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Geldanlagen
Höhere Energiepreise treiben die Inflation in den USA nach oben. Kurzfristig könnten weitere Zinserhöhungen folgen, doch 2027 dürfte sich das Blatt bereits wieder wenden.
Dr. Christoph Sax
Funktion Chefökonom
21. Oktober 2026
Die Inflation in den USA hat sich zuletzt wieder beschleunigt. Im September lagen die Konsumentenpreise 3,7 Prozent höher als vor einem Jahr – das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als noch im August (siehe Grafik unten). Auch die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausgeklammert werden, zog von 2,4 auf 2,6 Prozent an. Beide Werte fielen damit etwas höher aus als erwartet.
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Für den Anstieg der Gesamtinflation waren vor allem höhere Energiepreise verantwortlich. Es gibt aber keine klaren Anzeichen dafür, dass die höheren Energiepreise bereits andere Güter und Dienstleistungen verteuern. Die jüngste Entwicklung muss deshalb noch keine Trendwende hin zu dauerhaft höherem Preisdruck bedeuten.
Die höhere Inflation hat dennoch Folgen für die Geldpolitik. An den Finanzmärkten wird derzeit erwartet, dass die US-Notenbank den Leitzins bis zum Jahresende nochmals anheben wird. Ob dies bereits nächste Woche geschieht, ist allerdings offen. Mehrere Vertreter der Notenbank haben sich zuletzt für ein vorsichtiges Vorgehen ausgesprochen. Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, wie lange die Energiepreise auf dem derzeit hohen Niveau bleiben.
Im Frühling 2027 jährt sich der kräftige Preisanstieg im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten. Bleiben die Energiepreise bis dahin ungefähr stabil, fällt dieser Effekt nach und nach aus dem Vorjahresvergleich. Allein dadurch könnte die US-Inflationsrate gegen Mitte 2027 um rund einen Prozentpunkt sinken. Voraussetzung ist allerdings, dass es an den Energiemärkten nicht zu einem erneuten starken Preisschub kommt. Damit könnte sich auch der geldpolitische Spielraum wieder vergrößern. Während kurzfristig noch bis zu drei weiteren Zinserhöhungen im Raum stehen, sind in der zweiten Jahreshälfte 2027 bereits wieder Zinssenkungen denkbar. Für Anleger ist deshalb entscheidend, ob die höheren Energiepreise von Dauer sind.
In den USA ist die Industrieproduktion im September stärker als erwartet gestiegen. Sie legte im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent zu. Ökonomen hatten nur einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet.
Chinas BIP konnte im dritten Quartal um 4,5 Prozent zulegen und damit die Analystenerwartungen von 4,4 Prozent übertreffen. Stützend wirkte vor allem die ausländische Nachfrage nach Technologiegütern. Sie konnte die weiterhin schwächelnde Konsumnachfrage im Inland kompensieren.
Die Industrieproduktion sank im August um 0,5 Prozent und verfehlte damit die von Ökonomen erwartete Zunahme von 0,2 Prozent. Damit ging die Industrieproduktion den dritten Monat in Folge zurück. Hohe Energiekosten und der Nahost-Konflikt belasten den Sektor.
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