Geldanlagen

Die Welt ist nicht genug

Mark Dittli, Gründer der Finanzplattform "The Market NZZ" zeigt auf, warum die Aussage "Ich investiere in den Welt-Index. Da bin ich perfekt diversifiziert.", nicht ganz richtig ist.

Porträt Mark Dittli

"Ich investiere in den Welt-Index. Da bin ich perfekt diversifiziert." Diese Aussage höre ich oft. Sie ist nicht falsch. Aber auch nicht ganz richtig. Es gibt an der Börse viele ETFs, welche die "Welt" im Namen tragen. Und Indizes wie MSCI World oder FTSE All World decken, unterschiedlich definiert, durchaus die weltweiten Börsen ab. Doch die meisten Indizes sind nach Marktkapitalisierung der enthaltenen Aktien gewichtet. Und das wiederum bedeutet, dass die meisten "Welt"-Indizes zu mehr als zwei Dritteln aus US-Aktien bestehen. Im MSCI World machen die USA gut 70 Prozent aus. Schwellenländer wie Indien sind nicht enthalten. Auch das ist nicht per se falsch.

Aber man muss sich bewusst sein, dass die USA – beflügelt vom Tech-Sektor – derzeit ein historisch anormal hohes Gewicht in den "Welt"-Indizes aufweisen. Das ist ein Klumpenrisiko. Wer wirklich diversifizieren möchte, legt sich daher auch Europa, Japan und Schwellenländer ins Portfolio.

www.themarket.de

Auszeichnungen

Zur Person

Mark Dittli war Chefredakteur von Finanz und Wirtschaft und berichtete aus New York, bevor er das Finanzmagazin The Market lancierte (themarket.de). Es gehört zur Neuen Zürcher Zeitung und ist seit 2024 auch in Deutschland präsent. Dittli hat Betriebswirtschaft studiert und ist Finanzanalyst CFA. Seine Spezialgebiete sind makroökonomische Themen, Wirtschaftsgeschichte und Aktienanalyse.