Vermögensverwaltung

Bank, Broker oder Vermögensverwalter: Wem sollte ich mein Geld anvertrauen?

Bei der Geldanlage ist ein kompetenter Partner Gold wert. Am besten lässt sich ein solcher Partner finden, wenn man auf klare Kriterien achtet. Wo wird wie stark auf das Interesse des Kunden eingegangen? Ein Vergleich legt Interessenkonflikte offen und zeigt, was Banken, Broker und Vermögensverwalter zu bieten haben.

Stefan Passler
Anlageexperte
Aktualisiert am
12. Februar 2024

Bei der Geldanlage kommt es darauf an, einen kompetenten, verlässlichen Partner zu finden: einen, der nicht versucht, seinen Kunden teure Produkte anzudrehen, sondern der wirklich in ihrem Interesse agiert. Dieser Partner sollte nicht nur das ihm anvertraute Geld sinnvoll anlegen, sondern die Anlagen auch laufend überwachen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen. Wo sind Anleger am besten aufgehoben: Bei Hausbanken, Strukturvertrieben, Vermögensverwaltern oder Honorarberatern?

Merkblatt

So finden Sie die richtige Anlagestrategie

Die individuelle Anlagestrategie ist entscheidend für den Anlageerfolg. Das Merkblatt zeigt, wie Sie diese definieren.

Stellt sich nur die Frage, wem man sein Geld am besten anvertraut. Im Wesentlichen stehen Anlegern drei Möglichkeiten zur Auswahl, um ein Wertpapierdepot einzurichten: Sie können bei Ihrer Hausbank bleiben, sie können zu einer Direktbank gehen (auch Onlinebroker genannt) oder sie können einen Vermögensverwalter beauftragen.

Option 1: Hausbank

Hausbanken sind große Häuser wie Sparkasse, Volksbank, Deutsche Bank oder Commerzbank, die man als "klassische Bank" kennt. Die Hausbank ist die einfachste, bequemste, aber auch meist teuerste Lösung: Sie wenden sich dort an einen Wertpapierberater. Dieser wird mit Ihnen ein Gespräch führen, um Ihre Vermögensverhältnisse, Ihre Anlageziele und Ihre Risikobereitschaft zu ermitteln.

Für das Gespräch zahlen Sie zwar nichts. Doch natürlich arbeitet Ihr Banker nicht umsonst. Für Wertpapiertransaktionen müssen Sie bei einer normalen Filialbank (oder Sparkassen-Filiale) tief in die Tasche greifen. Standard ist ein Prozent der Anlagesumme sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf eines Wertpapiers. Noch mehr verdienen die Banken am Verkauf von hauseigenen Fonds.

Factsheet

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Deshalb neigen die Wertpapierberater dazu, ihre Kunden zum Kauf dieser Produkte zu bewegen. Für viele Aktienfonds fallen beim Kauf fünf Prozent der Anlagesumme als Ausgabeaufschlag an. Hinzu kommen meist noch 1,5 Prozent oder sogar zwei Prozent laufende Gebühren pro Jahr. Bei einigen Fonds wird zusätzlich eine Erfolgsprovision fällig. Solch hohe Kosten machen den Anlageerfolg für die Kunden in vielen Fällen größtenteils zunichte.

Fazit: Die Hausbank eignet sich für Anleger, die es bequem haben wollen und weniger auf die Kosten und damit letztlich auch weniger auf den Anlageerfolg achten.

Option 2: Strukturvertriebe

Strukturvertriebe sind Anbieter wie MLP oder die Deutsche Vermögensberatung (DVAG). Bei der Geldanlage gehen sie alle ähnlich vor: Sie kooperieren mit ausgewählten, teils eigenen Produktanbietern und erhalten von diesen Provisionen. Die Mitarbeiter sind daran interessiert, möglichst teure Produkte ihrer Partner zu verkaufen, weil sich deren Provision danach bemisst. Auch raten sie ihren Kunden oftmals zu Umschichtungen, weil sie daran erneut verdienen. Das führt zu Interessenkonflikten. In den Strukturvertrieben kommt hinzu, dass die Berater häufig Quereinsteiger mit wenig Erfahrung sind, die auf einen schnellen Abschluss aus sind.

Fazit: Wie bei Hausbanken sollten Anleger bei Strukturvertrieben Anlageempfehlungen kritisch hinterfragen. 

Option 3: Onlinebroker

Onlinebroker (früher wurden sie auch Direktbanken genannt) sind meist wesentlich kostengünstiger als Filialbanken, bieten aber in der Regel keinen persönlichen Kundenkontakt. Hier treffen Kunden ihre Anlageentscheidungen üblicherweise selbst und setzen diese eigenständig am PC oder am Smartphone um.

