Geldanlagen

Bitcoin: Fünf Jahre ohne Rendite – aber mit hohen Risiken

Der Bitcoin gilt als einer der renditestärksten Anlageinstrumente der vergangenen Dekade. Wer jedoch auf dem Höhepunkt der Krypto-Euphorie im März 2021 investierte, steht heute ohne Gewinn da.

Publiziert am

8. Juli 2026

Der Bitcoin zählte in den vergangenen Monaten zu den schwächsten Anlageinstrumenten. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus in Dollar auf gut ein Viertel, seit dem Höchststand vor neun Monaten hat sich der Kurs halbiert (siehe Grafik unten).

In Bitcoin-Kreisen wird oft argumentiert, dass solche Rückschläge gute Einstiegsgelegenheiten seien, weil der Kurs der ältesten und größten Kryptowährung trotz hoher Kursschwankungen nach oben zeige. Das traf in der weiter zurück liegenden Vergangenheit auch häufig zu. Allerdings zeigt sich heute, dass sich dieses Muster in den vergangenen fünf Jahren deutlich geändert hat.

Dazu ein Beispiel: Wer Ende März 2021 zum damaligen Höchststand in Bitcoins investierte und die Position bis heute hielt, erzielte bis heute – nach über fünf Jahren – keine Rendite. 

Das ist bemerkenswert, denn kaum eine anderes Anlageinstrument war in diesem Zeitraum von ähnlich starken Kursschwankungen geprägt. Dies widerspricht zudem einem der Grundprinzipien der Finanzmärkte: Dieses besagt, dass das Eingehen von höheren Risiken – in diesem Fall Kursschwankungen – mit überdurchschnittlichen Renditen belohnt werden soll.

Hohes Risiko, magere Belohnung 

Zwischen 2021 und 2026 durchlief der Bitcoin mehrere Boom- und Crashphasen. Auf die Rekordstände im Frühjahr und Sommer 2021 folgte ein massiver Kurseinbruch, bevor die Kryptowährung in den darauffolgenden Jahren wieder deutlich zulegte. Zwischenzeitlich mussten Anleger jedoch Verluste von mehr als 70 Prozent verkraften. 

Gerade darin liegt die zentrale Erkenntnis: Das Risiko war außergewöhnlich hoch, eine angemessene Entschädigung über die letzten fünf Jahre blieb aber aus. 

Der Vergleich mit den Aktienmärkten verdeutlicht diesen Unterschied (siehe Grafik unten). Der Weltaktienindex MSCI World erzielte seit Ende März 2021 in Euro eine Gesamtrendite von rund 91 Prozent. Auch der DAX legte im gleichen Zeitraum um 67 Prozent zu. Vergleicht man Kryptowährungen mit dem technologielastigen Nasdaq 100, dessen Risikoprofil Kryptos noch am ehesten ähnelt, fällt die Bilanz noch ernüchternder aus. Dieser erzielte seit Ende März 2021 eine Rendite von rund 138 Prozent.

Dieser Renditevergleich offenbart einen fundamentalen Unterschied, der über den Einstiegszeitpunkt hinausgeht. Hinter der Kursentwicklung vieler KI- und Technologiewerte stehen reale Unternehmen mit steigenden Umsätzen und wachsenden Gewinnen. Diese Entwicklung zieht langfristig neues Kapital an. Dem Bitcoin fehlt diese Eigenschaft. Die Kryptowährung generiert weder Umsätze noch Gewinne oder Dividenden. Der Wert hängt in erster Linie davon ab, ob Investoren bereit sind, künftig höhere Preise zu bezahlen. Lässt die Nachfrage nach, fehlen Ertragsquellen, die den Kurs stützen könnten. 

Genau deshalb wanderte das Kapital in den letzten Jahren dorthin, wo Risiko mit realen Gewinnen belohnt, wird. Der Bitcoin bleibt damit ein anschauliches Beispiel dafür, dass Risiko allein keine Rendite garantiert. 

Weitere Wirtschaftsnews 

Positive Daten aus der Eurozone 

Der Sentix-Konjunkturindex für die Eurozone verbessert sich im Juli den dritten Monat in Folge. Der Indikator steigt um 10,3 Punkte auf minus 3,1 Punkte und fällt damit deutlich besser aus als von Ökonomen erwartet. Sentix führt die Entwicklung vor allem auf die Aufhellung der Konjunktur in Deutschland zurück. Dort verbessert sich der Indikator von minus 28,5 auf minus 19,4 Punkte. 

Opec+ will mehr Öl liefern 

Das Ölkartell Opec+ will im August die Produktion um täglich 188.000 Barrel ausweiten. Zudem hält sich Opec+ vor, je nach Marktsituation den Produktionszuwachs noch zu beschleunigen. Der tägliche globale Bedarf an Öl liegt bei rund 100 Millionen Barrel. 

US-Arbeitsmarktdaten schwächer als erwartet 

Die US-Wirtschaft hat im Juni 57.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschafft. Damit wurden die Erwartungen von 115.000 deutlich verfehlt. Die Arbeitslosenquote sinkt zwar auf 4,2 Prozent, allerdings ist der Rückgang vor allem auf eine niedrigere Erwerbsquote zurückzuführen.

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