Geldanlagen

US-Inflation auf dem Rückzug

Die Teuerung in den USA ist zuletzt wieder geringer geworden. Das eröffnet der Fed neuen Spielraum bei den Leitzinsen.

Publiziert am

15. Juli 2026

An den Finanzmärkten macht sich Erleichterung breit: Die US-Teuerungsrate ist zu Beginn des Sommers spürbar ins Rutschen geraten. Wie das Bureau of Labor Statistics (BLS) mitteilte, sank die jährliche Inflationsrate im Juni überraschend deutlich auf 3,5 Prozent (siehe Grafik unten). Im Vormonat Mai hatte der Wert noch bei einem Dreijahreshoch von 4,2 Prozent gelegen.

Auch die Kernteuerung, welche die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausklammert, gab nach und notiert nun bei 2,6 Prozent (nach 2,9 Prozent im Mai). Der Rückgang fiel in beiden Bereichen deutlich stärker aus als von den Ökonomen erwartet. Der Marktkonsens war von einer Gesamtteuerung von 3,8 Prozent und einer Kernrate von 2,8 Prozent ausgegangen. 

Die niedrigere Kerninflation resultierte vor allem aus Basiseffekten, während sich die Kernpreise gegenüber dem Vormonat weitgehend stabil entwickelten.

Der überraschend starke Rückgang der Gesamtinflation war hingegen in erster Linie auf die deutlich gesunkenen Öl- und Treibstoffpreise zurückzuführen. Die Benzinpreise an den US-Tankstellen fielen im Monatsvergleich um rund 9,7 Prozent. Dies bescherte den Verbrauchern eine spürbare Atempause. Allerdings trübt sich das Bild bereits ein: Im Juli zogen die Rohöl- und Energiepreise auf den globalen Märkten im Zuge neuer geopolitischer Spannungen im Nahen Osten wieder kräftig an. Experten gehen davon aus, dass dieser Preisanstieg die Inflation im Spätsommer erneut anheizen könnte.

Für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bedeuten die Juni-Zahlen vorerst eine Verschnaufpause. An den Finanzmärkten haben sich die Zinserwartungen prompt verschoben: Marktteilnehmer rechnen für das Treffen im September mehrheitlich mit einer Zinspause. Eine weitere moderate Leitzinserhöhung wird derzeit erst wieder für die Dezember-Sitzung eingepreist. Allerdings werden erst die kommenden Monate zeigen, ob sich der rückläufige Inflationstrend nachhaltig fortsetzt oder ob neue Preisimpulse die Fed erneut zu einer restriktiveren Geldpolitik zwingen. 

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