives Einkommen zu beziehen, braucht man Vermögen. Damit lassen sich die Erträge erwirtschaften, aus denen passives Einkommen wird. Wie viel Kapital nötig ist, um die gewünschten Entnahmen zu erzielen, hängt von zwei Komponenten ab. 

  • Die erste ist die Rendite, die das Kapital einbringt. Je höher die Rendite, desto weniger Kapital ist nötig. In der Folge wird von einer Rendite von 4 Prozent nach Steuern ausgegangen. Das ist die Rendite, die man in der Vergangenheit langfristig mit einem Depot erzielen konnte, das zu 70 Prozent aus Aktien und zu 30 Prozent aus Anleihen bestand.
  • Die zweite Komponente ist der Zeitraum, für den das Kapital reichen muss. Darf es schon nach 15 Jahren aufgebraucht sein, kann man jeden Monat deutlich mehrentnehmen, als wenn es 20,25 oder 30 Jahre reichenmuss. Am wenigsten passives Einkommen kann man sich auszahlen, wenn das Kapital vollständig erhalten bleiben soll, solange man lebt. Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie möchten jeden Monat 3.000 Euro beziehen, um früher in den Ruhestand zu gehen oder Ihre Erwerbstätigkeit schrittweise zu reduzieren. Wie viel Vermögen brauchen Sie dafür? Die Tabelle unten zeigt, dass die Antwort davon abhängt, wie lange das Vermögen reichen muss. 

Variante A: Sie entnehmen 20 Jahre lang jeden Monat 3.000 Euro, bis das Kapital aufgebraucht ist. Dafür reichen 500.000 Euro Vermögen. 

Variante B: Sie planen mit einem Zeitraum von 30 Jahren. Dann brauchen Sie 636.000 Euro. 

Variante C: Das Kapital soll bis zum Lebensende vollständig erhalten bleiben. In diesem Fall braucht es deutlich mehr Kapital, nämlich 920.000 Euro.

Schritt 2: Kapital ansparen 

Jetzt geht es darum, das notwendige Kapital anzusparen. Dafür gibt es die folgenden Möglichkeiten: 

  • ETF-Sparplan: Damit kann man schon mit kleinen Summen breit diversifiziert in regelmäßigen Abständen Geld am Aktienmarkt investieren (zum Beispiel einmal im Monat). Bei 6 Prozent Rendite werden daraus im Lauf der Jahre enorme Beträge. 
  • Aktiendepot: Wertsteigerungen sind zwar nicht garantiert. In der Vergangenheit brachten breit gestreute Depots pro Jahr aber rund 6 Prozent Rendite nach Steuern ein. Man muss aber Schwankungen aushalten. 
  • Immobilien: Wohnungen und Häuser binden viel Kapital und verursachen Sanierungsaufwand. Wertsteigerungen sind nicht garantiert, und staatliche Regelungen zum Mieterschutz begrenzen die Mieteinnahmen. 
  • Lebens-/Rentenversicherung: Die erwarteten Erträge sind gering. Sinnvoller ist es, Risikoabsicherung und Geldanlage zu trennen. 
  • Sparkonto, Festgeld und Tagesgeld: Diese Anlageformen eignen sich nicht für den Vermögensaufbau, weil die Zinsen dafür zu gering sind. In der Auszahlungsphase können sie aber eine wichtige Rolle spielen.

Schritt 3: Kapital verzehren

Es ist so weit – die Zielsumme ist angespart. Ab jetzt liefern die Erträge passives Einkommen, etwa mithilfe der Etappenstrategie: In der ersten Etappe fließt ein Teil des Kapitals in einen Verbrauchsteil, aus dem das Einkommen ausgezahlt wird. Dieser Teil wird sicher angelegt. Der Rest fließt in einen Wachstumsteil, der renditestark in Wertpapiere investiert wird. Nach zehn Jahren wird der Verbrauchsteil mit den Erträgen aus dem Wachstumsteil aufgefüllt, und es beginnt die zweite Etappe. 

Tipp: Sie haben schon Vermögen aufgebaut? Dann gehen Sie auf Nummer sicher und lassen Sie von unabhängigen Experten berechnen, wie viel passives Einkommen Sie jeden Monat daraus beziehen können.

Weitere Informationen

Sie wollen Ihr Einkommen im Ruhestand sichern? Bestellen Sie das Merkblatt, oder lassen Sie sich im VZ VermögensZentrum beraten, wie Sie mit Ihrem Vermögen ein regelmäßiges passives Einkommen erwirtschaften. Das erste Gespräch ist kostenfrei und verpflichtet zu nichts.