Geldanlagen

So entwickelte sich der ETF-Markt 2025

2025 verzeichneten börsengehandelte Indexfonds (ETFs) in Deutschland erneut deutliche Mittelzuflüsse. Das Angebot an ETFs wurde weiter ausgebaut – vor allem ein Trend stand im Mittelpunkt.

Jonas Mechlinski

Jonas Mechlinski

Funktion Anlageexperte

Publiziert am

07. Januar 2026

ETFs zählen zu den kostengünstigsten, transparentesten und liquidesten Anlageinstrumenten. Sie ermöglichen bereits mit kleinen Beträgen eine breite Streuung des Kapitals. Diese Eigenschaften haben weltweit zu einem starken Wachstum beigetragen. Auch an der Deutschen Börse hat ihre Bedeutung deutlich zugenommen.

Mittlerweile sind an der Xetra fast 2.800 Produkte handelbar – ein Plus von über 350 gegenüber dem Vorjahr (siehe Grafik unten). Vor fünf Jahren waren es rund 1.600, vor zehn Jahren etwa 1.100.

Geprägt haben den Markt zuletzt vor allem aktive ETFs. Deren Aufkommen ist ein Trend, der immer mehr aus den USA nach Europa übergreift.

Ihre Zahl hat sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt: von rund 207 (Anfang 2025) auf aktuell 378 Produkte. Allein 2025 kamen bisher 171 neue aktive ETFs hinzu.

Die Anbieter solcher ETFs verfolgen eine aktive Anlagestrategie und versuchen – ähnlich wie bei klassischen aktiven Fonds – ihren Vergleichsindex zu übertreffen. Langfristig gelingt dies jedoch nur wenigen aktiven ETFs, zudem sind sie meist teurer als passive ETFs.

Im Bereich der Zinswerte sind 2025 einige ETFs auf besicherte Kreditverpflichtungen (CLOs) auf den Markt gekommen. Dabei handelt es sich um strukturierte Finanzprodukte, die Unternehmenskredite bündeln und in handelbare Wertpapiere umwandeln.

Die Bedienung der CLO-Tranchen erfolgt dabei einem Wasserfallprinzip. Zuerst bedient werden die Tranchen mit dem besten Rating, danach fließen die Mittel – analog einem Wasserfall – zu den Tranchen mit niedrigeren Ratings und am Schluss an die Equity-Tranchen (die Equity-Tranche ist die unterste und riskanteste Schicht in der Kapitalstruktur). Im Umkehrschluss sind es die Equity-Tranchen und die Tranchen mit geringerem Rating, welche zuerst Ausfälle zu tragen haben. Das damit verbundene Risiko wird durch einen höheren Zinssatz in den entsprechenden Tranchen abgegolten.

Der oft hervorgehobene Aspekt der Diversifikation von CLO kann in Stressphasen – in denen es oft zu vermehrten Ausfällen kommt – entfallen.

Nicht mehr so gefragt waren Themen-ETFs. Das zeigte sich auch daran, dass 2025 weniger dieser ETFs auf den Markt gebracht wurden als noch ein Jahr zuvor. Eine der wenigen Ausnahmen war das Thema "Verteidigung Europa". Angesichts des geopolitischen Umfelds war dieser Bereich bei Anbietern beliebt.

Grundsätzlich gilt aber, dass solche Produkte oft zeitlich verzögert nach dem eigentlichen Hype erscheinen. Anleger sollten beachten, dass solche Themenfonds häufig wieder vom Markt verschwinden, da viele ihre Rendite- oder Volumenziele nicht erreichen. Ob ein Geschäftsfeld tatsächlich langfristig relevant bleibt, lässt sich kaum vorhersagen.

Daher besteht das Risiko, dass ein Thema nur kurzfristig attraktiv ist und nicht zum erhofften Megatrend wird. Bleibt die wirtschaftliche Bedeutung aus, erzielen die Fonds meist keine zufriedenstellende Rendite und werden mangels Volumina geschlossen. 2025 entfiel jede vierte Fondsschließung auf Themenfonds. Weitere Rücknahmen betrafen vor allem Faktorprodukte (gehebelte Derivate, mit denen Anleger überproportional an der täglichen Kursentwicklung eines Basiswerts teilnehmen können) sowie Länder- und Regionen-Fonds.

Wer diese Entwicklungen im eigenen Portfolio berücksichtigen möchte, sollte neben Kosten und Zusammensetzung stets die Gesamtstrategie im Blick behalten. Je nach Kontext kann es sinnvoll sein, auch klassische Produkte einzubeziehen. Eine individuelle Beratung ist hier empfehlenswert, da die Einordnung in die Gesamtanlagestrategie entscheidend ist.

Weitere Informationen

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