Beim Onlinebroker sind Sie also bei allen Anlageentscheidungen auf sich allein gestellt. Sie benötigen viel Expertise und müssen viel Zeit aufwenden, um erfolgreich zu investieren. Das erfordert auch viel Disziplin. Denn die niedrigen Kosten verführen Kunden leicht dazu, sehr viele Transaktionen durchzuführen. Das ist selten eine gute Idee. Denn eine erfolgreiche Strategie setzt vor allem auf Kontinuität.

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Auch die Depoteröffnung läuft beim Onlinebroker digital ab. Kunden müssen sich also in der Regel durch zahlreiche Web-Formulare klicken und viel Geduld mitbringen: Oft dauert es viele Wochen, bis das Depot eröffnet ist und kunden loslegen können.

Fazit: Onlinebroker eignen sich für kostenbewusste Kunden, die ihre Wertpapieranlage selbst in die Hand nehmen möchten und bereit sind, dafür viel Zeit zu investieren und viel Disziplin an den Tag zu legen.

Option 4: Honorarberater

Sie verkaufen keine Produkte, sondern beraten ihre Kunden gegen Entgelt und agieren dabei wie Sachverständige. Sie können dadurch die Produkte empfehlen, die für den Kunden am besten geeignet sind. Interessenkonflikte gibt es dadurch keine. Die Berater sind geschult und verfügen über viel Erfahrung.

Fazit: Honorarberater sind für Kunden mit anspruchsvollen Fragestellungen geeignet, die ihre Entscheidungen selbst treffen und umsetzen möchten.

Option 5: Vermögensverwalter

Seriöse Vermögensverwalter verkaufen keine eigenen Produkte, sondern legen das Geld ihrer Kunden an und berücksichtigen dabei deren Wünsche, ihre individuellen Bedürfnisse und ihre persönliche Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit. Vermögensverwalter treffen alle Anlageentscheidungen im Sinne ihrer Kundinnen und Kunden; diese müssen sich um nichts kümmern, werden regelmäßig informiert und dadurch emotional entlastet.

Merkblatt

Tipps für die Wahl eines Vermögensverwalters

Haben Sie zu wenig Erfahrung, Know-how und Zeit für Ihre Geldanlagen? Mit dieser Checkliste finden Sie den passenden Vermögensverwalter.

Vermögensverwalter bekommen kein Geld bei Vertragsabschluss, sondern erhalten eine jährliche Servicegebühr, die sich an der Höhe des verwalteten Vermögens bemisst. Wächst das Vermögen des Kunden, steigt auch ihre Vergütung. Wählt der Vermögensverwalter die Produkte unabhängig aus, sind Interessenkonflikte ausgeschlossen. Umschichtungen finden nur statt, wenn sie wirklich sinnvoll erscheinen. 

Bei den meisten seriösen Vermögensverwaltern sind die Transaktionskosten sehr niedrig oder in der Servicegebühr enthalten. Ein persönlicher Austausch zwischen Berater und Kunde findet nicht nur einmal, sondern regelmäßig statt. Die Kosten sind insgesamt relativ moderat, da keine überteuerten Produkte zum Einsatz kommen. Allerdings verlangen die meisten Anbieter eine relativ hohe Mindestanlagesumme.

Mittlerweile gibt es auch digitale Vermögensverwalter, bei denen die Mindestanlagesummen niedriger sind. Die Kunden bekommen dort aber keine individuelle Anlagelösung, sondern haben verschiedene Anlagemodelle zur Auswahl und müssen sich für eines entscheiden.

Fazit: Vermögensverwalter bieten eine bequeme, individuelle und relativ kostengünstige Lösung für Ihre Geldanlage. Sie müssen sich selbst um nichts kümmern. Die Mindestanlagesumme ist aber relativ hoch. Bei reinen digitalen Anbietern ist diese Hürde niedriger, dafür ist meist auch der Service deutlich schlechter.

Weitere Informationen

Das VZ VermögensZentrum bietet Vermögensverwaltung und Honorarberatung an. Beim VZ sind die Einstiegshürden deutlich niedriger als bei den meisten anderen traditionellen Vermögensverwaltern. Kundinnen und Kunden können zum Beispiel schon ab 100 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan investieren. Kundinnen und Kunden des VZ genießen ein hohes Maß an Service und wissen immer einen professionellen und verlässlichen Partner an ihrer Seite. Das findet jedenfalls das renommierte €uro-Magazin: Es hat das VZ 2024 – zum dritten Mal in Folge – zum besten Vermögensverwalter Deutschlands gekürt.

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