Technologieaktien sind wieder günstiger geworden

Geldanlagen

Dank gestiegener Gewinne und teilweise rückläufiger Kurse sind Technologieaktien inzwischen deutlich günstiger bewertet. Sollte sich die Marktstimmung verbessern, könnte der Sektor zusätzlichen Auftrieb erhalten.

Publiziert am

28. Oktober 2026

Technologieaktien galten lange als vergleichsweise teuer. Anleger waren bereit, für das erwartete Wachstum der Unternehmen hohe Preise zu bezahlen.

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Zuletzt hat sich dieses Bild jedoch verändert: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des IT-Sektors ist deutlich gesunken (siehe Grafik unten).

Anleger bezahlen damit heute weniger für einen Euro Unternehmensgewinn als zuvor. Dafür gibt es zwei Gründe: Einerseits haben die Aktienkurse teilweise nachgegeben, andererseits sind die Unternehmensgewinne weiter gestiegen.

Zweifel an den hohen Investitionen

Seit einigen Wochen stehen Technologieaktien unter Druck, insbesondere Halbleiterwerte. Anleger hinterfragen zunehmend, ob sich die hohen Investitionen auszahlen und ob sich einzelne Unternehmen damit finanziell übernehmen könnten. Noch ist nicht abschließend geklärt, in welchem Umfang sich die Ausgaben in zusätzliche Gewinne ummünzen lassen.

Auch die Zinserwartungen dürften die Kurse zuletzt gebremst haben. Die höheren Energiepreise verstärken den Inflationsdruck und könnten dazu führen, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik restriktiver ausrichtet. Am Markt wird deshalb mit einer weiteren Leitzinserhöhung im Dezember gerechnet.

Höhere Zinsen belasten insbesondere Aktien, deren erwartete Gewinne zu einem großen Teil in der Zukunft liegen. Mit steigenden Zinsen sinkt der heutige Wert dieser künftigen Erträge. Dadurch können die Bewertungen unter Druck geraten.

Gewinne wachsen weiter

Ein wesentlicher Treiber der gesunkenen Bewertungen war das starke Gewinnwachstum. Gemessen an den Unternehmensgewinnen sind Technologieaktien damit günstiger geworden, ohne dass sich die langfristigen Wachstumsperspektiven des Sektors grundlegend verschlechtert haben. Steigen die Unternehmensgewinne stärker als die Aktienkurse, geht das Kurs-Gewinn-Verhältnis zurück.

Seit Jahresbeginn haben Analysten ihre Gewinnerwartungen für den Technologiesektor kontinuierlich nach oben revidiert. Die Gewinne der IT-Unternehmen dürften allein dieses Jahr um 58 Prozent steigen. Die Aktien haben sich hingegen nur um 27 Prozent verteuert. Die Gewinnerwartungen haben sich damit deutlich dynamischer entwickelt als die Aktienkurse. Das kann auf weiteres Kurspotenzial hindeuten. Entscheidend ist jedoch, ob die Unternehmen die hohen Erwartungen tatsächlich erfüllen können.

Laufende Berichtssaison bringt Techwerte zusätzlich unter Druck

Ausschlaggebend für die jüngsten Kurskorrekturen bei Tech-Unternehmen waren unter anderem die ersten Quartalsmeldungen. Tesla und Meta legten vergangene Woche als erste Index-Schwergewichte des S&P 500 ihre Zahlen vor. Beide Unternehmen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich und wurden dennoch an der Börse abgestraft.

An der Börse zählen nicht nur die Ergebnisse der Vergangenheit, sondern vor allem auch der Ausblick. Besonders im Fokus standen die Geschäftszahlen von Meta: Zwar stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent, und auch der Gewinn überzeugte. Der freie Cashflow rutschte jedoch leicht ins Negative. Dieses Signal löste zwischenzeitlich eine Verkaufswelle bei zahlreichen Technologieaktien aus.

Heute legt mit Microsoft der erste große Technologiekonzern seine Ergebnisse vor. Insbesondere die Zahlen der Halbleiterunternehmen und der großen Hyperscaler (Betreiber großer Rechenzentren) dürften zeigen, ob das Gewinnwachstum anhält und die hohen Investitionen zunehmend Früchte tragen. Überzeugen die Ergebnisse und der Ausblick, könnten sich die Aktienkurse stabilisieren und wieder zulegen. Kleinere Kursrückgänge wurden in der Vergangenheit häufig mit einem starken Gewinnwachstum beantwortet.

Sollte sich die Stimmung an den Aktienmärkten wieder verbessern, könnte sich daraus eine interessante Konstellation ergeben. Steigen die Unternehmensgewinne weiter, wächst der fundamentale Wert der Unternehmen. Anleger dürften wieder bereit sein, mehr für Technologieaktien zu bezahlen.

Eine solche Entwicklung ist allerdings nicht garantiert. Bleiben die Zinsen hoch, verfehlen die Unternehmen die Gewinnerwartungen oder werden die langfristigen Wachstumsaussichten nach unten korrigiert, könnten die Kurse weiter unter Druck geraten.

Zudem ist ein niedrigeres Kurs-Gewinn-Verhältnis allein kein Beleg dafür, dass Aktien günstig sind. Entscheidend ist auch, wie nachhaltig die ausgewiesenen Gewinne sind und ob das erwartete Wachstum gerechtfertigt ist.

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