US-Arbeitsmarkt schwächelt überraschend

Geldanlagen

Im Juli gingen erstmals seit sechs Monaten Stellen verloren. Die Abkühlung am Arbeitsmarkt könnte den Inflationsdruck dämpfen und der US-Notenbank Spielraum bei den Zinsen verschaffen.

Porträt von Herrn Christoph Sax, CIO (Leiter Anlagestrategie) bei VZ VermögensZentrum.

Dr. Christoph Sax

Funktion Chefökonom

Publiziert am

12. August 2026

In den USA bleiben viele Unternehmen bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze zurückhaltend, obschon die Wirtschaftslage solide ist. Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass es derzeit viele Unsicherheitsfaktoren gibt. Es ist schwierig abzuschätzen, wie sich das geopolitische Umfeld in den kommenden Monaten entwickelt. Im Juli ist der Stellenbestand in der Summe sogar gesunken – erstmals seit einem halben Jahr. Unter dem Strich sind 23.000 Stellen weggefallen (siehe Grafik unten).

Die amerikanischen Dienstleister haben praktisch keine Jobs geschaffen. Beim Staat fielen überraschend viele Stellen weg. Dieser Abbau ist mehrheitlich auf das Bildungswesen zurückzuführen, wo die Sommerferien das Bild vermutlich überzeichnet haben. Dieser saisonale Effekt dürfte wohl im August und September zumindest teilweise kompensiert werden. Unter dem Strich entwickelt sich der Arbeitsmarkt in den USA klar unter den Erwartungen.

Dies wiederum spielt der US-Notenbank Fed in die Hände: Wenn der Arbeitsmarkt schwächelt, lässt in der Regel auch der Lohndruck nach. Gleichzeitig dürfte sich die Konsumnachfrage etwas abschwächen, was den Inflationsdruck ebenfalls hemmt.

Damit steigen die Chancen, dass die US-Notenbank den Leitzins bis auf Weiteres nicht erhöhen muss. Das Jahreswachstum der durchschnittlichen Stundenlöhne hat auch weiter nachgelassen. Es schwächte sich im Juli von 3,4 auf 3,2 Prozent ab. Für das laufende Jahr ist ein klar fallender Trend erkennbar. Dennoch rechnen Investoren weiterhin mit mindestens einer Leitzinserhöhung in den kommenden Monaten.

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Stimmung bei US-Kleinunternehmen steigt

Der NFIB Small Business Optimism Index stieg im Juli um 2,4 Punkte auf 99,8 und signalisiert eine verbesserte Stimmung bei US-Kleinunternehmen. Gleichzeitig nahm die Unsicherheit leicht zu. Inflationssorgen gingen deutlich zurück, ebenso die Preiserhöhungsabsichten. Als größte Herausforderung nannten die Unternehmen die Verfügbarkeit und Qualität von Arbeitskräften.

Chinas Exporte steigen

Die chinesischen Ausfuhren legten im Juli auf Dollarbasis gegenüber dem Vorjahresmonat um 24 Prozent zu, Analysten hatten lediglich mit einem ‌Plus von ⁠22,2 Prozent gerechnet. China profitierte unter anderem vom weltweiten Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Das trieb die Nachfrage nach Hightech-Gütern in die Höhe.

Konjunktur in der Eurozone im Aufschwung

Der Sentix-Konjunkturindex für die Eurozone steigt im August den vierten Monat in Folge und erreicht mit 0,9 Punkten den höchsten Stand seit Beginn der Erholung im Frühjahr. Vor allem die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage verbesserte sich deutlich, während die Erwartungen nur leicht zulegen. Die Daten deuten auf eine weitere Stabilisierung der Konjunktur hin, gestützt durch höhere Investitionen und staatliche Ausgaben. Auch in Deutschland hellt sich die Stimmung auf, der Indikator bleibt jedoch im negativen Bereich.

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