Ruhestand

Braucht es eine Million Euro für die sorgenfreie Rente?

Die meisten Menschen können nicht abschätzen, wie viel Vermögen sie benötigen, um ihr Leben im Ruhestand zu finanzieren. Mit einer Million Euro kann man sich 25 Jahre lang 5.000 Euro pro Monat als Zusatzrente auszahlen. Der Artikel zeigt, wer eine Million Euro im Ruhestand braucht, wie lange man von dieser Summe leben kann und wie man ein solches Vermögen für den Ruhestand aufbaut.

Porträt von Frau Carina Freibott, Beraterin in Nürnberg.

Carina Balleisen

Funktion Ruhestandsexpertin

Aktualisiert am

15. Januar 2026

Eine Million Euro für den Ruhestand: So entsteht eine Millionenlücke

Zugegeben: Die Überschrift klingt etwas reißerisch. Sie ist aber keine Übertreibung. Zwar muss man keine Millionen besitzen, um sorgenfrei in Rente gehen zu können. Doch die Lebenshaltungskosten eines Ehepaares können im Ruhestand in der Summe tatsächlich die Millionenmarke knacken. 

Das zeigt das Beispiel eines Ehepaares, bei dem man auf den ersten Blick denken würde, dass es im Ruhestand finanziell gut versorgt sein wird (siehe Tabelle unten).

Beispiel: Ehepaar braucht eine Million Euro für ihre Rentenlücke

Die Eheleute erwarten gesetzliche Renten von 36.000 Euro pro Jahr und dazu Betriebsrenten von 12.000 Euro pro Jahr. Ihre Gesamteinnahmen betragen 48.000 Euro pro Jahr (brutto). Nach Steuern haben die Eheleute im ersten Jahr 40.000 Euro netto.

Die Kosten für Wohnen und Lebenshaltung sind mit 68.000 Euro allerdings viel höher. Im ersten Jahr beträgt ihre Rentenlücke 28.000 Euro. Steigen die Renten um 1 Prozent pro Jahr und die Inflation im Schnitt um 2 Prozent, wird die Lücke noch größer. In 25 Jahren im Ruhestand kumuliert sie sich auf gut eine Million Euro.

Die gute Nachricht: ein zusätzlicher Finanzbedarf von einer Million Euro über 25 Jahre bedeutet nicht, dass man eine Million Euro Vermögen aufbauen muss. Wenn man rechtzeitig beginnt, reicht eine deutlich niedrigere Summe.

Wie viel Zusatzrente eine Million Euro bringt

Zeichnen sich im Ruhestand Lücken ab, sollte man spätestens mit 50 bis 55 anfangen, das fehlende Vermögen anzusparen. Fehlen zum Beispiel 1.000 Euro im Monat, braucht man bei einer Rendite von drei Prozent bis zum Renteneintritt gut 211.000 Euro Vermögen, um diese Lücke in 25 Jahren zu schließen (siehe Tabelle unten).

Wie lange man von einer Million Euro leben kann

Nicht bei jedem soll das Vermögen 25 Jahre lang reichen oder überhaupt geplant verzehrt werden. Manche möchten ihr Vermögen an ihre Kinder vererben und entnehmen daher nur die Zinserträge. Je nach Rentenbeginn sollte man eine Dauer von 20 bis 35 Jahren vergleichen. Die Berechnung in der Tabelle (siehe unten) zeigt, welchen Betrag man pro Monat entnehmen kann, wenn das Vermögen bei einem bis sechs Prozent Nettorendite (nach Kosten und Steuern) angelegt ist.

Wer das Vermögen zum Beispiel bei drei Prozent Rendite anlegt, kann 30 Jahre lang 4.184 Euro pro Monat entnehmen. Wer das Vermögen zu zwei Prozent anlegt, hat bei einer Dauer von 20 Jahren 4.593 Euro pro Monat zur Verfügung. Soll das Vermögen unangetastet bleiben, ergibt dies bei vier Prozent Rendite eine "ewige Rente" von 3.263 Euro pro Monat (zweite Spalte von links).

