Schutz vor Kursverlusten hat seinen Preis

Geldanlagen

Einige Fonds versprechen, Verluste an den Aktienmärkten abzufedern und gleichzeitig an Kurssteigerungen teilzuhaben. Diese sogenannten Buffer-ETFs können in bestimmten Marktphasen Vorteile bieten. Langfristig überwiegen jedoch oft die Nachteile.

Publiziert am

9. September 2026

In den vergangenen Jahren haben verschiedene Anbieter auch in Deutschland sogenannte Buffer-ETFs auf den Markt gebracht. Diese funktionieren ähnlich wie strukturierte Kapitalschutz- oder Renditeoptimierungsprodukte: Sie begrenzen mögliche Kursverluste, verzichten dafür aber auf einen Teil der Kursgewinne.

Um dies zu erreichen, werden Buffer-ETFs mit Optionsstrategien umgesetzt, weshalb sie als komplexe Finanzprodukte gelten.

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Der Vorteil solcher Produkte liegt darin, dass das Risiko innerhalb eines festgelegten Zeitraums besser kalkulierbar ist. Das kann insbesondere für Anleger interessant sein, die starke Kursschwankungen vermeiden möchten – etwa, weil sie risikoscheu sind oder kurz vor dem Ruhestand stehen und die Gefahr von Kursverlusten minimieren möchten.

Fällt der zugrunde liegende Index, federt ein solcher ETF Verluste bis zu einer bestimmten Grenze ab. Liegt der Schutz beispielsweise bei 15 Prozent und der Index verliert innerhalb eines Jahres 15 Prozent, entsteht dem Anleger kein Verlust. Fällt der Markt noch stärker, muss der Anleger die darüber hinausgehenden Verluste selbst tragen.

Steigen die Aktienmärkte, profitieren Anleger ebenfalls von der positiven Entwicklung. Die Gewinnchancen sind jedoch begrenzt. Steigt der Index beispielsweise um 25 Prozent, während der ETF eine Obergrenze von 12 Prozent vorsieht, erhält der Anleger lediglich diese 12 Prozent.

Der Schutz vor Kursverlusten hat jedoch seinen Preis. Anleger verzichten bei steigenden Märkten auf einen Teil der möglichen Rendite. Zudem fallen in der Regel höhere Kosten an als bei klassischen passiven ETFs. Während Buffer-ETFs jährliche Gebühren von bis zu 0,9 Prozent aufweisen, kostet ein klassischer ETF auf den S&P 500 jährlich weniger als 0,1 Prozent. Diese höheren Kosten belasten die Rendite längerfristig spürbar.

Wichtig ist außerdem, dass der Verlustschutz an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Er entfaltet seine volle Wirkung nur, wenn die Anlage zu Beginn der festgelegten Periode erfolgt und bis zu deren Ende gehalten wird. Wer später einsteigt oder vorzeitig aussteigt, profitiert unter Umständen nur teilweise von der vorgesehenen Absicherung.

Zu beachten ist ebenfalls, dass Buffer-ETFs ihre Vorteile hauptsächlich dann ausspielen, wenn der Markt sich seitwärts bewegt oder nur leicht steigt oder fällt. Für langfristig orientierte Anleger ist häufig ein breit diversifiziertes Portfolio mit kostengünstigen ETFs die attraktivere Lösung.

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