Warum steigt der Ölpreis nicht stärker?

Geldanlagen

Die Blockade der Straße von Hormus hat Ängste vor explodierenden Ölpreisen geschürt. Dennoch notiert Rohöl weit unter den prognostizierten 180 Dollar je Barrel. Die wichtigsten Gründe im Überblick.

Porträt von Herrn Christoph Sax, CIO (Leiter Anlagestrategie) bei VZ VermögensZentrum.

Dr. Christoph Sax

Funktion Chefökonom

Publiziert am

19. August 2026

Trotz der seit fast sechs Monaten anhaltenden Blockade der Straße von Hormus ist der Ölpreis von zeitweise 120 Dollar pro Barrel auf aktuell rund 90 Dollar gesunken (siehe Grafik unten). Viele Experten hatten angesichts des Ausfalls der weltweit wichtigsten Öltransportroute Werte von bis zu 180 Dollar prognostiziert.

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Dass dieser extreme Preisschub bisher ausgeblieben ist, lässt sich teilweise durch Gegenmaßnahmen erklären: China hat seine Importe deutlich gedrosselt, strategische Reserven wurden angezapft, ein Teil der Exporte wird über Pipelines umgeleitet und andere Förderländer haben ihre Produktion ausgeweitet.

Da diese Puffer jedoch ihre Grenzen haben und kein Ende des Konflikts in Sicht ist, reichen sie als alleinige Erklärung für das Ausbleiben steigender Ölpreise nicht aus. Die USA liefern hierzu eine plausible Erklärung. US-Präsident Donald Trump betonte wiederholt, dass der Öltransport funktioniere. Energieminister Chris Wright schätzt das Transportvolumen durch die Straße von Hormus auf neun Millionen Barrel pro Tag. Schließt man die erhöhten Ausfuhren über Pipelines mit ein, würden die Gesamtausfuhren am Persischen Golf damit nahe am Vorkriegsniveau liegen.

Unabhängige Schätzungen gehen hingegen von deutlich geringeren Werten zwischen fünf und sieben Millionen Barrel aus. Die US-Zahlen mögen etwas zu optimistisch angesetzt sein – zumal Washington dazu neigt, die Kriegsfolgen herunterzuspielen. Es gibt aber einige Indizien dafür, dass die offiziellen Zahlen den tatsächlichen Öldurchfluss durch die Straße von Hormus unterschätzen. Die Bestimmung der tatsächlichen Transportmengen ist schwierig geworden. Viele Tanker schalten ihre Transponder aus und passieren die Meerenge ohne Ortung. Zudem erschweren Umladungen auf hoher See die Nachverfolgung.

Hinzu kommt, dass der Zugang zu hochauflösenden Satellitenbildern auf Druck Washingtons stark eingeschränkt oder verzögert wurde, wodurch unentdeckte Passagen erleichtert werden. Dennoch verfügt das US-Militär über ein engmaschiges Netzwerk, und Anrainerstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Katar oder der Irak dürften ihnen verlässliche Daten liefern.

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Verbesserte Stimmung bei den US-Hausbauern

Der Stimmungsindex der US-Hausbauer stieg im August überraschend von 34 auf 35 Punkte. Trotz der leichten Verbesserung belasten hohe Hypothekenzinsen, steigende Baukosten und wirtschaftliche Unsicherheit den Markt weiter. Viele Bauträger locken mit Preisnachlässen und Kaufanreizen, da die Nachfrage schwach bleibt und potenzielle Käufer zurückhaltend sind.

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Die chinesische Industrieproduktion legte im Juli gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent zu. Im Zeitraum von Januar bis Juli verzeichnete die Industrieproduktion insgesamt ein Wachstum von 5,3 Prozent, während die Konsumnachfrage weiterhin verhalten bleibt.

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