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Geldanlagen
Trotz eskalierender Krise im Nahen Osten rutscht der Goldpreis ab: Warum Notenbanken, Dollarhunger und prozyklische Käufer das Edelmetall plötzlich unter Druck setzen – und warum viele Privatanleger auf dem falschen Fuß erwischt werden.
Dr. Christoph Sax
Funktion Chefökonom
25. März 2026
Gold – was sind die Gründe für die Korrektur? Das Edelmetall gehörte in den vergangenen Jahren zu einer der erfolgreichsten Anlageklassen. Umso mehr waren viele Anlegerinnen und Anleger überrascht, dass der Goldpreis nach Ausbruch des Iran-Kriegs nicht weiter nach oben kletterte, sondern seit dem bisherigen Allzeithoch zu Beginn des Jahres gut 20 Prozent korrigiert hat (siehe Grafik unten).
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Gold gilt schließlich als Krisenschutz. Was oftmals außer Acht gelassen wird: Es ist nicht unüblich, dass Gold zu Beginn von größeren geopolitischen Turbulenzen zunächst unter Druck gerät, weil einzelne Länder und Notenbanken mehr Dollar benötigen – und deshalb am Markt als Goldverkäufer auftreten.
Häufig steht dahinter eine Verschlechterung der Leistungsbilanz oder der Kapitalbilanz:
Diese Mechanismen können zu einer Verringerung der Zentralbank-Reserven in den betroffenen Ländern führen. Es kann zur Folge haben, dass einzelne Notenbanken ihre Währung gegen den Dollar verteidigen müssen. Es ist deshalb plausibel, dass zumindest gewisse Notenbanken der Schwellenländer ihre Goldkäufe ausgesetzt haben – und einige haben vermutlich ihre Bestände auch etwas verringert. Privatinvestoren dürften die Auf- und Abwärtsbewegung beim Gold verstärkt haben. Denn der kräftige Anstieg der Gold-Notierungen zu Jahresbeginn war maßgeblich durch private Käufer in Asien getrieben, die bekanntlich prozyklisch agieren. Einige von ihnen könnten auf dem falschen Fuß erwischt worden sein.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert belassen: Die EZB bleibt beim Einlagesatz von 2,0 Prozent. Wegen des Kriegs im Nahen Osten hat die EZB ihre Inflationsprognose angehoben. In Europa könnte die durchschnittliche Inflation 2026 auf 2,6 Prozent steigen. Zuvor hatte bereits die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Elf der zwölf Ratsmitglieder stimmten für die Beibehaltung des Zinsniveaus, nur Stephen Miran votierte für eine Senkung. Die Entscheidung reflektiert die Sorgen vor steigender Inflation durch die Eskalation im Nahen Osten, während die Fed das US-Wachstum für 2026 auf 2,4 Prozent schätzt.
China hat seinen wichtigsten Kreditzins am Freitag den zehnten Monat in Folge unverändert belassen. Der Schritt entsprach den Markterwartungen. Überraschend gute Wirtschaftsdaten für Januar und Februar haben die Dringlichkeit für Maßnahmen zur Unterstützung der Konjunktur verringert. Einige Analysten haben deshalb ihre Prognosen für den Zeitpunkt möglicher Zinssenkungen nach hinten verschoben.
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