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Geldanlagen
Auf den ersten Blick waren die US-Arbeitsmarktdaten für August extrem stark. Doch dahinter stecken überwiegend Sondereffekte. Positiv für Verbraucher und Anleger: Inflationsdruck entsteht dadurch kaum.
Dr. Christoph Sax
Funktion Chefökonom
9. September 2026
Die US-Arbeitsmarktdaten für August sind überraschend stark ausgefallen. Die US-Unternehmen schufen 162.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Damit wurde die Konsensprognose von 55.000 deutlich übertroffen. Zudem wurden die Beschäftigungszahlen der beiden Vormonate um insgesamt 55.000 Stellen nach oben korrigiert. Nach zwei schwachen Monaten hat sich der US-Arbeitsmarkt somit stabilisiert.
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Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch: Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt verhalten, und ein Teil des Stellenzuwachses ist auf Sondereffekte zurückzuführen. Im Bildungsbereich waren während der Sommerferien vorübergehend Stellen aus der Statistik gefallen, die im vergangenen Monat wieder hinzukamen. Auch die saisonale Bereinigung fiel ungewöhnlich günstig aus.
Der Dreimonatsdurchschnitt von 71.000 neuen Stellen ist deshalb weiterhin unterdurchschnittlich. Die Arbeitskräftenachfrage bleibt insgesamt schleppend.
Ein gemischtes Bild zeigt sich auch bei der Künstlichen Intelligenz. Der Ausbau von Rechenzentren schafft zusätzliche Stellen im Baugewerbe und in verschiedenen Handwerksberufen. So kamen im August im Baugewerbe 22.000 Arbeitsplätze hinzu. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 87.000 Stellen. Experten kommen deshalb zum Schluss, dass der KI-Boom derzeit mehr Arbeitsplätze schafft, als er vernichtet.
Dafür gingen im Finanz- und Informationssektor weitere Stellen verloren. Zudem dürften viele Unternehmen wegen der rasanten technologischen Entwicklung vorerst zurückhaltend einstellen. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,1 Prozent. Die Stundenlöhne stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Auf Dreimonatssicht erreichte das annualisierte Lohnwachstum je-doch nur 2,7 Prozent.
Vom Arbeitsmarkt geht damit weiterhin wenig Inflationsdruck aus. Für die US-Notenbank ergibt sich kein eindeutiges Signal. Ob sie ihren geldpolitischen Kurs im September ändert, dürfte vor allem von den kommenden Inflationsdaten abhängen.
Nach erneuten Angriffen durch den Iran und den USA bleibt die Schifffahrt in der Straße von Hormuz eingeschränkt. Das globale Angebot an Energieträgen wie Rohöl bleibt unter Druck. Eine rasche Einigung ist aktuell nicht in Sicht.
Der Sentix-Konjunkturindikator stieg im September auf 5,1 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar 2022. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate verbesserten sich. Der seit April andauernde Aufwärtstrend spricht für eine allmähliche Erholung der Wirtschaft im Euroraum.
Der Handelsüberschuss Chinas stieg im August auf 119 Milliarden Dollar. Die Exporte legten deutlich zu, insbesondere in die USA, wodurch sich der Überschuss gegenüber dem wichtigsten Handelspartner weiter ausweitete. Zudem zog die Inflation leicht an: Die Konsumentenpreise lagen 0,8 Prozent höher als vor einem Jahr.
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