Geldanlagen

Warum es riskant ist, in Einzelaktien zu investieren

Anleger, die Einzelaktien kaufen, brauchen viel Sachkenntnis und Disziplin. Sonst laufen sie Gefahr, Fehler zu begehen, die ihnen die Performance verhageln. Sinnvoll ist es deshalb auch für erfahrene Aktien-Anleger, sich professionelle Unterstützung zu holen.

Tim Hildenbrand

Finanzexperte

Buy and hold eignet sich bei Einzelaktien nicht

Viele Aktionäre machen sich diese Mühe jedoch nicht. Sie entscheiden sich, oft aufgrund von vermeintlich heißen Tipps oder dem eigenen Bauchgefühl, für irgendwelche Aktien und lassen diese dann viele Jahre oder sogar Jahrzehntelang im Depot – egal, was passiert. Das kann gut gehen. Oder auch nicht. Zwar hat sich der Grundsatz "buy and hold" (kaufe und behalte) bei der Aktienanlage in der Vergangenheit bewährt. Das gilt aber nur für den Gesamtmarkt, nicht für jede einzelne Aktie. 

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Am Aktienmarkt kommt es immer wieder zu – mitunter auch scharfen – Korrekturen. Davon hat sich der Aktienmarkt in der Vergangenheit immer erholt. Mehr noch: Früher oder später folgte auf jede Korrektur stets ein neues Rekordhoch. Bei diesen Aufholjagden blieben aber stets zahlreiche Aktien auf der Strecke. Das hat einen guten Grund: Einzelne Geschäftsmodelle werden immer wieder zugunsten von anderen aussortiert. In Krisenzeiten beschleunigt sich dieser Prozess.

Würde ich diese Aktie heute noch kaufen?

Selbst vermeintliche Überflieger blieben von dieser Bereinigung nicht verschont: Die Fluggesellschaft Air Berlin, der Handyhersteller Nokia oder der Zahlungsdienstleister Wirecard sind nur prominente Beispiele für ehemalige Vorzeigeunternehmen, die entweder verschwunden oder in die Bedeutungsloslosigkeit versunken sind.

Die Beispiele verdeutlichen: Buy and hold kann bei Einzelaktien zu verheerenden Ergebnissen führen.  Anleger sollten sich vielmehr stets fragen: "Würde ich diese Aktie Stand heute erneut kaufen?" In vielen Fällen müsste die Antwort lauten: "nein". Und dann müssten Anleger diese Aktie konsequenterweise eigentlich verkaufen. Vielen Anlegern fällt es allerdings schwer, sich von Aktien mit Verlust zu trennen. Stattdessen nehmen sie sich vor, die Aktie mindestens so lange zu behalten, bis der Einstandskurs wieder erreicht ist. Darauf warten sie meist vergeblich. 

Doch auch wenn es ihnen nach vielen Jahren gelingt, die Aktie zu ihrem damaligen Einstandskurs zu veräußern, müssten Anleger sich eigentlich eingestehen, dass das Investment faktisch ein Flop war. Denn das Geld hätten sie anderweitig gewinnbringender anlegen können.

ETFs sind erfolgversprechender 

Sie haben keine solchen Verlustbringer im Depot? Glückwunsch. Trotzdem sollten Sie bedenken: Auch ohne solche Ausreißer nach unten ist ein Engagement am Gesamtmarkt – zum Beispiel über kostengünstige ETFs – in der Regel erfolgversprechender als die Anlage in Einzelaktien. Das verdeutlicht folgende Beispielrechnung (siehe Grafik).

Die Grafik zeigt, wie ein Anleger, der lediglich eine oder zwei  Aktien aus dem Beispielindex herausgepickt hat, im Vergleich zum Index abgeschnitten hat. Ergebnis: Der Anleger hat nur dann den Index geschlagen, wenn er Aktie A ausgewählt hat. In allen anderen Konstellationen war der Index der Einzeltitelauswahl überlegen. Insgesamt haben 71 Prozent der möglichen Kombinationen schlechter abgeschnitten als der Index.

Tipp: Greifen Sie auch als erfahrener Einzelaktien-Anleger auf die Expertise von Profis zurück. Dafür eignet sich zum Beispiel die Depotberatung des VZ VermögensZentrums hervorragend. Als Depotberatungskunde managen Sie Ihr Aktiendepot selbst, können sich aber jederzeit im Gespräch mit einem VZ-Experten austauschen und zum Beispiel seine Meinung zu einer bestimmten Aktie einholen.