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Geldanlagen
Jahrelang machte Gold seinem Ruf als Krisenwährung alle Ehre: Der Preis des Edelmetalls eilte von einem Rekord zum nächsten. Seit Anfang 2026 schwächelt er jedoch. Eine Kaufgelegenheit? Anleger sollten vorsichtig bleiben. Die Vergangenheit hat gezeigt: Beim Gold gab es immer wieder lange Durststrecken.
Funktion Finanzexperte
29. Juli 2026
Der Goldpreis erlebt immer wieder spektakuläre Rekordjagden. Im Januar erreichte er ein Rekordhoch von fast 5.600 Dollar. Doch seitdem ist der Preis wieder stark rückläufig. Das zeigt: Wer große Anteile seines Vermögens in Gold investiert, geht hohe Risiken ein.
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Ein Grund für den rasanten Anstieg des Goldpreises in den letzten Jahren waren Käufe durch Zentralbanken.
Eine Erklärung für dieses Verhalten: Mit Zentralbankgold verfügen Staaten über ein Finanzinstrument, mit dem sie sich im Konfliktfall gegen ausländische Sanktionen absichern können.
Auch niedrige Zinsen trieben den Goldpreis lange an. Denn je niedriger die Zinsen von Anleihen, desto unattraktiver werden sie als Konkurrenz zum Gold. Doch die Zinsen sind in den vergangenen Monaten wieder gestiegen. Das hat den Goldpreis zuletzt belastet. Zudem setzten nach den starken Kursanstiegen der Vergangenheit Gewinnmitnahmen ein: Viele Anleger haben verkauft, um die erzielten Gewinne zu sichern.
Obwohl Gold als Krisenwährung gilt und die geopolitischen Krisen 2026 wahrlich nicht weniger geworden sind, konnte der Goldpreis davon zuletzt nicht profitieren. Stärker wiegt aktuell offenbar ein psychologisches Phänomen. Viele Anleger rechnen nun damit, dass der langjährige Aufwärtstrend des Goldpreises beendet ist – und haben sich deshalb von ihren Beständen (oder von Teilen davon) getrennt.
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Seit einigen Wochen pendelt der Goldpreis um die Marke von 4.000 Dollar. Gut möglich, dass der Preis nicht weiter fällt und dass er sogar wieder zu einer neuen Rallye ansetzt. Doch niemand kann das seriös prognostizieren. Anleger sollten sich beim Gold vor Augen halten: Auf ganz lange Sicht – also von mehreren Jahrzehnten – steigt der Goldpreis kaum stärker als die Inflation.
Das bedeutet: Mit Gold haben Anleger langfristig Mühe, real – also unter Berücksichtigung der Teuerung – überhaupt nennenswerte Wertzuwächse zu erzielen. So hat sich der Goldpreis seit Anfang der 80er Jahre in etwa verfünffacht (siehe Grafik).
Das hört sich nach mehr an als es ist, denn die Inflation ist dabei nicht berücksichtigt. Zum Vergleich: Der US-Aktienindex S&P 500 hat sich im selben Zeitraum rund verzehnfacht. Hinzu kommen beim S&P 500 noch die Dividenden.
Der langfristig nur moderate Anstieg des Goldpreises hat viele Gründe. Der vielleicht wichtigste: Gold bringt seinen Besitzern keine Zinsen. Sind die Zinsen niedrig, fällt das nicht so sehr ins Gewicht, da ja dann auch mit Anleihen als Alternative nicht viel zu holen ist. Bei hohen Zinsen hingegen verliert Gold im Verhältnis zu Anleihen aber an Attraktivität.
Ein weiterer Grund, warum beim Goldpreis die Bäume dauerhaft nicht in den Himmel wachsen: Abgesehen von der Schmuckindustrie wird das Edelmetall von der Industrie eigentlich nicht gebraucht. Anders als Aktien und Anleihen trägt Gold also kaum zur Wertschöpfung der Wirtschaft bei.
Ist Ihr Geld optimal investiert?
Als kleiner Bestandteil des Vermögens indes kann Gold durchaus eine sinnvolle Rolle spielen. Denn das Edelmetall hat auch einige positive Seiten.
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Neben dem Gefühl der Sicherheit, das es in unsicheren Zeiten vermittelt, bietet es handfeste Steuervorteile: Während Zinseinnahmen sowie Dividenden und Kursgewinne auf Aktien pauschal mit rund 26,5 Prozent versteuert werden, sind Wertzuwächse auf physisches Gold steuerfrei, sofern es frühestens nach einem Jahr wieder verkauft wird.
Physisches Gold in Form von Barren oder Münzen kann auch leicht mitgenommen werden, wenn man zum Beispiel nach Ausbruch eines Krieges seinen Standort verlassen muss. Das geht mit Aktien und Anleihen nicht so einfach, mit Immobilien erst recht nicht.
Das hat allerdings seinen Preis. Der Erwerb von physischem Gold ist teuer: Die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis ist relativ hoch. Denn die sichere Lagerung und der Transport sind für die Händler teuer. Zudem müssen sie angekauftes Gold auf Echtheit prüfen und größere Mengen für potenzielle Kunden vorhalten. Auch der Besitz ist mit Kosten verbunden: Zur Sicherheit sollte es in einem Bankschließfach aufbewahrt werden.
Anleger können Gold kaufen, also in physisches Gold investieren, zum Beispiel als "Notreserve" für schlechte Zeiten. Hier steht die Wertaufbewahrungsfunktion von Gold im Mittelpunkt.
Dafür eignen sich Goldmünzen, die aus möglichst reinem Gold bestehen, wie etwa der kanadische Maple Leaf oder der österreichische Wiener Philharmoniker. Sie sind aus reinem Gold (999,9 Promille) und wiegen genau eine Unze. Sie sind nur wenig teurer als der Unzenpreis von Goldbarren. Der American Eagle (USA) und der Krügerrand (Südafrika) enthalten auch eine Unze Gold, sind wegen der Beimischung von Kupfer aber etwas schwerer.
Beim Kauf von Goldbarren sollte die Stückelung nicht zu klein sein, da zum Beispiel bei Ein- oder Fünf-Gramm-Goldplättchen der Aufpreis hoch ist. Alternativ können Anleger indirekt in Gold investieren. Dabei kaufen sie kein physisches Gold, sondern Geldanlageprodukte wie Gold-ETCs, das sind börsengehandelte Rohstoffe.
Hinweis: Anleger, die eine attraktive Rendite für ihr Kapital suchen, sollten sich deshalb nach anderen Anlageklassen umsehen. Allen voran nach Aktien. Die schwanken zwar stark und rauschen hin und wieder auch mal kräftig nach unten. Über längere Zeiträume bieten Aktien aber gute Chancen auf deutliche Kurssteigerungen. Zudem schütten viele Aktien Dividenden aus.
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Wie hoch der Goldanteil am Vermögen sein sollte, hängt von der Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft des Anlegers ab. Die Frage sollte vor allem im Rahmen einer Gesamtanlagestrategie beantwortet werden.
Wie eine sinnvolle Vermögensaufteilung aussehen kann und welche Rolle dabei Aktien, Anleihen, Immobilien und gegebenenfalls Gold spielen können, erklären Ihnen gerne die Expertinnen und Experten des VZ VermögensZentrums in einem kostenfreien und unverbindlichen Erstgespräch im VZ in Ihrer Nähe.
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