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Geldanlagen
Zunehmende Inflationssorgen könnten die Leitzinsen in der Eurozone und in den USA steigen lassen. Eine positive Ausnahme ist die Schweiz: Dort droht kaum Inflationsgefahr. Deshalb dürften die Zinsen stabil bleiben.
Dr. Christoph Sax
Funktion Chefökonom
26. August 2026
Bis zum Iran-Krieg schien die Ausgangslage klar: In Europa bleiben die Leitzinsen niedrig, und in den USA dürften sie noch etwas fallen. Inzwischen hat sich das Umfeld verändert. Mit der Blockade der Straße von Hormus ist der Inflationsdruck gestiegen. Auch die anziehenden Investitionen treiben die Teuerung an, weshalb die großen Notenbanken auf einen Straffungskurs umgeschwenkt sind.
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Vor allem in den USA bleibt jedoch unklar, wie entschlossen die Notenbank die Inflation bekämpfen wird. Die Schweiz bleibt dagegen eine Zinsinsel, sowohl bei den kurz- als auch bei den langfristigen Zinsen. Die Staatsverschuldung ist niedrig, die Inflation bleibt trotz höherer Energiepreise im Zielbereich der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Deshalb besteht aktuell wenig Anlass für eine Leitzinserhöhung.
In der Eurozone ist der Inflationsdruck generell höher als in der Schweiz. Entsprechend stieg die Inflation nach dem Iran-Krieg um rund einen Prozentpunkt auf über drei Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) signalisierte früh die Bereitschaft zu einer Straffung und erhöhte im Juni den Leitzins von 2 auf 2,25 Prozent. Mindestens ein weiterer Zinsschritt dürfte folgen. Die europäische Konjunktur hat zuletzt an Dynamik gewonnen, unter anderem dank höherer Verteidigungsausgaben und des deutschen Infrastrukturprogramms, was die Nachfrage antreibt und damit tendenziell auch die Inflation steigen lässt.
In den USA hat die Notenbank (Fed) unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh bislang lediglich ihren Ausblick angepasst. Sie verzichtet künftig auf eine "Forward Guidance" zum Zinspfad, betont aber weiterhin die Priorität der Inflationsbekämpfung. Viele Investoren erwarten dennoch ein bis zwei Zinserhöhungen, falls der Energiepreisschub anhält. Dies könnte zu Konflikten mit Präsident Trump führen, der Zinssenkungen fordert. Da Warsh noch nicht bewiesen hat, dass er diesem Druck standhalten wird, zweifeln die Finanzmärkte zunehmend daran, dass die Inflation in den USA längerfristig wieder in Richtung zwei Prozent sinken wird. Deshalb verlangen sie für langfristige Dollar-Anlagen höhere Zinsen.
Die Trump-Regierung startet mit der "Operation Economic Outcast" eine globale Sanktionsoffensive, die Irans wirtschaftliche Verbindungen kappen und auch Drittstaaten unter Druck setzen soll. Finanzminister Scott Bessent signalisiert, dass kein Land von möglichen Sekundärsanktionen ausgenommen sei.
Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hat sich im August den dritten Monat in Folge verbessert. Überraschend stieg der Einkaufsmanagerindex von S&P Global um 0,1 Punkte auf 52,1 Zähler und liegt damit weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Die europäischen Erdgaspreise sind wegen der niedrigen Speicherstände und der anhaltenden Unsicherheit rund um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus auf den höchsten Stand seit Januar 2023 gestiegen. Die EU-Gasspeicher sind derzeit erst zu rund 63 Prozent gefüllt, deutlich weniger als die durchschnittlichen 80 Prozent zu dieser Jahreszeit.
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