Geldanlagen

ETFs in Deutschland: So entwickelte sich der Markt 2025

2025 verzeichneten börsengehandelte Fonds (ETFs) in Deutschland erneut deutliche Mittelzuflüsse. Das Angebot an ETFs wurde weiter ausgebaut – vor allem ein Trend stand im Mittelpunkt.

Jonas Mechlinski

Jonas Mechlinski

Funktion Anlageexperte

Aktualisiert am

22. April 2026

ETFs zählen zu den kostengünstigsten, transparentesten und liquidesten Anlageinstrumenten. Sie ermöglichen bereits mit kleinen Beträgen eine breite Streuung des Kapitals. Diese Eigenschaften haben weltweit zu einem starken Wachstum beigetragen. Auch an der Deutschen Börse hat ihre Bedeutung deutlich zugenommen.

Anlegerinnen und Anleger in Deutschland finden auf dem elektronischen Börsenplatz Xetra immer mehr ETFs: Ende 2025 waren dort 2.784 ETFs gelistet – ein Plus von 369 gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es rund 1.600, vor zehn Jahren etwa 1.100. Aktuell listet die Deutsche Börse in Frankfurt am Main 2.799 ETFs und 532 ETPs (Exchange Traded Products; Stand 22. April 2026; Updates publiziert die Deutsche Börse hier).

Aktive ETFs

Geprägt haben den Markt zuletzt vor allem aktive ETFs. Deren Aufkommen ist ein Trend, der immer mehr aus den USA nach Europa übergreift. Ihre Zahl hat sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt: von rund 207 (Anfang 2025) auf 378 Produkte (Daten per 22.12.2025). Allein 2025 kamen bisher 171 neue aktive ETFs hinzu.

Die Anbieter solcher ETFs verfolgen eine aktive Anlagestrategie und versuchen – ähnlich wie bei klassischen aktiven Fonds – ihren Vergleichsindex zu übertreffen. Langfristig gelingt dies jedoch nur wenigen aktiven ETFs, zudem sind sie meist teurer als passive ETFs.

Themen-ETFs

Nicht mehr so gefragt waren Themen-ETFs. Das zeigte sich auch daran, dass 2025 weniger dieser ETFs auf den Markt gebracht wurden als noch ein Jahr zuvor. Eine der wenigen Ausnahmen war das Thema "Verteidigung Europa". Angesichts des geopolitischen Umfelds war dieser Bereich bei Anbietern beliebt.

Grundsätzlich gilt aber, dass solche Produkte oft zeitlich verzögert nach dem eigentlichen Hype erscheinen. Anleger sollten beachten, dass solche Themenfonds häufig wieder vom Markt verschwinden, da viele ihre Rendite- oder Volumenziele nicht erreichen. Ob ein Geschäftsfeld tatsächlich langfristig relevant bleibt, lässt sich kaum vorhersagen.

Daher besteht das Risiko, dass ein Thema nur kurzfristig attraktiv ist und nicht zum erhofften Megatrend wird. Bleibt die wirtschaftliche Bedeutung aus, erzielen die Fonds meist keine zufriedenstellende Rendite und werden mangels Volumina geschlossen. 2025 entfiel jede vierte Fondsschließung auf Themenfonds. Weitere Rücknahmen betrafen vor allem Faktorprodukte (gehebelte Derivate, mit denen Anleger überproportional an der täglichen Kursentwicklung eines Basiswerts teilnehmen können) sowie Länder- und Regionen-Fonds.

Welche ETFs für das eigene Depot

Wer diese Entwicklungen im eigenen Portfolio berücksichtigen möchte, sollte neben Kosten und Zusammensetzung stets die Gesamtstrategie im Blick behalten. Je nach Kontext kann es sinnvoll sein, auch klassische Produkte einzubeziehen. Eine individuelle Beratung ist hier empfehlenswert, da die Einordnung in die Gesamtanlagestrategie entscheidend ist.

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