Geldanlagen

Warum Market Timing an der Börse meistens scheitert

Immer wieder mal kann es an den Aktienmärkten – wie derzeit – unruhig werden. Wer in einer Phase fallender Kurse verkauft, kann später teils deutlich günstiger wieder einsteigen. Doch das ist blanke Theorie. In der Praxis scheitert eine solche Strategie meistens.

Jonas Mechlinski

Jonas Mechlinski

Funktion Anlageexperte

Publiziert am

11. März 2026

Bei der Aktienanlage kommt es immer wieder zu Phasen, in denen die Märkte nach unten korrigieren. So wie auch derzeit wieder im Zuge des Iran-Krieges. Solche Korrekturen erwecken den Eindruck, dass es sich lohnen könnte, vor dieser Bewegung aus dem Markt zu gehen und nach dem Ende der Korrektur wieder einzusteigen.

Bloß: Wie wissen Anlegerinnen und Anleger, wann die Abwärtsbewegung beginnt und wann sie endet?

Die Problemzone Bauchgefühl

Das so genannte Market Timing – also Wertpapiere zum passenden Zeitpunkt kaufen und verkaufen – funktioniert in den allermeisten Fällen nicht. Oft beruhen solche Entscheidungen auf dem Bauchgefühl. Dieses ist alles andere als ein guter Ratgeber (siehe Grafik unten). 

Vielmehr kommt es vor, dass Anleger sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf zu spät handeln.

Darstellung: So reagieren Anleger typischerweise

Legen die Aktienmärkte über eine längere Zeit zu, machen sich viele Anleger Sorgen, dass sie kurz vor einer Marktkorrektur einsteigen könnten, der Einstieg also zu früh erfolgen könnte. Meist warten sie dann mit einer Investition ab, bis der Markt um einen bestimmten Prozentsatz gefallen ist, sodass sie zu niedrigeren Kursen günstiger wieder einsteigen können.

Doch in der Praxis wagen sich nur wenige Anleger aus der Defensive, wenn die Märkte über einen längeren Zeitraum sinken. Denn auch hier droht aus Anlegersicht die Gefahr, dass der Einstieg zu früh erfolgen könnte und die Märkte noch weiter fallen. Das kann zur Folge haben, dass viele Anleger zu lange mit dem Wiedereinstieg warten. Bei einer Aufwärtsphase steigen sie zu spät ein, und bei einer Abwärtsphase zu spät aus.

Zahlreiche Untersuchungen bestätigen, dass die Rendite in den meisten Aktienmärkten mit dem Versuch des Market Timing in den letzten 50 Jahren niedriger war als bei einem Soforteinstieg. Denn das grundsätzliche Problem von Market Timing ist, dass es sich erst in der Rückschau sagen lässt, wann ein Tief- oder Höhepunkt erreicht wurde.

Für die Mehrheit der Anleger dürfte daher ein Soforteinstieg mit langfristiger Perspektive die bessere Wahl sein: Eine Kaufen-und-Halten-Strategie. Dabei werden Wertpapiere gekauft und langfristig gehalten. Der Vorteil: Mit einer solchen Anlagestrategie können die Schwankungen an den Börsen ausgesessen werden.

Vom Rebalancing profitieren

Eine Kaufen-und-Halten-Strategie lässt sich mit einem regelbasierten Rebalancing sogar noch optimieren: Hierbei wird die Gewichtung der Anlageklassen innerhalb eines Portfolios regelmäßig auf die eingangs gewählte Zielquote zurückgeführt – also beispielsweise 70 Prozent Aktien und 30 Prozent Anleihen. Fällt die Aktienquote aufgrund einer Marktschwäche zum Beispiel auf 60 Prozent, werden gezielt Aktien nachgekauft, um wieder auf einen 70-Prozent-Aktienanteil zu kommen.

Dies hat für den Anleger mehrere Vorteile. Zum einen hält er die Rendite- und Risikoerwartungen im Rahmen seiner ursprünglich definierten Anlagestrategie. Er investiert zum anderen auch antizyklisch. Der Grund: Anlageklassen mit einer positiven Kursentwicklung werden mit Gewinn verkauft, während Anlageklassen mit einer negativen Kursentwicklung zu niedrigeren Kursen nachgekauft werden.

Anleger, die eine solche um regelbasiertes Rebalancing optimierte Kaufen-und-Halten-Strategie umsetzen möchten, sollten dabei vor allem auf geringe Kosten achten. Denn bei der langfristigen Geldanlage sind niedrige Gebühren ein wichtiger Erfolgsfaktor. Deswegen eignet sich die Kaufen-und-Halten-Strategie besonders gut für einen langfristigen Vermögensaufbau.

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