Geldanlagen

Die größten Börsenmythen

Viele Menschen haben völlig falsche Vorstellungen von der Börse und investieren deshalb entweder falsch oder gar nicht. Das liegt auch daran, dass sich einige Mythen um die Börse ranken, deren Wahrheitsgehalt äußerst überschaubar ist. Wir haben die bekanntesten Mythen untersucht und entlarvt. In drei Teilen stellen wir sie Ihnen vor. Hier der erste Teil unserer kleinen Serie.

Alexander Sebestian

Anlageexperte

Die ideale Aktienquote lautet: Lebensalter minus 100

Viele Bankberater empfehlen ihren Kunden, sich an diese Faustregel zu halten. Die Idee dahinter ist grundsätzlich nicht falsch. In jungen Jahren haben Anleger die Zeit, sich ein Vermögen aufzubauen und sollten eine entsprechend hohe Aktienquote haben. Je älter man wird, desto weniger Zeit bleibt, einen heftigen Kursrückschlag wieder auszubügeln. Deshalb sollte die Aktienquote im Lauf der Zeit reduziert werden.

Das Problem mit dieser Faustregel ist nur, dass sie die individuelle Situation jedes einzelnen Anlegers nicht berücksichtigt. Für manche Anleger kann es sinnvoll sein, auch im Rentenalter noch einen hohen Aktienanteil im Depot zu haben – zum Beispiel, wenn die Lebenshaltungskosten durch Renten oder Mieteinnahmen ausreichend abgedeckt sind.

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Sell in May and go away, but remember to come back in September

Auch an dieser Formel ist grundsätzlich etwas dran: Statistisch gesehen läuft es an der Börse in der Zeit von September bis Mai tatsächlich etwas besser als in den Sommermonaten von Mai bis September. Allerdings sind die Unterschiede nur marginal. Auch wenn die Kurszuwächse im Sommer statistisch geringer ausfallen, wäre es unklug, sie liegen zu lassen. Wohlgemerkt: Es gibt Jahre, in denen die Kurse in den Sommermonaten fallen. Im Schnitt aber steigen sie auch in dieser Phase (siehe Grafik).

Merkblatt

Depot-Check – die häufigsten Fehler von Anlegern

Unabhängige Depot-Checks des VZ zeigen: Viele Anleger gehen mit ihren Wertpapieren zu hohe Risiken ein und nutzen ihre Chancen zu wenig aus.

Wer in den vergangenen zehn Jahren stets im Mai aus dem Weltaktienmarkt ausgestiegen und im September wieder eingestiegen wäre, stünde heute schlechter da als ein Anleger, der einfach alles hätte laufen lassen. Zudem birgt diese Strategie die Gefahr, dass man im September doch nicht wieder einsteigt und dass einem dadurch auf lange Sicht die Chancen des Aktienmarktes entgehen.

Aktien sind nur etwas für Reiche.

Hierbei handelt es sich um ein Vorurteil, das gerade in Deutschland weit verbreitet ist. Viele Menschen, die sich noch nie mit Börse beschäftigt haben, glauben, dass man über ein großes Vermögen verfügen muss, um in Aktien investieren zu können. Das ist völlig falsch. In Wahrheit können Anleger schon für 100 Euro im Monat oder weniger breit diversifiziert am Aktienmarkt investieren – über börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs. Diese bilden ganze Aktienindizes ab.

Als Aktionär braucht man Fachwissen, sonst macht es keinen Sinn

Das stimmt, wenn man in Einzelaktien investiert. Denn dann sollte man sich in der Tat mit den wichtigsten Unternehmenskennzahlen auskennen und über die Branche, die Produkte und die Perspektiven der Unternehmen Bescheid wissen, in die man investiert. Wer allerdings in ETFs investiert, braucht ein solches Fachwissen nicht. Allerdings ist die Auswahl an ETFs riesig. Es ist deshalb sinnvoll, sich an einen unabhängigen Finanzdienstleister zu wenden, der aus dem Dschungel an ETFs die passenden auswählt und für seine Kunden ein sinnvolles ETF-Portfolio zusammenstellt, das seinen individuellen Bedürfnissen entspricht.