Wie man eine Million Euro für den Ruhestand spart

Gut 300 Euro im Monat auf die Seite legen und als Millionär in Rente gehen – das klingt gut, oder? Wer früh anfängt und diszipliniert am Ball bleibt, für den ist das gut machbar. Die Tabelle zeigt, wie viel man jeden Monat in ein Wertpapierdepot investieren muss, um mit 65 ein Vermögen von einer Million Euro sein Eigen zu nennen.

Wer mit 18 oder 20 startet, kommt mit einer Sparrate von 327 Euro bzw. 372 Euro hin. Selbst wer erst nach dem Studium anfängt, muss kaum mehr als 500 Euro im Monat auf die Seite legen. Viele legen mit 30 bis 35 los, systematisch in ihre private Altersvorsorge zu sparen. Bei ihnen beträgt die monatliche Sparrate 721 Euro bzw. 1.021 Euro. 40-jährige haben noch 25 Jahre Zeit, müssen aber jeden Monat 1.474 Euro sparen.

Wer erst mit 45 anfängt, auf die Million hinzusparen, muss dafür 2.200 Euro pro Monat einplanen. 

Wer jedoch bis 50 noch nichts gemacht hat, muss – je nach Einkommen – bereit sein, einen großen Teil seines Nettos einsetzen. 50-Jährige müssen 15 Jahre lang 3.477 Euro pro Monat sparen und 55-Jährige 6.137 Euro, um von null auf die Million Euro zukommen. Solche Beträge können natürlich nur die allerwenigsten stemmen, und die meisten müssen es auch nicht, da mit 50 oft schon ein gutes Finanzpolster vorhanden ist. Damit muss bis zum Rentenbeginn nur die Differenz zur Million angespart werden.

Voraussetzung ist, dass das Ersparte clever in Wertpapiere angelegt wird. Mit Aktien konnte man in der Vergangenheit langfristig rund acht Prozent Rendite vor Steuern erzielen, aus Kursgewinnen und Dividendenzahlungen. Aktien und ETFs können ohne Ausgabeaufschläge börsentäglich ge- und verkauft werden. Allerdings unterliegen Wertpapiere Wertschwankungen, Verlust- und ggf. auch Fremdwährungsrisiken. Eine breite Streuung mindert das Risiko und je länger die Haltedauer, desto niedriger ist das Verlustrisiko.

Besonders einfach und günstig ist das Sparen in einen breit gestreuten ETF-Sparplan. In den Sparraten wurden die ETF-Kosten ebenso berücksichtigt wie die Steuerabzüge und der jährliche Steuerfreibetrag für Kapitalerträge in Höhe von 1.000 Euro.

Das Sparen kann am besten mit einem Dauerauftrag automatisiert werden. Sobald das Gehalt auf dem Konto eingeht, sollte die Sparrate für das "Millionen-Ziel" automatisch überwiesen werden. Auf diese Weise gewöhnt man sich an das niedrigere, zur Verfügung stehende Nettoeinkommen und kann das Geld nicht für andere Zwecke verwenden.

Sparrechner für den Vermögensaufbau

Ob bereits Vermögen vorhanden ist oder nicht: Mit dem Sparrechner des VZ findet man mit wenigen Klicks heraus, wie man sich zur Million spart. Man legt den Einzahlungsrhythmus fest (zum Beispiel monatlich), den Einzahlungsbetrag, die geplante Laufzeit und die erwartete Rendite.

Ist eine andere Summe für den Ruhestand vorgesehen? In weiteren Artikeln ist zusammengefasst, wie viel Zusatzrente man mit 250.000 Euro, 500.000 Euro, 750.000 Euro, 1,5 Millionen Euro und zwei Millionen Euro entnehmen kann. Der Artikel "Rentenlücke schließen" zeigt, worauf man beim Vermögensaufbau für die Rente achten sollte und welche Vermögenswerte dafür infrage kommen. Wie man seine Rentenlücke ermittelt, wird im Artikel "Rentenlücke berechnen" erläutert.

Weitere Informationen

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Haben Sie Fragen? Das VZ VermögensZentrum ist seit rund 30 Jahren auf Ruhestandsplanung spezialisiert. Profitieren Sie davon und nutzen Sie den Altersvorsorge-Rechner. Oder lassen Sie sich im VZ in Ihrer Nähe individuell beraten. Das Erstgespräch ist unverbindlich und kostenfrei.