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Geldanlagen
Banken profitieren von hohen Zinsen, Halbleiterhersteller vom KI-Boom und dem Erneuerungszyklus bei Chips. Trotz starker Kursgewinne sehen viele Experten weiteres Potenzial für den Weltaktienindex. Anleger sollten die Risiken jedoch nicht unterschätzen und auf eine breite Streuung setzen.
Robert Leitner
Funktion Leiter Research
22. Juli 2026
Seit Ende 2021 hat der MSCI All Country World Index (MSCI ACWI) seinen Wert mehr als verdoppelt und allein in diesem Jahr bereits rund 15 Prozent zugelegt (siehe Grafik unten). Zu den wichtigsten Treibern zählen Finanztitel mit einer Gewichtung von rund 18 Prozent im MSCI ACWI sowie Halbleiterunternehmen mit etwa 15 Prozent.
Die gute Nachricht für Anleger: In beiden Sektoren dürften die Gewinne vorerst hoch bleiben. Bei den großen US-Banken sorgt insbesondere das höhere Zinsniveau für Rückenwind, da es die Erträge im klassischen Kredit- und Einlagengeschäft steigert. Zudem werden die im März angekündigten Lockerungen der Eigenkapitalanforderungen voraussichtlich 2027 umgesetzt. Das dürfte den Instituten auch im kommenden Jahr zusätzlichen Spielraum für höhere Gewinne verschaffen.
Aktuell fokussieren die Anleger allerdings auf die Halbleiterindustrie. Sie macht inzwischen rund die Hälfte des gesamten IT-Sektors aus. Besonders eindrucksvoll fielen die vorläufigen Ergebnisse von Samsung aus: Der südkoreanische Konzern steigerte seinen Quartalsgewinn gegenüber dem Vorjahr um mehr als 1.800 Prozent. Zwar begünstigte eine niedrige Vergleichsbasis das Ergebnis, dennoch rechnen Analysten für 2025 mit einer Vervierfachung des Halbleiterumsatzes.
Auch Unternehmen wie TSMC (Taiwan), Broadcom (USA) und ASML (Niederlande) verzeichnen zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn. Die Entwicklung erinnert an die PC-Revolution der 1990er-Jahre. Wie damals wird die Nachfrage von einem strukturellen Innovationszyklus getragen: Prozessoren und Speicherchips müssen in regelmäßigen Abständen ersetzt werden, weil neue Software und Anwendungen leistungsfähigere Hardware erfordern. Dieser kontinuierliche Erneuerungsbedarf schafft eine vergleichsweise stabile Umsatzbasis.
Der Ausbau von Rechenzentren, die Verbreitung von KI-Anwendungen und der anhaltende Hardware-Erneuerungszyklus sorgen weiterhin für starken strukturellen Rückenwind für die Branche. Risiken sollten Anleger dennoch nicht ausblenden. Halbleiter bleiben ein zyklisches Geschäft und reagieren empfindlich auf konjunkturelle Abschwünge. Nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Jahre kam es bereits zu einer Korrektur von rund 15 Prozent gegenüber den Höchstständen vom Juni dieses Jahres. Entscheidend für den Anlageerfolg bleibt deshalb eine breite Diversifikation im Depot.
Der Anstieg der Erzeugerpreise in Deutschland hat sich im Juni abgeschwächt. Die Preise stiegen im Jahresvergleich nur noch um 1,8 Prozent nach 2,2 Prozent im Mai. Hauptgrund ist ein Rückgang der Ölpreise nach einer Entspannung am Rohstoffmarkt. Im Monatsvergleich sanken die Erzeugerpreise um 0,3 Prozent, wobei besonders die Energiepreise um 1,8 Prozent fielen.
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, ab August 2028 einen Zoll von 100 Prozent auf importierte Generika zu erheben, der ein Jahr später auf 200 Prozent steigen soll. Generika sind preiswertere Nachahmerprodukte von Original-Medikamenten. Die Maßnahme soll die Arzneimittelproduktion in die USA zurückholen. Ob und inwiefern Generika-Hersteller davon betroffen sind, ist noch unklar. Viele haben bereits Produktionsstätten in den USA.
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