Geldanlagen

In vier Schritten zur erfolgreichen Dividendenstrategie

Viele Anleger investieren in Aktien mit hohen Dividendenrenditen und setzen damit auf üppige Gewinnausschüttungen. Doch wer dabei ohne eine sinnvolle Strategie vorgeht, geht hohe Risiken ein.

Portrait Hannes Schnehle

Hannes Schnehle

Funktion Anlageexperte

Publiziert am

13. Mai 2026

Viele Anleger lassen sich bei der Aktienauswahl von hohen Dividendenrenditen locken. Die Dividendenrendite entspricht der Dividende in Prozent des Aktienkurses und macht die Dividenden verschiedener Unternehmen vergleichbar. Doch wer nur auf die Dividendenrendite achtet, geht ein hohes Risiko ein. Gerade für "Dividendenjäger" ist es daher wichtig, eine gute Strategie zu haben und diese konsequent umzusetzen.

Wer folgende vier Schritte beachtet, hat gute Chancen, mit Dividendenaktien erfolgreich zu sein:

1) Definition des Anlageuniversums

Zunächst definiert der Anleger das Anlageuniversum. Er legt damit fest, welche Aktien für eine Investition in Frage kommen. Das können beispielsweise sämtliche Mitglieder eines Aktienindexes sein. Wer etwa die größten börsengelisteten deutschen Unternehmen berücksichtigen will, wählt für sein Anlageuniversum die 40 Aktien aus dem DAX.

2) Unterteilung in Sektoren

Wer sich lediglich auf die Dividendenrendite der Aktien konzentriert, investiert oft nur in bestimmte Branchen, in denen hohe Dividenden gezahlt werden. Das macht das Portfolio risikoanfällig. Um das zu verhindern, kann der Anleger das Anlageuniversum in zyklische und defensive Sektoren unterteilen.

Zyklische Sektoren wie Finanzen und Halbleiter sind stark konjunkturabhängig. Die konjunkturelle Entwicklung beeinflusst die Kurse von Aktien aus diesen Sektoren stark.

Die Kurse von Aktien aus defensiven Sektoren wie Gesundheit und Lebensmittel sind dagegen weniger abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Kombination von Aktien aus zyklischen und aus defensiven Sektoren kann über alle Marktphasen hinweg zu einem ausgewogenen Portfolio führen.

3) Wahl der Aktien

Anschließend wählt der Anleger aus beiden Gruppen jene Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Er kann beispielsweise je ein Viertel seiner Anlagesumme in zwei Aktien aus zyklischen und in zwei Aktien aus defensiven Sektoren investieren.

Diese Anlageregel lässt sich verfeinern, wenn Anleger nicht nur die aktuellen Dividendenrenditen berücksichtigen, sondern beispielsweise die durchschnittlichen Dividendenrenditen über mehrere Jahre oder den Trend der Dividendenentwicklung.

Vorsicht: Eine sehr hohe Dividendenrendite kann auch ein Alarmsignal sein. Sie kann zum Beispiel bedeuten, dass der Kurs stark gefallen ist, weil das Unternehmen Probleme hat. Solche Unternehmen kürzen ihre Dividenden in den Folgejahren oft oder streichen sie ganz.

4) Überwachung des Portfolios

Wichtig ist, das Portfolio regelmäßig, beispielsweise jährlich, zu überwachen und falls nötig zu aktualisieren, indem Aktien durch andere mit dann höherer Dividendenrendite ersetzt werden.

Die Anlagedauer des Portfolios sollte wie immer bei Aktienanlagen mindestens zehn Jahre betragen. Wegen der geringen Diversifikation in nur wenige Aktien sollte ein solches Portfolio nur einen Teil der gesamten Anlagesumme umfassen und eingebettet sein in eine breite Anlagestrategie.

Weitere Informationen

Sie möchten in dividendenstarke Aktien investieren, um zum Beispiel ein zusätzliches regelmäßiges Einkommen im Alter zu erzielen? Dann lassen Sie sich im VZ VermögensZentrum beraten. Gern arbeiten die VZ-Experten eine für Sie passende Dividendenstrategie aus.