Geldanlagen

Beim Silber steigt für Anleger das Risiko

Das Silberangebot ist knapp. Das hat den Preis des Edelmetalls stark in die Höhe getrieben. Doch jetzt sind es vor allem Spekulanten, die den Preisanstieg anheizen. Deshalb drohen abrupte Rückschläge.

Porträt von Herrn Tobias Wenz, Senior Financial Analyst bei VZ VermögensZentrum.

Tobias Wenz

Funktion Finanzanalyst

Publiziert am

28. Januar 2026

Silber hat in den vergangenen eineinhalb Jahren einen außergewöhnlichen Preisanstieg erlebt: Nachdem das Metall lange Zeit in einer Spanne von 20 bis 30 Dollar je Unze gehandelt wurde, notiert es inzwischen bei über 100 Dollar. Allein im vergangenen Jahr hat sich der Preis verdoppelt. 

Die Treiber hinter dieser Bewegung ähneln teilweise jenen des Goldes: schwindendes Vertrauen in den Dollar sowie die Suche vieler Investoren nach Absicherung in unsicheren Zeiten. Doch bei Silber wirkt zusätzlich ein Fundamentalfaktor: die wachsende Industrienachfrage. Während die Investorennachfrage nach der Pandemie zunächst wieder etwas nachgab, zog die industrielle Nutzung spürbar an.  

Die Photovoltaik – befeuert durch Chinas zügigen Solarausbau – entwickelt sich zum wichtigsten Wachstumsmotor. Auch Elektronikprodukte, Rechenzentren und Elektromobilität benötigen Silber (E‑Fahrzeuge enthalten wesentlich mehr Silber als klassische Verbrenner). Trotz hoher Preise bleibt zudem die Schmucknachfrage stabil, denn Gold als Alternative hat sich noch stärker verteuert.

Demgegenüber steht beim Silber ein Angebot, das kaum mitwächst. Rund eine Milliarde Unzen werden jährlich gefördert – zu wenig, um den Bedarf zu decken; seit fünf Jahren herrscht ein Nachfrageüberhang, und eine schnelle Ausweitung der Produktion ist kaum möglich. Was heißt das nun vorausschauend? Die knappe Angebotslage rechtfertigt grundsätzlich höhere Preise, doch die jüngste, ungewöhnlich starke Beschleunigung des Anstiegs deutet auf wachsende spekulative Kapitalströme hin: Wenn Knappheit herrscht, lässt sich der Preis durch spekulative Käufe stärker in die Höhe treiben. Diese Entwicklung erhöht das Risiko abrupter Rückschläge, vor allem, wenn Gewinnmitnahmen getätigt werden – zumal Silber historisch nach dramatischen Höhenflügen immer wieder lange Phasen schwacher Entwicklung durchlaufen hat. Vor diesem Hintergrund eignet sich Silber für die meisten langfristig orientierten Anleger zurzeit kaum als Investment.

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