Geldanlagen

Warum der Goldpreis plötzlich abgestürzt ist

Viele Spekulanten haben auf Kredit in Gold investiert. Ein unerwarteter Preisrückgang zwang sie, Positionen aufzulösen. Das hat den Abwärtstrend verstärkt.

Porträt von Herrn Tobias Wenz, Senior Financial Analyst bei VZ VermögensZentrum.

Tobias Wenz

Funktion Finanzanalyst

Publiziert am

4. Februar 2026

Der Goldpreis hat in den vergangenen Monaten massiv zugelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren hat er sich verzweieinhalbfacht. Angesichts der geopolitischen Lage und den damit verbundenen Unsicherheiten liegt es auf der Hand, wer in jüngster Vergangenheit die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall angetrieben hat. Dies wird nun auch von offiziellen Zahlen bestätigt. In den letzten Quartalen hat die Nachfrage von Finanzinvestoren massiv zugenommen. Zwischen Sommer 2022 und heute hat sich die benötigte Menge Gold für Anleger nahezu versechsfacht (vgl. Grafik).

Interessanterweise war die Lust der Notenbanken an Gold gar nicht so groß, wie oftmals berichtet wurde. Zwar gab es diverse Notenbanken – wie zum Beispiel jene Polens –, die im vergangenen Jahr ihre Goldreserven weiter ausgebaut haben. Die Zukäufe der Notenbanken waren aber nicht höher als in den Vorjahren (rote Fläche, vgl. Grafik).

Sogar tendenziell nachgelassen hat die Nachfrage der Schmuckindustrie, deren Kunden preissensitiver sind. Diese Veränderung der Nachfrageverteilung erklärt die jüngsten Kursbewegungen bei den Edelmetallen. Die zwischenzeitlich massiven Rückschläge bei Gold und Silber lassen sich wohl hauptsächlich dadurch begründen, dass Investoren spekulative Positionen auflösen mussten.

Denn wer kreditfinanzierte Zukäufe getätigt hatte, musste beim Kurssturz die Sicherheitsleistungen erhöhen – also sogenannte Margin Calls bedienen. Das löste vermutlich Zwangsliquidationen aus und verstärkte den Abwärtstrend. Der Grund, weshalb der Kurssturz bei Silber noch ausgeprägter war, liegt darin, dass dieser Markt sehr eng ist. Das macht Silber anfällig für markante Kursreaktionen – sowohl nach oben als auch nach unten. Inzwischen hat sich die Lage am Edelmetallmarkt wieder beruhigt, und die Kurse haben sich deutlich erholt. 

Weitere Wirtschaftsnews 

Eurozone verlangsamt Talfahrt

Die Industrie der Eurozone hat ihre Talfahrt zum Jahresbeginn verlangsamt. Der Einkaufsmanager-Index PMI stieg im Januar auf 49,5 Punkte, bleibt aber unter der Wachstumsschwelle. Der deutsche Industrie-PMI erreichte ein Dreimonatshoch, was auf eine mögliche Erholung hindeutet. Die Produktion konnte nach einem kurzen Rückschlag wieder ausgeweitet werden und die Neuaufträge haben ebenfalls zugenommen. 

Inflation in Deutschland zieht leicht an

Im Januar sind die Verbraucherpreise in Deutschland um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Dezember betrug der Preisauftrieb noch 1,8 Prozent. Vor allem die Nahrungsmittelpreise zogen deutlich an. Strom und Gas wurden hingegen günstiger. 

Gemischter Jahresstart für die Börsen

Europäische Aktien bleiben auch 2026 gefragt. Der Euro Stoxx 50 beendete den Januar mit einem Plus von 2,7 Prozent. Trotz der jüngsten Abgaben haben auch die US-Börsen den Januar mit einem Plus abgeschlossen. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq 100 konnten 1,2 Prozent zulegen. In Euro gerechnet büßten sie jedoch rund 0,5 Prozent ein. Der Dax beendete den ersten Monat im Jahr mit einem Plus von 0,2 Prozent.

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