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Geldanlagen
Sowohl beim Geldanlegen als auch beim Fußball fühlt es sich oftmals richtig an, aktiv zu sein statt untätig zu bleiben. Doch ist mehr Aktion wirklich immer besser?
Michael Müller
Funktion Anlageexperte
10. Juni 2026
Diese Woche ist es wieder soweit: Neben Deutschland kämpfen erstmals 47 weitere Nationen um den Weltmeistertitel im Fußball. Neben spektakulären Torraumszenen und packenden Zweikampfduellen freuen sich viele Fans auch auf Elfmeterschießen, wenn ein Spieler die Möglichkeit bekommt, aus elf Metern ohne Gegenspieler direkt auf das Tor zu schießen. In dieser Situation können sich Torhüter auszeichnen, obwohl die Chance, den Ball zu halten, recht gering ist.
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Studien zeigen, dass Torhüter bei einem Elfmeter fast immer nach links oder rechts springen, obwohl statistisch gesehen ihre Chancen, den Ball zu halten, größer wären, wenn sie einfach in der Mitte stehen bleiben würden. Wenn der Ball ins Tor geht und der Torwart sich nicht bewegt, sieht es nicht gut aus und fühlt sich schlecht an. Der Druck zu handeln, kann entsprechend zu ineffektiven Entscheidungen führen.
Dieses Verhalten lässt sich mit dem wissenschaftlich dokumentierten Action Bias erklären. Dieser beschreibt die menschliche Neigung, auch dann aktiv zu handeln, wenn das Handeln voraussichtlich nutzlos oder sogar kontraproduktiv ist.
Auch an den Finanzmärkten ist bei Anlegern oftmals der erste Instinkt, zu handeln. Für Anleger fühlt es sich häufig richtig an, bei sinkenden Kursen zu verkaufen oder schnell noch auf heiße Trends zu setzen. Allerdings sollte man dem Drang möglichst widerstehen, das Portfolio zu häufig umzuschichten. Denn viele Transaktionen können hohe Handelsgebühren auslösen. Auch die Wahrscheinlichkeit, durch Käufe und Verkäufe langfristig den Markt zu schlagen, ist sehr gering.
Man sollte daher an seiner langfristigen und fundiert hergeleiteten Anlagestrategie diszipliniert festhalten und sich nicht durch Marktschwankungen, Trends oder Schlagzeilen zu unnötigen Aktionen verleiten lassen.
Dabei hilft beispielsweise das Rebalancing (siehe Grafik unten). Bei einer Anlagestrategie mit Rebalancing werden für jede Anlageklasse Zielgewichtungen festgelegt. Verändern sich die Zielgewichtungen durch Kursentwicklungen der einzelnen Anlageklassen und erreichen einen vorab definierten Schwellenwert, wird die Anlagestrategie wieder auf die Zielgewichtung zurückgesetzt. Auch durch den Einsatz von ETFs kann man unnötigen Aktionismus verhindern und sich die Marktrendite sichern.
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