Geldanlagen

Iran-Konflikt: Keine langfristige ökonomische Belastung erwartet

Obwohl die Spannungen im Nahen Osten vorerst ungelöst sind, geht der Markt nicht von dauerhaft hohen Ölpreisen aus. Die Auswirkungen auf die Inflation und Weltwirtschaft dürften daher begrenzt bleiben.

Porträt von Herrn Christoph Sax, CIO (Leiter Anlagestrategie) bei VZ VermögensZentrum.

Dr. Christoph Sax

Funktion Chefökonom

Publiziert am

11. März 2026

Der Konflikt im Iran hält die globalen Energiemärkte weiter in Atem. Zu Wochenbeginn sorgte eine Kombination von geopolitischen Risiken für erhebliche Verwerfungen: Da der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weiterhin stark gestört ist, müssen mehrere Golfstaaten ihre Öl-Produktion drosseln.

Gleichzeitig setzt Teheran mit der Ernennung von Mojtaba Khamenei zum Nachfolger des obersten Führers ein deutliches Signal der Härte gegenüber den USA. Diese haben es bislang nicht geschafft, die strategisch wichtige Meerenge mit Marine-Eskorten zu öffnen.

Die unmittelbare Folge: Der Ölpreis sprang am Montag zwischenzeitlich von 95 auf bis zu 120 Dollar – ein außergewöhnlicher Ausschlag, der vor allem die asiatischen Aktienmärkte belastete. Asien ist Hauptabnehmer der durch Hormus transportierten Öl- und Gasmengen, weshalb der Preisschock dort besonders spürbar war.

Allerdings beruhigte sich der Markt rasch wieder. Ankündigungen der G7, bei Bedarf strategische Reserven freizugeben, sowie Aussagen von US‑Präsident Donald Trump, der ein baldiges Kriegsende und eine mögliche Lockerung der Sanktionen gegen Russland in Aussicht stellte, sorgten für Entspannung. Die Nordsee-Ölsorte Brent gab daraufhin noch am selben Tag auf 87 Dollar nach, die US-Sorte WTI auf rund 83 Dollar. Trotz dieser Gegenbewegung notieren beide Sorten weiterhin rund 25 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Obwohl die Spannungen ungelöst bleiben, preist der Markt aktuell keine dauerhaft hohen Ölpreise ein. Die Futures-Prognosen – also die Preise für spätere Liefertermine – zeigen stark nach unten. Das signalisiert, dass der Markt vor allem von kurzfristigen Angebotsengpässen ausgeht, mittelfristig jedoch mit einer Normalisierung der Lage rechnet.

Für die Inflation in den USA bedeutet dies: Aktuell geht der Markt davon aus, dass der Ölpreisanstieg die Teuerung vorübergehend um etwa 0,3 Prozentpunkte erhöhen wird. Im zweiten und dritten Quartal 2026 würde die Teuerung damit bei knapp 3 Prozent liegen, bevor dieser Effekt im Verlauf von 2027 wieder abklingt.

Höhere Inflationsspitzen wären nur bei dauerhaft überhöhten Ölpreisen denkbar, ein Szenario, das aktuell als wenig wahrscheinlich gilt. Zwar spricht einiges für einen vorübergehenden Inflationsanstieg in den USA, doch die aktuellen Daten deuten nicht auf eine langfristige ökonomische Belastung durch stark steigende Energiepreise hin.

Im Hinblick auf die Zwischenwahlen in den USA wird US-Präsident Donald Trump kaum dauerhaften Stress am Ölmarkt riskieren. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Ölpreis mittelfristig wieder nachgibt und sich die Auswirkungen auf Inflation und Weltwirtschaft in engen Grenzen halten.

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Warnung an Iran wegen Ölblockade

Die US-Regierung warnte den Iran davor, die weltweite Ölversorgung über die Straße von Hormus gezielt zu stören. US-Präsident Donald Trump sagte zudem, die USA könnten erwägen, die Passage zu "übernehmen", ließ jedoch offen, was genau damit gemeint sei.

Indien darf russisches Öl kaufen

Die USA erlauben es indischen Raffinerieunternehmen, für einen begrenzten Zeitraum russisches Öl zu kaufen. Dafür wurde eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt, um sicherzustellen, dass weiterhin genügend Öl auf den Weltmarkt gelangt. Russland dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohöl-Verkauf steigern können.

Chinas Exporte überraschen

Chinas Außenhandel ist zu Jahresbeginn deutlich stärker gewachsen als erwartet. Die Exporte stiegen im Januar und Februar um 21,8 Prozent, während die Importe um 19,8 Prozent zulegten. Damit ergab sich ein Handelsüberschuss von rund 214 Milliarden Dollar.

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