Geldanlagen

US-Arbeitsmarkt bleibt robust

In den USA stabilisiert sich der Arbeitsmarkt. Doch von einer dynamischen Expansion ist er noch weit entfernt.

Porträt von Herrn Christoph Sax, CIO (Leiter Anlagestrategie) bei VZ VermögensZentrum.

Dr. Christoph Sax

Funktion Chefökonom

Publiziert am

13. Mai 2026

In den USA sind im April netto 115.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft entstanden und damit deutlich mehr als die erwarteten rund 65.000. Allerdings wurde der Beschäftigungsaufbau der beiden Vormonate um 16.000 Stellen nach unten revidiert, wodurch der Zuwachs im April etwas relativiert wird.

Die Entwicklung der Arbeitslosenquote unterstreicht dieses Bild: Sie verharrte im April bei 4,3 Prozent und bewegt sich damit seit rund einem halben Jahr seitwärts. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit scheint derzeit unwahrscheinlich, es fehlen jedoch Impulse für eine spürbare Verbesserung.

Ein differenzierter Blick auf die Sektoren zeigt außerdem, dass nicht in allen Branchen Beschäftigung aufgebaut wird. Besonders viele neue Stellen entstanden in den Bereichen Handel, Verkehr und Versorger sowie im Gesundheitswesen. Der kräftige Stellenaufbau im konsumabhängigen Bereich deutet auf eine weiterhin solide Nachfrage der privaten Haushalte hin.

Demgegenüber ist der Beschäftigungszuwachs im Gesundheits- und Bildungssektor strukturell erklärbar und steht im Zusammenhang mit demografischen Entwicklungen, insbesondere einer alternden Bevölkerung. Der staatliche Sektor trägt hingegen derzeit nicht zum Beschäftigungswachstum bei. Nach den Stellenkürzungen im Vorjahr bleibt die öffentliche Beschäftigung auch 2026 weitgehend stagnierend bzw. rückläufig.

Auffällig ist die anhaltende Schwäche der Informations- und Kommunikationsbranche. Während andere Sektoren Stellen aufbauen, gehen hier kontinuierlich Arbeitsplätze verloren. Hintergrund ist eine Kombination aus nachlassender Nachfrage nach dem Boom der Vorjahre, strukturellen Anpassungen sowie Effizienzgewinnen, etwa durch Automatisierung und neue Technologien.

Damit bestätigt der aktuelle Arbeitsmarktbericht das Bild einer Zweiteilung: Während konsumgetriebene und demografisch gestützte Sektoren wachsen, stehen technologie- und staatlich geprägte Bereiche unter Druck. Insgesamt lässt sich festhalten: Der US‑Arbeitsmarkt stabilisiert sich, zeigt andererseits jedoch keine breit abgestützte, dynamische Expansion.

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Schweizer Konsumentenstimmung hellt sich auf

Die Konsumentenstimmung in der Schweiz verbessert sich im April leicht, bleibt aber im negativen Bereich. Der Index steigt um 2,9 Punkte auf -40,0 Punkte und liegt damit etwas über dem Vorjahr. Vor allem die Erwartungen zur Wirtschaft entwickeln sich besser, während die Einschätzung zum Zeitpunkt für größere Anschaffungen sinkt. Insgesamt bleibt die Stimmung auf einem niedrigen Niveau nach dem Rückgang im März.

Chinas Außenhandel zieht an

Chinas Handelsüberschuss lag im April bei 84,8 Milliarden Dollar und weitete sich damit gegenüber dem Vormonat (51,1 Milliarden Dollar) deutlich aus. Der Wert übertraf die Markterwartungen. Gleichzeitig stiegen die Exporte auf Jahressicht – in Dollar gerechnet – um 14,1 Prozent. Die Importe legten sogar um 25,3 Prozent zu und lagen damit ebenfalls über den Analystenschätzungen.

Trump setzt der EU Frist im Zollstreit

US-Präsident Donald Trump setzt der EU im Handelskonflikt eine Frist bis zum 4. Juli und droht bei Nichterfüllung mit höheren Zöllen. Er verlangt, dass die EU ihre Zölle gemäß Abkommen auf null senkt und verweist auf ein Gespräch mit Ursula von der Leyen. Bereits zuvor kündigt er eine mögliche Erhöhung der US-Zölle auf Autoimporte von 15 auf 25 Prozent an.

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