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Weltwirtschaft stabilisiert sich trotz US-Zöllen – fünf Gründe für die Erholung

Die US-Zölle haben die Weltwirtschaft nicht aus der Bahn geworfen. Tatsächlich hat sie sich 2025 sogar stabilisiert. Fünf Faktoren erklären die überraschende Erholung.

Porträt von Herrn Tobias Wenz, Senior Financial Analyst bei VZ VermögensZentrum.

Tobias Wenz

Funktion Finanzanalyst

Publiziert am

10. Dezember 2025

Vor etwas mehr als einem halben Jahr hat US-Präsident Donald Trump Schockwellen durch die globalen Lieferketten gesendet, als er viele Länder mit hohen Einfuhrzöllen versah. Doch die jüngsten Einkaufsmanagerindizes zeigen, dass die weltweite Konjunktur im Herbst an Fahrt aufgenommen und sich von dieser Delle bereits wieder erholt hat.

Für diese Entwicklung gibt es fünf Gründe:

  1. Bedeutung für die Weltwirtschaft: Die USA haben zwar eine dominante Stellung in der Weltwirtschaft – mit dem Dollar als Weltwährung und dem mit Abstand größten Kapitalmarkt der Welt. Aber in Handelsfragen bleibt ihre Reichweite beschränkt. Nur 13 Prozent des Welthandels betreffen den Austausch mit den USA.

2. Keine Zölle auf Dienstleistungen: Dienstleistungen sind generell zollbefreit. Betroffen ist nur der Warenhandel.

3. Viele Zoll-Ausnahmen: Selbst im Warenhandel haben die USA in der Zwischenzeit zahlreiche Ausnahmen für bestimmte Güter gewährt.

4. Keine Nachahmer-Effekte: Die anderen Handelsnationen sind dem Beispiel der USA nicht gefolgt. Der Rest der Welt hat keine gegenseitigen Zollhürden aufgebaut.

5. Abschluss von Zoll-Deals: Viele Länder haben mit den USA "Deals" abgeschlossen und so Zoll-Erleichterungen erwirkt.

Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat in der Folge ihre BIP-Prognosen für die USA und die Eurozone angehoben (siehe Grafik unten). Neu werden für das kommende Jahr weltweit ähnlich hohe Wachstumsraten erwartet wie für dieses Jahr. Der befürchtete Abschwung der Weltwirtschaft wird damit wohl nicht eintreten.

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Bessere US-Jobdaten als erwartet

Die Zahl der offenen Stellen in den USA blieb im Oktober mit 7,7 Millionen stabil und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Die Einstellungsquote und die Trennungsrate lagen jeweils bei 3,2 Prozent, wobei die Zahl der Neueinstellungen und der Gesamtaustritte bei 5,1 Millionen verharrte.

Ölpreis 2026 tiefer erwartet

Die EIA (U.S. Energy Information Administration, eine Behörde des US-Energieministeriums) erwartet, dass der Preis für Rohöl der Nordeesorte Brent im ersten Quartal 2026 auf rund 55 Dollar pro Barrel fallen und den Rest des Jahres stabil bleiben wird. Dies könnte die globale Konjunktur unterstützen.

Chinas Außenhandel zieht wieder an

Die Exporte haben im November dank der Entspannung im US-Zollstreit überraschend stark zugelegt. Die Ausfuhren wuchsen im Jahresvergleich um 5,5 Prozent, erwartet wurden nur 3,8 Prozent.

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