Geldanlagen

So machen Sie sich mit einer Abfindung finanziell unabhängig

Sie verlieren Ihre Arbeitsstelle und erhalten eine Abfindung? Wenn Sie jetzt richtig vorgehen, müssen Sie möglicherweise nie wieder arbeiten.

Carina Freibott

Ruhestandsexpertin
Aktualisiert am
07. November 2022

Die Hiobsbotschaft ereilte Rainer Seidl an einem Freitag, den 13. Nach 33 Jahren als leitender Angestellter im selben Betrieb wurde dem 61-Jährigen mitgeteilt, dass er nicht mehr gebraucht werde. Die Abfindung in Höhe von gut 300.000 Euro netto empfand Seidl nur als schwachen Trost. Denn eine neue, gut bezahlte Stelle zu finden, schien ihm in seinem Alter so gut wie aussichtslos.

Informieren Sie sich jede Woche über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten:

Nachdem sich sein Ärger gelegt hatte, machte sich Seidl klar: Die Abfindung reicht locker, um den Zeitraum bis zu seinem regulären Renteneintritt in fünf Jahren finanziell zu überbrücken.

Pro Jahr stehen ihm 60.000 Euro netto zur Verfügung. Legt er das Geld an, erhöht sich diese Summe: Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von 3 Prozent kann er fünf Jahre lang über 63.600 Euro netto verfügen – ohne dass Seidl einen neuen Job antreten muss. Wären es bei ihm nur noch drei Jahre bis zur Regelaltersrente, stünden ihm pro Jahr bei 3 Prozent Rendite netto sogar 103.000 Euro zur Verfügung (siehe Tabelle unten).

Merkblatt

Abfindung: Wie Sie in wenigen Schritten viel Steuern sparen

Bei Abfindungen geht oft viel Geld für Steuern verloren. Lesen Sie, mit welchen Maßnahmen Sie die Steuerbelastung senken können.

Noch komfortabler wäre Seidls finanzielle Lage, wenn er die Auszahlung der Abfindung steuerschonend gestaltet hätte. Zwar kann die automatisch angewandte sogenannte Fünftelregel die Steuerlast senken. Doch die Abgaben lassen sich noch weiter reduzieren:

Seidl hätte die Firma bitten können, die Auszahlung erst im Folgejahr vorzunehmen. Da er dann (außer Kapitalerträgen) kein Einkommen mehr erzielen wird, würde die Abfindung deutlich geringer besteuert als bei Auszahlung noch im Jahr 2022.

Seidl hätte bis zu 25.639 Euro (wäre er verheiratet, sogar 51.278 Euro) in die gesetzliche Rente, eine Betriebsrente oder einen staatlich geförderten Sparvertrag einzahlen können. So wäre dieser Teil der Abfindung nicht der Besteuerung unterlegen.

Tipp: Stellen Sie sicher, dass Ihre Abfindung steueroptimiert investiert wird und das Geld möglichst lange reicht. Lassen Sie berechnen, wie Sie Ersparnisse wie eine Lebensversicherung, einen Bausparvertrag, eine Schenkung oder ein Erbe anlegen, damit Sie nicht mehr arbeiten müssen.