Geldanlagen

Warum sich die ersten Leitzinssenkungen verzögern könnten

Unerwartet ist die Inflation in Deutschland wieder leicht angestiegen. Wie das zu erklären ist, mit welchen Effekten das zusammenhängt und was der Leitzins damit zu tun hat, lesen Sie im Text.

Michael Ausfelder
Marktstratege
Publiziert am
10. Januar 2024

Vorschnelle Hoffnungen auf frühe Zinssenkungen: Womöglich war bei den Leitzinserwartungen etwas viel Optimismus enthalten. Bereits nach den ersten Januartagen zeichnet sich ab, dass die ersten Leitzinssenkungen wahrscheinlich nicht so früh vorgenommen werden wie gedacht. Das sind die Erkenntnisse, die sich aus den jüngsten Inflationsdaten aus Deutschland, der Eurozone sowie dem US-Arbeitsmarktbericht ziehen lassen. 

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In Deutschland haben im Dezember die Teuerungsraten wieder leicht angezogen (vgl. Grafik). Die Gesamtteuerung stieg von 3,2 auf 3,7 Prozent, während die Kernteuerung von 3,8 auf 3,5 Prozent fiel. Bei der Kernteuerung werden Nahrungsmittel und Energie ausgeschlossen, da deren Preise oft größeren Schwankungen unterliegen.

Eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland zeigt sich auch in der Eurozone, wo das Preisniveau im Jahresvergleich von 2,4 auf 2,9 Prozent anzog. Die Kernteuerung nahm von 3,6 auf 3,4 Prozent ab.

Doch wie ist diese plötzliche Rückkehr zu einer höheren Teuerung einzuordnen? Sind das Anzeichen, dass Zinssenkungen für absehbare Zeit kein Thema mehr sind? Die Antwort darauf ist, dass vielmehr sogenannte Basiseffekte die Entwicklung verzerren. Vor genau einem Jahr gab es in Deutschland einen temporären Preisrückgang durch Energiesubventionen. Zudem setzte der Einzelhandel damals auf hohe Rabatte, um die übervollen Lager zu leeren. 

Sowohl für Deutschland wie für die Eurozone gilt: Sobald die Basis in den kommenden Monaten höher wird, dürfte die Inflation wieder nach unten gehen. Daraus lässt sich folgern, dass trotz der jüngsten Gegenbewegung bei der Inflation weitere Zinserhöhungen nicht nötig sind. Allerdings könnten sich die ersten Leitzinssenkungen bis Mitte 2024 verzögern.

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Geschäftsklima im Euroraum verbessert sich

Die Konsumenten sowie die Wirtschaft sind im Dezember in der Eurozone zuversichtlicher geworden. Das Barometer, welches das Geschäftsklima misst, ist um 2,4 Zähler auf 96,4 Punkte gestiegen. Die Daten zeigen, dass auch die Stimmung bei den Konsumenten besser wird. Sie sehen ihre künftige finanzielle Situation rosiger und sind optimistischer in Bezug auf ihre künftige finanzielle Situation.

US-Arbeitsmarkt bleibt stark

US-Unternehmen haben im Dezember 216.000 neue Stellen geschaffen. Das ist deutlich mehr als die von Ökonomen erwarteten 170.000 Jobs. Besonders viele Stellen wurden im öffentlichen Dienst und im Gesundheitssektor geschaffen. Derweil verharrt die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat unverändert bei 3,7 Prozent.  

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